Kaiserslautern
53. Ausgabe des „Talks unter Freunden“ am Pfalztheater
Er ist Jazzer. Durch und durch. Inklusive Improvisationstalent. Und so antwortet Valentin L. Findling auf die Fragen des Moderators Fabian R. Lovisa fröhlich drauf los, wie sein musikalisches Leben begann, wie er „fast manisch“ klassische Literatur am Klavier (und nächtens auch schon mal schlafend darunter) übte und sowohl wegen seiner optischen Ähnlichkeit als auch Stimmlage zum erfolgreichen Popikonen-Sänger wurde.
Geboren 1995, also vier Jahre nach Mercurys Tod, in einer Bamberger Musikerfamilie, begann seine musikalische Ausbildung mit vier Jahren bei einer Reihe „toller Musiklehrer“. Er studierte später unter anderem Musik auf Lehramt und wählte dann doch den „risikoreicheren Weg“ als Jazzer. Findling heimste bereits Preise ein und stand am Beginn einer „Lebenskünstler“-Biografie. Bis jene Anfrage als Musical-Aushilfe am Keyboard kam und er plötzlich die Jazzbühne mit einer Musical- und eine Rockbühne tauschte und letztlich „das Faszinosum-Queen“ erfuhr. Auch dass er inkognito, als Dino verkleidet, in der Heavysaurus-Band Heavy-Metal-mäßig in der Rolle der Milli Pilli am Keyboard wirkt(e), gab der junge Musiker anekdotisch-eloquent preis.
Sympathisches Understatement
Findling berichtete weiter von intensiven Jahren mit Rock über Punk bis hin zu Kontakten mit originalen Queen-Musikern. Auch dass er bei seiner eigenen Tribute-Band die Arrangements und mehr verantwortet, brachte er in dennoch sympathischem Understatement rüber. Besonders spannend entwickelte sich das Podiumsgespräch bei Nachfragen des Moderators, die über die Bühnenrolle hinaus die Persönlichkeit Findlings betrafen. Etwa zum Thema Waschbrettbauch, den er in der Rolle seines Vorbildes tatsächlich nicht selten exponiert. Findling dazu: „Das verlangt Balance zwischen Sport und Süßem.“ Oder das „Corpus Delicti Oberlippenbart“. Findling: „War das Schwerste, weil der Bartwuchs spät begann.“ In diesem Zusammenhang betonte er, mit Ähnlichkeiten zu spielen, die vorhanden seien. Geschauspielert werde dagegen nicht. Und auch Verträge mit Fernsehformaten habe er abgelehnt. „Sie entwerten ebenso wie der Begriff Tributeshow eigentliches Können. Gerade der eigene Stempel ist doch das Erfolgsrezept.“
Den letzten Frageabschnitt nannte Lovisa „traurig“, meint er damit doch das Aufhören in der Rolle des Freddy Mercury. Trotz derzeitiger Freude an den Auftritten vor zunehmend mehr Publikum und das bis ins Ausland, räumte Findling ein, dass dies sehr wohl ein Thema sei. „Sobald die Energie weggeht, wollen wir mit Würde und Spaß aufhören.“ Zwei musikalische Blöcke am Flügel machten diesen Talk nicht nur zu einem äußerst kurzweiligen und amüsanten Abend. Sie bewiesen auch die stimmliche Nähe und Ausdruckskraft des jungen Wahl-Heidelbergers – Gänsehautmomente inklusive. Für die mitreißende Qualität des Spiels und Gesangs dankten die Besucher mit begeistertem Applaus.
INFO
Open-Air-Gala am 9. September, ab 19 Uhr auf dem Schillerplatz, Kartenverkauf ab Juli. Nächster Talk unter Freunden am 19. Oktober um 19 Uhr, Eintritt frei.