Kaiserslautern
60 Jahre im Deutsch-Amerikanischen Club: Wie Uta Mayr-Falkenberg Kaiserslautern geprägt hat
Der Deutsch-Amerikanische Club ehrt Uta Mayr-Falkenberg für 60 Jahre Mitgliedschaft. DIE RHEINPFALZ trifft sie in ihrem Zuhause in Dansenberg, in dem sie seit mehreren Jahrzehnten lebt. Geboren im Allgäu, absolvierte sie ein Volontariat beim Münchner Merkur. 1966 folgte sie ihrem inzwischen verstorbenen Mann in die Pfalz – ohne je „nur die Frau von …“ sein zu wollen.
In Kaiserslautern angekommen, arbeitete sie als freie Journalistin für DIE RHEINPFALZ, baute die Wochenblätter mit auf und aus, wurde Mutter eines Sohnes und Mitglied im Deutsch-Amerikanischen Club. Dieser hieß vor 60 Jahren noch Deutsch-Amerikanischer und Internationaler Frauenclub, hatte anfangs mehr als 500 Mitglieder – Frauen der hier stationierten Amerikaner und Frauen aus der Region.
„Jede Frau muss selbst für sich stehen“
„Es war eine andere Zeit“, blickt sie zurück. Amerikanische Frauen seien damals dazu „verdammt“ gewesen, Ehefrau zu sein, und auf deutscher Seite habe die Mitgliedschaft in der „besseren“ Gesellschaft zum „guten Ton“ gehört. Es sei eine Männergesellschaft mit angepassten Frauen gewesen. Diese Strukturen wollte sie aufbrechen. Sie wollte in dem Club, den sie viele Jahre als Vorstandsmitglied begleitete, mehr sehen als festliche Bälle, gemeinsame Theaterbesuche und Einladungen der amerikanischen Familien in die Lautrer Wohnstuben.
„Jede Frau muss selbst für sich stehen“, sagt Mayr-Falkenberg bis heute mit Bestimmtheit. Sie wollte die Frauen im Club zu mehr Engagement für sich und die Gesellschaft animieren – ein Gedanke, der in einer Zeit ohne Berufsorientierung bei Frauen nicht sehr verbreitet war. Trotzdem lässt sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Frauen viel Aufbauarbeit geleistet haben, auch im Miteinander.
Engagement fürs Theodor-Zink-Museum
„Es war nie leicht, die Wahrheit zu sagen“, sagt sie mit Blick auf Anfeindungen und unschöne Begebenheiten. Dann ergänzt sie: „Ich werde nie angepasst sein.“ Das galt auch für ihr Engagement rund um das Theodor-Zink-Museum. „Es war für mich unerklärlich, dass Kaiserslautern kein eigenes Heimatmuseum hat“, beschreibt sie ihre Motivation, einen Förderkreis zu gründen. Sie blieb hartnäckig: 1975 wurde der Förderverein gegründet, drei Jahre später das Theodor-Zink-Museum eröffnet.
Neben der journalistischen Arbeit, dem Einsatz für den Club und das Museum engagierte sich Mayr-Falkenberg über Jahre als Präsidentin im Deutsch-Amerikanischen Presseclub. In Dansenberg war und ist sie zudem in der protestantischen und in der katholischen Kirche aktiv. Ihre Liebe zum Garten lebte sie nicht nur als Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Kaiserslautern-Dansenberg aus.
Immer gegen die Aufnahme von Männern im Verein
„Der Bibelgarten auf dem Kaiserberg war mir wichtig“, erinnert sie an die Zeit der Gartenschau, in der sie Führungen durch den Bibelgarten anbot. Den Garten hinter ihrem eigenen Haus kennen viele Gartenfreunde. Sie öffnet ihn seit Jahren am „Tag der offenen Gärten“ – auch in diesem Jahr wieder. „Ich bereite den Garten als Lehrgarten vor“, sagt sie. Jede Pflanze fotografiert sie, laminiert die Bilder und ergänzt Erklärungen. Ihre Augen leuchten, wenn sie über diese Leidenschaft spricht.
„Bäuerin wäre ich gerne geworden“, sagt sie. Im fortgeschrittenen Alter besuchte sie die Lehrgänge der Deula Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach und legte die Prüfung zur Gartenfachwartin ab. Ein Jahr wollte sie ursprünglich in Kaiserslautern bleiben, dann nach München zurückkehren. Es kam anders – Langeweile kam dennoch nicht auf.
Daran wird sich auch künftig für die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes nichts ändern. Ihr nächstes Projekt, eine Fotoausstellung in Dansenberg, nimmt bereits Gestalt an. Und der Blick auf den Deutsch-Amerikanischen Club? „Ich war immer gegen die Aufnahme von Männern im Verein“, sagt sie und zuckt beim Hinweis, dass der Club mittlerweile von einem Mann geführt wird, leicht mit den Schultern. Viel entscheidender sei für sie, dass durch die geänderte Weltlage unter den heute noch rund 150 Mitgliedern kaum noch Amerikanerinnen sind.