Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 25 Jahre an der Spitze der Gasanstalt: Reinhard Schüler mit 77 Jahren gestorben

Ein Vierteljahrhundert war Reinhard Schüler Vorstandsmitglied der Gasanstalt Kaiserslautern (unser Foto zeigt ihn im Jahr 2006).
Ein Vierteljahrhundert war Reinhard Schüler Vorstandsmitglied der Gasanstalt Kaiserslautern (unser Foto zeigt ihn im Jahr 2006). Nun ist er mit 77 Jahren gestorben.

Reinhard Schüler ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Als Vorstandsmitglied der Gasanstalt Kaiserslautern bestimmte er über viele Jahre den Kurs des Energieversorgers.

Reinhard Schüler gehörte zu jenen Menschen, die beruflich nach Kaiserslautern gekommen waren und gerne hier geblieben sind. Er schaffte es, mit seiner Arbeit Anerkennung und Wertschätzung zu erfahren. Ein Vierteljahrhundert stand er an der Spitze der Gasanstalt Kaiserslautern. Eine lange Zeit. Mit 37 Jahren heuerte Schüler als Vorstand bei der Gasanstalt an. Er fand einen Betrieb als Arbeitgeber vor, der sehr auf Tradition, Klasse und Niveau bedacht war. Er passte zu dem Stil des gebürtigen Norddeutschen, Niedersachsen, Hannoveraners.

Reinhard Schüler hatte an der TU Hannover Maschinenbau studiert. Stationen auf dem Weg nach Kaiserslautern waren von 1975 bis 1978 eine Gutachtertätigkeit für die Wibera Wirtschaftsberatung, Düsseldorf, von 1978 bis 1979 eine Beraterfunktion für die Thüringer Gas, München (seinerzeit noch THGG, Köln) und von 1980 bis 1986 eine Stelle als Prokurist Gaswirtschaft bei der Landesgasversorgung Niedersachsen, Sarstedt.

1986 bei der Gasanstalt in Kaiserslautern begonnen

Im Mai 1986 begann seine Tätigkeit bei der Gasanstalt in Kaiserslautern. Er wurde die Konstante im Vorstand. Vier Mal wurde er als Vorstandsmitglied vom Aufsichtsrat wiedergewählt; er galt als Mann der Thüga in der Führungsebene, die eine Beteiligung an der Gasanstalt hielt. Er war der Techniker im Vorstand, war aber mehr als das.

Schüler schied im April 2011 aus den Diensten der Gasanstalt aus, die im selben Jahr mit den Technischen Werken Kaiserslautern (TWK) zu den heutigen Stadtwerken Kaiserslautern fusionierte. Bei seiner Verabschiedung bescheinigte der damalige Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Klaus Weichel, ihm, das Energieversorgungsunternehmen entscheidend mitgeprägt, zu einer emotionalen Marke mit Gesicht entwickelt und zukunftsfähig in einem gewandelten, auf Wettbewerb gestriegelten Energiemarkt aufgestellt zu haben.

Reinhard Schüler verabschiedete sich damals gerührt mit einem norddeutschen Tschüss von den Gästen im Pfalztheater, dem als kulturbeflissener Mensch seine große Zuneigung galt. Eine fünfte Wiederwahl war ihm nicht ermöglicht worden. Schüler war in den politischen Strudel geraten. Oberbürgermeister Weichel hatte ihm seine hartnäckige und barsche Haltung übel genommen, die er gegenüber einer sich gebildeten Initiative für faire Gaspreise eingenommen hatte. Und ihm das Wort gegenüber der Öffentlichkeit entzogen.

Zuletzt für den Betzenberg engagiert

In letzter Zeit engagierte sich Schüler zusammen mit seiner Frau Ingeborg für die Belange des Betzenbergs als Wohnquartier. Als Sprecher einer Bürgerinitiative erreichte er, dass an Heimspieltagen des 1. FC Kaiserslautern eine Bewohnerparkregel eingeführt wurde, aber auch Gäste von Bewohnern in den Straßen des Viertels parken dürfen. Und: Er baute Druck auf, so dass der Stadtrat einen Realisierungswettbewerb für die Entwicklung eines neuen Stadtteils am Fritz-Walter-Stadion auf den Weg brachte.

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