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Dienstag, 22. Januar 2019 Drucken

Kaiserslautern

FCK: Arbeit vor persönlichen Befindlichkeiten

Von Hans-Joachim Redzimski

Bleibt vorerst FCK-Aufsichtsratsvorsitzender: Patrick Banf, hier gestern am späten Nachmittag auf dem Weg zur Aufsichtsratssitzung auf dem Betzenberg.

Bleibt vorerst FCK-Aufsichtsratsvorsitzender: Patrick Banf, hier gestern am späten Nachmittag auf dem Weg zur Aufsichtsratssitzung auf dem Betzenberg. ( Foto: VIEW)

Nach den Auseinandersetzungen der letzten Tage hat der FCK-Aufsichtsrat gestern Abend vorläufig wieder zu einer Einheit gefunden.

RHEINPFALZ-Informationen nach konzentrierte sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung auf die Frage: Was ist das Beste für den 1. FC Kaiserslautern? Er kam dabei zu dem Schluss, dass die Bewältigung der notwendigen Arbeit im Vordergrund zu stehen hat, vor persönlichen Befindlichkeiten. Eine formelle Abstimmung darüber fand nicht statt.

„Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass der 1. FC Kaiserslautern die Lizenz für die nächste Saison bekommt. Das gelingt, und das wird gelingen, wenn alle sich auf die Sachaufgaben fokussieren“, sagte am Abend das FCK-Aufsichtsratsmitglied Michael Littig gegenüber der RHEINPFALZ. Littig gilt als entschiedener Kritiker des Aufsichtsratsvorsitzenden Patrick Banf.

Nach dem 15. März, dem Stichtag für die Lizenz, werden die Karten im Aufsichtsrat womöglich neu gemischt. Sowohl im Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V. als auch im Beirat der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA soll eine Rotation des Amtes des Vorsitzenden und des Stellvertreters geprüft werden.

Kandidaten für die Spitze vorgestellt

RHEINPFALZ-Informationen nach bedeutet dies nicht, dass Patrick Banf und sein Stellvertreter Paul Wüst automatisch die Funktionen tauschen. Es bedeutet vielmehr, dass auch andere personelle Konstellationen an der Spitze des Aufsichtsrats möglich sind.

In der Sitzung des Aufsichtsrats stellten sich nach RHEINPFALZ-Informationen zwei Kandidaten für die derzeit vakante Vereinsspitze vor. Es sind für FCK-Mitglieder bekannte Namen: Wilfried de Buhr, der früher auf dem Betzenberg hauptamtlich als kaufmännischer Geschäftsführer tätig war, und Johannes B. Remy, ein treuer Begleiter des Vereins, der ähnlich wie de Buhr sich in der Vergangenheit auch den Mitgliedern zur Aufsichtsratswahl gestellt hatte.

In der Diskussion über einen Investor für das Stadion und das Umfeld hat Oberbürgermeister Klaus Weichel gestern Abend gegenüber der RHEINPFALZ betont, dass er in diesem Monat kein Gespräch mit einem möglichen weiteren Investor für den Betzenberg führen werde.

Im Februar Gespräch mit möglichem Investor

Weichel sagte, er halte sich an die Ausschließlichkeitsvereinbarung, die der Schweizer Fondsgesellschaft bis Ende Januar garantiert, dass nur mit ihr verhandelt wird. Er werde frühestens demnach im Februar ein Gespräch mit einem anderen möglichen Investor führen.

Im Gespräch ist bereits seit längerer Zeit der luxemburgische Geschäftsmann Flavio Becca, der Mäzen des luxemburger Fußball-Erstligisten F91 Düdelingen.

Weichel betonte, er verhalte sich im Gegensatz zu anderen termin- und vertragstreu. Er spielte damit auf die Kontakte mit dem russischen Unternehmer Michail Ponomarew (KFC Uerdingen) an, der vom Aufsichtsratsmitglied Littig ins Gespräch gebracht worden ist.

"Interne Streitigkeiten nicht zielführend"

Weichel bekräftigte, er werde nichts tun, um den jetzigen Gesprächspartner zu verprellen. Der habe derzeit Priorität. Er werde auch einer Verlängerung der Ausschließlichkeitsvereinbarung zustimmen, sollte dies seitens des potenziellen Investors gewünscht werden. Er werde alles dafür tun, der Schweizer Fondsgesellschaft eine Vermarktungsmöglichkeit zu eröffnen.

Weichel sagte, dass die Stadt und die Schweizer Fondsgesellschaft in ihren finanziellen Vorstellungen derzeit noch weit auseinanderlägen. Er unterstrich abermals, dass der Gesprächsfaden seitens der Stadt nicht abgerissen sei.

Er kritisierte die Auseinandersetzungen im FCK-Aufsichtsrat, die bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatten. Die internen Streitigkeiten halte er angesichts der Situation, in der sich der Verein derzeit befinde, als nicht zielführend.

Der 1. FC Kaiserslautern muss die Finanzierung für die kommende Saison sicherstellen. Die Kalkulation weist dafür noch eine Lücke in der Größenordnung von zwölf Millionen Euro auf. Eine Zwischenfinanzierung, angelegt auf drei Jahre, ist dafür gegenwärtig im Gespräch.

 

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