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Mittwoch, 31. Mai 2017 Drucken

Kaiserslautern

Langweilig wird’s sicher nicht

Professor Detlef Zühlke ab morgen in Ruhestand – Als Vorstandsvorsitzender der SmartFactory bestätigt

Von Julia Luttenberger

Ist mit seiner Idee der digitalen Fabrik weltweit unterwegs: Detlef Zühlke.

Ist mit seiner Idee der digitalen Fabrik weltweit unterwegs: Detlef Zühlke. ( Foto: Luttenberger)

Nach zwei Dienstverlängerungen ist es morgen soweit: Professor Detlef Zühlke geht in Ruhestand. Nach 26 Jahren an der Technischen Universität (TU) und über zehn Jahren im Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) heißt es Abschied nehmen. Langweilig wird es Zühlke trotzdem nicht: Er bleibt Vorstandsvorsitzender der SmartFactory.

Zühlke, Jahrgang 1949, ist seit 1991 Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsautomatisierung (pak) an der TU. „Wir sind in goldenen Zeiten gestartet“, erinnert sich Zühlke zurück. Es gab mehr Mittel, neue Stellen wurden geschaffen. „Wir konnten viel machen“, spricht Zühlke von der Forschungslandschaft. Bis Ende der 1990er Jahre der Einbruch kam, die Studentenzahlen sanken, der Maschinenbau finanziell schlechter da stand und Stellen abgebaut werden mussten. Statt wie in Spitzenzeiten 370 Anmeldungen gab es am tiefsten Punkt gerade einmal 55 neue Studenten. Damals habe er zum ersten Mal die Werbetrommel für den Studiengang gerührt, erinnert sich Zühlke: „Das waren schwierige Zeiten.“

Die Forschungswelt entwickelte sich indes weiter, die Software übernahm eine immer größere Rolle – und der studierte Ingenieur Zühlke begann, mit dem DFKI zusammenzuarbeiten. Seit 2009 leitet er dort den Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme. Fünf Jahre davor, 2004, brachte Zühlke die Technologie-Initiative SmartFactory auf den Weg. Mittlerweile hat die Initiative über 50 Mitglieder und entwickelt mit namhaften Partnern aus der Industrie und Wissenschaft die intelligente Fabrik von morgen. Fällt das Stichwort Industrie 4.0, ist der Name Detlef Zühlke nicht weit. Seine Idee und seine Arbeit daran, die Digitalisierung in die Fabrikhallen zu tragen, genießt seit Jahren weltweite Aufmerksamkeit, er selbst ist als Ansprechpartner überall auf dem Globus unterwegs – und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Bei der Mitgliederversammlung im Mai ist Zühlke für zwei weitere Jahre als Vorstandsvorsitzender bestätigt worden.

Nicht nur für die SmartFactory, auch für Zühlke ist es eine spannende Zeit: Nach über 15 Jahren Arbeit in der Initiative werden die Erfolge nun regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet. „Da bin ich schon stolz, dass wir das so geschafft haben“, sagt Zühlke. Nur folgerichtig, dass sich auf seinem Tisch die Einladungen zu Vorträgen stapeln, ein Angebot, als Kolumnist für eine überregionale Fachzeitschrift zu schreiben, ist genau so darunter wie Anfragen von Beiräten. „Die denken jetzt alle, dass ich Zeit habe“, sagt Zühlke mit einem Schmunzeln. Gerade kommt er aus Korea, zwei Reisen in die USA stehen vor der Tür. In Asien nehme das Thema Industrie 4.0 gerade viel Fahrt auf, berichtet Zühlke. Kurz: Von heute auf morgen gar nichts mehr zu tun, kann sich der Ingenieur so gar nicht vorstellen.

Mehr Zeit für die Familie soll der Rückzug von TU und DFKI dennoch bringen, ist Zühlke fest entschlossen. Das hat er seiner Frau versprochen, die Pläne für Touren durch den Pfälzerwald stehen schon. „Das ging bisher, wenn überhaupt, nur am Wochenende“, sagt Zühlke. Besuche bei den drei Kindern in Dresden, München und Heidelberg stehen auch schon im Terminkalender.

Feierlich wird es dann am 7. September. Da steht die Amtsübergabe Zühlkes an seinen Nachfolger Professor Martin Ruskowski an, die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer eröffnet wird. Denn nicht nur weltweit, auch in Rheinland-Pfalz ist Zühlkes Wissen gefragt.

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