Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Mittwoch, 15. August 2018 Drucken

Kaiserslautern: Kultur Regional

Zurück im Rampenlicht

Nach einer längeren Pause ist der R’n B-, Soul- und Jazz-Musiker Grant Jones zurück auf der Bühne – zusammen mit der elfköpfigen Formation J’Traine. Am Samstag spielt die Truppe im Edith-Stein-Haus. Zuvor spricht Jones über seinen musikalischen Werdegang, das Comeback und seine Ansichten über Musik.

Von Katharina Kovalkov

„Ich bin wieder zurück“: Grant Jones.

„Ich bin wieder zurück“: Grant Jones. ( Foto: Ursula Engelmann/frei)

Musik ist ein Gefühl, für das es keinen Ersatz oder Ausgleich gibt – so sieht der US-amerikanische Sänger und Bassist Grant Jones die Tätigkeit, die er schon seit über 30 Jahren ausübt.

„Ich bin mir nicht sicher, warum, aber ich habe irgendwann die Bassgitarre für mich entdeckt“, sagt der amerikanische Musiker Grant Jones Das war noch im Jugendalter, in seiner Heimat Chicago, Illinois, wo seine musikalische Reise begann. Seine ersten Stationen hatte er als Sänger in Gospel-Jugendchören. Die Richtung war klar: Soul- und R’n’B-Musik. „Irgendwann gründete ich mit Freunden eine Band. Wir waren alle Afroamerikaner, lebten in einer Nachbarschaft. Aus der Band sind einige Soul-Talente entstanden. Darunter Gene Chandler, Jerry Butler, Mitglieder der Spinners und Curtis Mayfield.“ Trotz der an „Black Music“ orientierten Umgebung, in der Jones und seine Freunde aufwuchsen, haben sie Musik von Bands wie Deep Purple, Jimmy Hendrix, Aerosmith, Bad Company und ähnlichen gecovert. „Dabei mochte ich Rockmusik nie so gern wie Soulmusik“, gesteht Jones heute.

„In den Pausen während der Proben spielte ich auf den ersten drei Saiten der Gitarre, die im Prinzip die gleichen sind wie die der Bassgitarre. Nur dünner. Ich habe die starke Präsenz des Basses in der Rockmusik immer geliebt.“ Irgendwann bekam der junge Jones einen Bass und Verstärker und gründete zusammen mit seinen afroamerikanischen Freunden seine erste eigene Rockgruppe – mit ersten Gigs auf regionalen Bühnen.

„Ich ging zu meinem ersten Smooth Jazz Konzert. Der Bassist dort spielte eine Basslinie, die so kraftvoll und artikuliert war. Ich war überrascht und begeistert, dass ein Bass in diesem Genre so etwas anstellen konnte. Diese Erfahrung hat mich in viele andere Musikstile eingeführt. Es war eine endlose Reise des Lernens, Entdeckens und Verbesserns“, erinnert sich Jones.

Denn für den US-Amerikaner ist Musik nicht nur Profession - „Musik ist ein Gefühl, ein Gefühlsaustausch zwischen Musikern. Es gibt keinen Ersatz oder Ausgleich dafür.“ Diesen Gefühlsaustausch erlebt er nun auch mit den Musikern seiner aktuellen Formation, J’Traine – ehemals unter dem Namen AllBoutMusic aktiv. „Ich gründete AllBoutMusic, weil es eine Reihe von Dingen gab, die ich in meinen anderen Bands nicht mochte. Zum Beispiel waren die Proben zu lang, unproduktiv, desorganisiert und ziellos.“ Aber auch sonst gibt es viele Dinge im heutigen Musikunterhaltungsgeschäft, die Jones „irritieren“: „Die Leidenschaft zur Musik wurde von den Prioritäten der Unternehmen in den Hintergrund gedrängt. Viele Veranstalter wollen die Kosten für eine mehrköpfige Live-Band nicht mehr zahlen. Die Leute sind bereit, den Untergang der Live-Musik zu akzeptieren. Statt dessen engagieren sie DJs. Dabei gibt es keinen Ersatz für das Gefühl der Musik“, ist der Bassist überzeugt. All das habe Jones dazu inspiriert, zu einem „Anführer in der Musikwelt zu werden, so wie ich es viele Jahre in der United States Army war.“ Die Namensänderung von AllBoutMusic zu J’Traine hatte einen weitaus simpleren Grund: „ Ich hatte es satt, Leute korrigieren zu müssen, dass es nicht AllAboutMusic sondern AllBoutMusic heißt. J’Traine ist kurz, eingängig und unverwechselbar.“

Dafür wechseln Bandmitglieder je nach Art des Musikprogramms und Verfügbarkeit. „Jeder Musiker und Sänger bringt seine eigene Perspektive und Einzigartigkeit mit. Das hält die Musik frisch und interessant. Und macht es einfacher, weil das Personal nicht lange genug da ist, um selbstgefällig zu werden.“ Auf Professionalität und Niveau legt Jones viel Wert. „Ich setze die Standards, den Plan und die Ausführung. So bleibt die hohe Qualität der Leistung und Präsentation immer konsistent.“ Seine Arbeit beim US-Militär und die CD-Produktion haben Jones eine Zeit lang von den Live-Bühnen ferngehalten. Die Show soll zeigen: „Ich bin wieder zurück in der Kaiserslauterer Live-Szene.“

Und das mit einer elfköpfigen Combo im Rücken, die die Bühne des Edith-Stein-Hauses rocken will. Von den elf Musikern in der Formation hat Jones bisher nur mit dreien zusammengearbeitet, der Rest ist neu. „Es wird also für uns und das Publikum anders, interessant und spannend“, verspricht der Bandleader. Zu hören gibt es einige Songs, die zu den „Lieblingen“ langjähriger Fans der Band gehören. Aber auch Songs von Jones’ kommender Solo-CD. Die Show selbst ist immer anders. „Ich gebe dem Publikum immer etwas Neues. Hoffentlich werden viele kommen und diese Live-Erfahrung selbst genießen.“

Info

Das Konzert im Edith-Stein-Haus, Engelsgasse, in Kaiserslautern beginnt um 20 Uhr.

Kaiserslautern-Ticker