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Montag, 01. April 2019 Drucken

Kaiserslautern

Forscher zeigen ihr Können

Kaiserslautern auf Hannover Messe in mehreren Hallen vertreten – Heute erster Tag

Von Julia Luttenberger

Heute beginnt in Hannover die Industriemesse. Die Liste der Aussteller aus Kaiserslautern ist lang: Die Technologieinitiative SmartFactory gehört mit ihrer Industrie-4.0-Demonstrationsanlage zu den Höhepunkten der Messe. Premiere hat dagegen das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), das sich nach dem Aus für die IT-Messe Cebit zum ersten Mal mit eigenem Stand auf der Hannover Messe zeigt.

Der Stand der SmartFactory sei in diesem Jahr noch größer als 2018, schildert der Vorstandsvorsitzende der Technologieinitiative, Detlef Zühlke. Sein Terminkalender ist bereits randvoll, Besuchergruppen aus der ganzen Welt haben sich angemeldet, darunter Gruppen aus den Vereinigten Staaten und Korea. Die SmartFactory ist wieder ins Messeprogramm aufgenommen worden und Teil der sogenannten Red-Carpet-Route, die Besucher an den Messe-Höhepunkten vorbeiführt. Zühlke wird die Keynote-Rede auf dem ersten Industrial Pioneers Summit auf der Messe halten, der als zentrale Bühne für Visionäre, Vordenker und Innovationstreiber gedacht ist. Für das kommende Jahr kündigt Zühlke große Veränderungen an: Die Demonstrationsanlage werde in diesem Jahr wohl zum letzten Mal in der bekannten Form auf der Messe zu sehen sein. Die SmartFactory arbeite an einer neuen Konzeption der Anlage, die mit neuen Elementen ausgestattet 2020 auf der Messe zu sehen sein soll.

Das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum wird am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Schulungsdemonstrator Paul zeigen, erzählt Florian Mohr, Leiter des Kompetenzzentrums. Paul sei die Kurzform für „Produktion und Automatisierung erleben“ und lade dazu ein, das Thema Industrie 4.0 erlebbar zu machen und Unternehmer an die Digitalisierung in der Produktion heranzuführen. Besucher können mit Paul einen kleinen Würfel fertigen. Jeder Arbeitsschritt zeige dabei, wie die Digitalisierung in der praktischen Produktion aussehen könnte – und zwar aus unterschiedlichen Perspektiven: der des Kunden, der Produktionsleitung, des Werkers und der Instandhaltung. „Die Digitalisierung bedeutet in jeder Rolle etwas anderes und lässt sich nicht pauschalisieren“, betont Mohr.

TU zeigt mehrere Exponate

Bei der Firma Flexstructures liege der Schwerpunkt beim Messeauftritt auf drei Themen: der Kabelsimulation mit flexiblen Bauteilen, einem digitalen Mensch-Modell und einer Simulation für die Roboter-Optimierung, berichten Daniel Dengel und Esther Neumann. Mit der Software von Flexstructures lassen sich unterschiedliche Dinge simulieren. Wie das genau aussieht, soll ein Roboter, der mit einem Schlauchpaket ausgestattet ist, auf der Messe in der Praxis demonstrieren. Dank der Simulationssoftware lasse sich im Voraus zeigen, wie der Roboter optimal eingesetzt werden könne und welche Belastungen auf die Schläuche bei welchen Arbeitsschritten wirken, erklärt Dengel.

Die Technische Universität (TU) ist mit mehreren Exponaten in Hannover vertreten. Eines davon befasst sich mit dem Thema 3D-Druck. Dabei werden bisher Kunststoffstränge Schicht für Schicht abgelegt, die das gewünschte Bauteil von unten aufbauen, erklärt Nicholas Ecke vom Lehrstuhl für Verbundwerkstoffe. In der Regel werden dazu Kunststoffe ohne Zusätze verwendet. Anders beim Verfahren, an dem derzeit an der TU geforscht wird. Dort werden Endlosfasern eingearbeitet, etwa Glasfasern oder Kohlenstofffasern, die die Bauteile gezielt an den belasteten Stellen verstärken. Das Team der TU ermittele, wie der Druckprozess geführt werden muss, um die Bauteile optimal zu verstärken, etwa, in welcher Geschwindigkeit und bei welcher Temperatur gedruckt werden müsse, erklärt Ecke. Dies spare Ressourcen und Kosten.

In diesem Jahr sei die Nachfrage nach einer Teilnahme an der Hannover Messe nach dem Aus für die IT-Messe Cebit größer geworden, bilanziert TU-Messekoordinator Klaus Dosch. Direkte Auswirkungen hatte die Entscheidung auf das DFKI. Zum ersten Mal sei man mit einem eigenen Stand auf der Hannover Messe vertreten, sagt Pressesprecher Christian Heyer. Der Stand entspreche in etwa dem, was man bisher auf der Cebit gezeigt habe: ein großes Portfolio an industrierelevanter Forschung. „Wir passen mit unseren Themen perfekt auf die Hannover Messe“, schildert Heyer.

Info

Alle Aussteller aus Kaiserslautern sind online zu finden: www.science-alliance.de/Veranstaltung/hannover-messe-3/.

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