Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 750-Meter-Hefezopf zum Stadtgeburtstag: Wann und wo der Rekordzopf serviert wird

Mit ein paar schnellen Handgriffen flechten zwei Mitarbeiter die vier vorgeschnittenen und bemehlten Stränge zu einem großen Hef
Mit ein paar schnellen Handgriffen flechten zwei Mitarbeiter die vier vorgeschnittenen und bemehlten Stränge zu einem großen Hefezopf.

750 Meter Hefezopf: Die Barbarossa-Bäckerei spendiert das Gebäck zum Jubiläum. Eine Tonne Mehl und tausende Eier sind dafür nötig. Am Samstag zeigt sich, ob alles klappt.

Kai Drumm ist seit 2018 bei der Barbarossa-Bäckerei beschäftigt, seit einem Jahr alleiniger Produktionsleiter. Einen solchen „Kraftakt“ hat der gelernte Bäckermeister noch nicht erlebt. Denn für den Riesenhefezopf ist einiges an Planung und Vorbereitung nötig. Sonderschichten gehören Ende der Woche beim Backen dazu, damit am Samstag auch wirklich 750 Meter Gebäck entlang der Fruchthalle und rund um den Schillerplatz aufgetischt werden können. „Die Idee dazu hatte Kevin Landry, einer unserer Geschäftsführer“, sagt Friederike Aug-Steller von der Marketing-Abteilung der Bäckerei. Bei einem Treffen mit Verantwortlichen der Stadt im vergangenen Jahr habe er die Idee spontan als Beitrag der Barbarossa-Bäckerei zum Stadtjubiläum ins Gespräch gebracht.

„Vielleicht haben wir der Stadt diese Zusage etwas leichtfertig gegeben. Inzwischen wissen wir, welcher enorme Aufwand tatsächlich dahintersteckt. Aber genau deshalb freuen wir uns jetzt umso mehr auf diesen besonderen Tag und darauf, gemeinsam mit vielen Menschen in Kaiserslautern zu feiern“, sagt Kevin Landry jetzt mit einem Augenzwinkern.

Zöpfe werden von Hand geflochten

Das Projekt bedeutet einiges an Arbeit. „Für die 750 Meter Hefezopf verarbeiten wir über eine Tonne Mehl, knapp 2000 Eier, über 100 Kilogramm Butter und 70 Kilogramm Hefe und über 100 Liter Milch. In der Aktion steckt wochenlange Vorbereitung, viel Handarbeit und das Engagement unseres gesamten Teams“, gibt Drumm einen Einblick in die Dimensionen. Aus vier Teigsträngen wird der Zopf geflochten, damit er nicht zu schmal aussieht.

Fertig ist einer von 1100 Zöpfen.
Fertig ist einer von 1100 Zöpfen.

Mehl und Wasser für den Hefeteig werden in der Produktionshalle im Industriegebiet Nord automatisiert in den entsprechenden Mengen in die großen Rührschüsseln gegeben, „die restlichen Zutaten werden noch von Hand abgewogen“, und dann miteinander vermengt, ehe der Teig ruhen darf und dann zunächst kalt, später warm gehen gelassen wird. Über ein Förderband gelangen die portionierten und bemehlten Teigstücke dann zu zwei Mitarbeitern, die das Flechten per Hand übernehmen. „Die vier Stränge werden von der Maschine vorgelängt, von den Mitarbeitern dann noch einmal zurecht gezogen. Zwei Mitarbeiter sind gleichzeitig mit Flechten beschäftigt, bei unseren normalen Hefezöpfen macht das einer allein.“

„Wir sind bei der Länge an die Maße unserer Bleche und des Ofens gebunden“, erklärt Produktionsleiter Kai Drumm, warum der Hefez
»Wir sind bei der Länge an die Maße unserer Bleche und des Ofens gebunden«, erklärt Produktionsleiter Kai Drumm, warum der Hefezopf nicht an einem Stück gebacken werden kann.

Insgesamt 1100 Einzelzöpfe

Doch bei dem Gebäck, das am Samstag auf den Tisch kommt, ist eben alles etwas größer, aufwendiger. Statt drei werden vier Stränge miteinander verbunden. Jeder Strang ist rund 500 Gramm schwer. „Wir sind bei der Länge an die Maße unserer Bleche und des Ofens gebunden“, erklärt Drumm. Bei etwa 70 Zentimetern ist Schluss. „Die Zöpfe kommen in den Froster und wir beginnen am Freitag mit dem Backen, damit alles frisch auf den Tisch kommt“, erläutert der Produktionsleiter. Weil etwa 1100 Zöpfe gebacken werden müssen, könne das Team damit nicht erst am Samstagvormittag beginnen und muss schon etwas vorarbeiten. „Die größte Herausforderung ist, dass wir für diese Menge überhaupt so viele Bleche und Wägen zur Verfügung haben. Wir backen den Hefezopf ja zusätzlich zur normalen Produktion“, erklärt Drumm.

Der Teig kommt portioniert über ein Förderband in eine Maschine, diese schneidet ihn in vier Portionen und längt die Stränge ber
Der Teig kommt portioniert über ein Förderband in eine Maschine, diese schneidet ihn in vier Portionen und längt die Stränge bereits vor, ehe der Hefezopf per Hand geflochten wird.

Und auch da geht einiges pro Tag weg. Unter anderem werden in der Produktion der Barbarossa-Bäckerei täglich zwischen 25.000 und 33.000 Goldis – ein Weizenbrötchen – gebacken, 110.000 Laugenbrezeln pro Woche und 2500 Urbrote pro Tag, um die etwas mehr als 70 Filialen zu beliefern.

Verschiedene Toppings „versüßen“ den Zopf

Das Rezept für den 750-Meter-Hefezopf ist das gleiche wie beim normalen Hefegebäck, sodass nur die Zutatenmengen entsprechend berechnet werden mussten, berichtet Produktionsleiter Kai Drumm. „Wir hätten den Zopf gerne an einem Stück aufgebaut, aber aufgrund der Produktionsbedingungen ging das nicht, sodass wir ihn jetzt aneinanderlegen werden. Es soll dann so aussehen als wäre es ein Zopf“, erklärt Aug-Steller. Da es viele kleinere Stücke sind, sei der Transport mit den beiden dafür benötigten Lkw relativ einfach.

Bis Samstag 12 Uhr muss der 750-Meter lange Hefezopf an der Fruchthalle angekommen sein. Denn zwischen 12 und 16 Uhr können Besucher ein kostenloses Stück mitnehmen. Wer möchte kann sein Teilchen zusätzlich versüßen, es gibt verschiedene Toppings wie Streusel, eine Haselnusscreme oder Joghurt als Extras. Außerdem gibt die Barbarossa-Bäckerei Einblicke in das Unternehmen und die Initiativen der Kinderfondsstiftung. Das Rahmenprogramm bietet zudem Live-Musik und Talk-Runden.

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