Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Überraschung im Kreispokalfinale zwischen Kottweiler-Schwanden und Bechhofen/Lambsborn

Da war noch alles gut für Kottweiler. Armin Lilienthal (in Grün) trifft zur Führung. Verteidiger Maximilian Becker und Keeper Ke
Da war noch alles gut für Kottweiler. Armin Lilienthal (in Grün) trifft zur Führung. Verteidiger Maximilian Becker und Keeper Kevin Schneider sind chancenlos.

Dass das Kreispokalfinale zwischen dem SV Kottweiler-Schwanden und der SG Bechhofen/Lambsborn so laufen würde, hätte wohl keines der beiden Teams erwartet.

Die SG Bechhofen/Lambsborn ist Kreispokalsieger im Fußballkreis Kusel-Kaiserslautern. Im Endspiel gewannen die Kombinierten am Montagnachmittag vor einer tollen Kulisse mit 2:1 (2:1) gegen den Ligakonkurrenten SV Kottweiler-Schwanden.

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen von um die 16 Grad lockten am Ostermontag zahlreiche Besucher auf den Rasenplatz des SV Kübelberg. Über 900 Personen, die Eintritt gezahlt hatten, wurden am Ende gezählt. Insgesamt dürften sich an die 1200 Menschen auf dem Gelände befunden haben. Und weil der Fünfte auf den Zweiten der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern traf, durfte man auch noch auf ein manierliches Fußballspiel hoffen.

Nun, der ganz große spielerische Leckerbissen wurde es dann nicht. Beiden Mannschaften war gerade zu Beginn eine gewisse Nervosität anzusehen, die erste Duftmarke setzte dann aber die SG in Person von Jan-Niklas Krause, dessen Geschoss aus gut 35 Metern aber von SVK-Keeper Noah Velten über die Latte gelenkt wurde. Etwas überraschend gingen die bis dahin fahrigen Kottweilerer dann in Führung. Mit der schnellen Ausführung eines Freistoßes im Mittelfeld hatte auf SG-Seiten wohl keiner gerechnet. Armin Lilienthal war frei durch und ließ sich auch vom verfolgenden Verteidiger Maximilian Becker nicht mehr einholen, fein hob er die Kugel über Kevin Schneider ins Netz (13.).

Auftrieb und ein Aussetzer

Dieser Treffer gab der Mannschaft von Trainer Thomas Löber Auftrieb, sie kontrollierte in den nächsten Minuten das Geschehen, leistete sich dann aber einen ganz dicken Aussetzer. Weil die Verteidigung nicht zum Ball ging, Torwart Velten auf halbem Weg kehrt machte und so Florian Paulus freie Bahn hatte und zum 1:1 abschließen konnte, war die Begegnung schon in der 22. Minute wieder ausgeglichen. Nun war das Momentum wieder deutlich auf Seiten der Spielgemeinschaft, die nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit eigentlich schon in Führung gehen muss, doch Tim Feß, von einem feinen Steckpass David Hoffmanns in Szene gesetzt, zögerte beim Abschluss viel zu lange, so dass die Abwehr klären konnte.

Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel machte es Feß dann aber deutlich besser. Den schönsten Angriff im Spiel schloss er nach einer Hereingabe von Kapitän Eric Stephan von der rechten Seite zur Führung ab. Der Abschluss aus zehn Metern unter die Latte war unhaltbar. Mit diesem, bis dato gerechten Ergebnis, ging es dann in die Kabinen.

Zeitstrafe und Gelb-Rot

Die zweite Halbzeit bot ganz lange nicht viel Erwähnenswertes. Der SV Kottweiler-Schwanden versuchte es zwar, ließ aber fast jegliche Durchschlagskraft vermissen. Die SG Bechhofen/Lambsborn hingegen schaffte es auch nicht, die sich mit zunehmender Spieldauer immer häufiger bietenden Räume zu nutzen. In der Schlussphase einer bis dato fairen Partie musste dann auch der tadellos leitende Schiedsrichter Fabian Staudt eingreifen: Wegen Meckerns holte sich SG-Akteur Pascal Vollmar eine Zeitstrafe ab (90.+3), eine Minute später quittierte der eingewechselte Sascha Stenger auf Kottweilerer-Seite die gelb-rote Karte. Nach insgesamt acht Minuten Nachspielzeit war die Partie dann mit einem zumindest nicht unbedingt zu erwartenden Ergebnis zu Ende.

Kottweiler-Schwandens Trainer Thomas Löber zeigte sich hinterher als fairer Verlierer: „Kompliment an Bechhofen/Lambsborn. Das war absolut verdient. Bei uns lag es nicht am Willen, aber letztlich hat keiner seine Normalform erreicht.“

Lukas Agne, Spielertrainer der SG Bechhofen/Lambsborn, befand „dass wir es vielleicht ein Stück mehr wollten.“ Ein Faktor sei gewesen, „dass wir diese Ausgangslage mit positivem Ende von unserem Entscheidungsspiel vor zwei Jahren kannten. Respekt an Kottweiler. Sie waren ein starker Gegner und sind eine gute Truppe, was man ja auch an ihren Ergebnissen in der Liga sieht.“

x