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Donnerstag, 01. August 2019 Drucken

Kaiserslautern: Kultur Regional

„Hör mal Kunst“

Mit Schülern der 12. Jahrgangsstufe des ASG hat die Pfalzgalerie einen Audio Guide für Jugendliche entwickelt

Mit dem Audio Guide werden die Kunstwerke lebendig und viel verständlicher. Foto: Gross

Mit dem Audio Guide werden die Kunstwerke lebendig und viel verständlicher. Foto: Gross

Im obersten Stockwerk des Museum Pfalzgalerie haben sich vor acht Kunstwerken Grüppchen gebildet. Die Besucher schauen Gemälde, Skulpturen und Objekte ganz genau an und lauschen dabei Geschichten. Ausgedacht haben sich diese Erzählungen 30 Schüler und Schülerinnen einer zwölften Klasse des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG). Sie gehören zu einem Audio Guide von Jugendlichen für Jugendliche.

Sabrina Wilkin hat ihn während ihres zweijährigen Volontariats in der Museumspädagogik bei Andrea Löschnig vorbereitet und dann in vier Monaten mit den jungen Leuten erarbeitet. Nun wurden der kostenfreie Guide und die begleitende Broschüre unter dem Titel „Hör mal Kunst“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Geschichten zu den Bildern ausgedacht

Zu Beginn erzählt Projektleiterin Wilkin, dass sie absolut nichts verraten hat, dass also auch die Schüler, genau wie alle anderen, an dem Präsentatationsabend das erste Mal das fertige Produkt hören. Entsprechend groß ist der Andrang bei den kleinen Geräten und dann geht es los in die Dauerausstellung, wo sich die Werke befinden, die die Zwölftklässler ausgewählt haben. Für die Audio-Guide-Anwender sind zum leichteren Finden der besprochenen Kunstwerke an den Beschriftungen neuerdings kleine Logos angebracht, erklärt die Mentorin des Projekts, Andrea Löschnig.

Sechsmal hat sich Wilkin mit den Schülern und deren Kunstlehrerin Sarah Lanz zu Workshops getroffen. Und dann gab es noch die beiden Aufnahmetage. Nach Auswahl und Recherche haben sich die Jugendlichen eigene Geschichten zu den Bildern und Plastiken ausgedacht. Dabei sind einige Texte in hartem Diskurs entstanden, weil sich manche eben auch Werke gewählt hatten, an denen sie sich ganz klar gerieben haben. Das Museum hatte in dem Moment, meint Museumsdirektorin Britta Buhlmann, die viele Beiträge spannend fand, freilich die Aufgabe, sinnvermittelnd einzugreifen und die Kunst zu erklären. 

Auch mit der Stimme Emotionen rüberbringen

Die Verfasser haben in einem nächsten Schritt ihre Texte auch selbst eingesprochen. Wilkin hat ihnen zur Vorbereitung darauf die Theaterpädagogin Jenny Theobald zur Seite gestellt.

Aufgenommen wurde danach alles im Kaiserslauterer Regionalbüro von medien + bildung.com. Medienpädagoge Matthias Kuhn erzählt voller Bewunderung, dass manche Gruppen ihre Texte in einem Take, also mit einer einzigen Aufnahme, abgeliefert hätten – gar nicht so einfach, wie er findet, denn bei Audio muss man alles mit der Stimme herüberbringen, jede Emotion.

Nach dem Einsprechen haben Kuhn und Lena Becker die Aufnahmen geschnitten und mit von den jungen Autoren ausgewählten Hintergrundgeräuschen hinterlegt. Emily Dein, die sich gemeinsam mit drei anderen die kleine Bronze „Reitende Amazone“ von Franz von Stuck vorgenommen hatte, freut sich über die hohe Qualität der Aufnahme und wie professionell alles klingt.

Und die beiden Klassenkameradinnen Annika Rösner und Désirée Ross zollen ihren Projektkollegen vor der Skulptur „Drap“ von Walter Moroder großen Respekt: Gruselig und mysteriös finden die beiden die schmale, nur mit einem Tuch bekleidete Holzfigur. Und sie meinen einhellig, dass die auf dem Audio Guide erzählte Geschichte dazu richtig gut passt. Da gilt es Wilkins Anweisung zu folgen: „Anmachen und hören!“ |cl

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