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Freitag, 17. August 2018 Drucken

Kaiserslautern

Kaiserslautern ist Vorbild bei Inklusion

Kampagne für bessere Integration von Behinderten gestartet

Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler startet Landeskampagne auf Gartenschau-Gelände.

Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler startet Landeskampagne auf Gartenschau-Gelände. ( Foto: VIEW)

Mit Vertretern von Firmen, Verbänden und Verwaltungen hat das Sozialministerium des Landes gestern im Festsaal der Gartenschau seine Informationskampagne „Zukunftsaufgabe Inklusionsfirmen“ gestartet. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen (Lag if) Rheinland Pfalz wirbt das Land für künftig noch mehr geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen in den Betrieben und Unternehmen des Landes.

Ziel der Veranstaltung mit Vorträgen und Porträts von Inklusionsfirmen war die Information über deren Aufbau und Förderung mit einem Erfahrungsaustausch erfolgreicher Unternehmen in einer Talkrunde mit dem Geschäftsführer der Gartenschau Kaiserslautern, David Lyle. Inklusionsfirmen böten Chancen für Chancenlose, sagte die Mainzer Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Sie forderte, nicht zuzulassen, dass Menschen mit einer Behinderung ausgeklinkt werden, weil sie keine Arbeit finden.

Trotz guter Ausbildung und großer Motivation erhielten Menschen mit Behinderung aktuell immer noch nicht den angemessenen Zugang zum Arbeitsmarkt, ihr Potenzial werde nicht abgerufen, so die Ministerin. Bei derzeit 700 Mitarbeitern in über 70 Inklusionsbetrieben warb sie um Mitstreiter mit dem Ziel, die Zahl der Inklusionsbetriebe und –arbeitsplätze auszubauen. Geplant seien dazu unter anderem regionale Veranstaltungen und Werbung in der Öffentlichkeit.

Ausdrückliche würdigte die Sozialministerin Kaiserslautern als die Stadt mit den bisher meisten Inklusionsfirmen im Land sowie die iKL für ihr auch landesweites Engagement. Der Auf- und Ausbau von Inklusionsfirmen sei seit Jahren ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Wo eine Inklusionsfirma geplant sei, sagte sie die Unterstützung des Landes zu.

Als Ort der Auftaktveranstaltung seien Kaiserslautern und die Gartenschau genau richtig, erklärte Oberbürgermeister Klaus Weichel. Mit mehr als 50 Beschäftigten mit Behinderung sei die Gartenschau der beste Beweis dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigung sich wunderbar einbringen könnten. Die Stadt habe außerdem inzwischen einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet; ein Inklusionsbeirat solle installiert werden.

Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Arbeitsagentur, berichtete von einem zwar deutlichen Rückgang von arbeitslosen Schwerbehinderten in den letzten Jahren, der sich zurzeit aber nicht weiter bewege. Behinderte Arbeitslose seien im Durchschnitt 366 Tage ohne Beschäftigung, nicht schwer Behinderte 241 Tage.

„Das Handwerk ist im Boot und gibt jedem eine Chance“, sagte die Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, Brigitte Mannert. Ziel müsse sein, Menschen mit Behinderung den Weg in die Arbeitswelt zu ebnen. Bei der Anpassung an die Arbeitswelt biete die Handwerkskammer ihre Hilfe an.

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