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Freitag, 01. Februar 2019 Drucken

Kreis Kaiserslautern

Eine Dose für den Notfall

Landstuhl: Die Notfalldose kann Leben retten – Aufbewahrung im Kühlschrank

Von Pola Schlipf

Gehört in den Kühlschrank: Notfalldose mit wichtigen Infos.

Gehört in den Kühlschrank: Notfalldose mit wichtigen Infos. ( Foto: VIEW)

Sie ist kleiner als ein Joghurtbecher, steht im Kühlschrank und kann Leben retten: Die Rede ist von der Notfalldose. Im Landkreis Kaiserslautern verteilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die kleine, grün-weiße Dose, die wichtige Hinweise für Rettungskräfte enthalten soll.

„Die Notfalldose ist ein System, um bei einer älter werdenden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen so lange wie möglich zuhause leben möchten, die Versorgung im Notfall zu erleichtern“, sagt Michael Nickolaus, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Kaiserslautern-Land. Denn wenn Rettungskräfte zu allein lebenden Personen kommen, die sich in einer Notsituation befinden, können diese oftmals keine Auskünfte über sich selbst, ihren Gesundheitszustand, über Vorerkrankungen oder Medikamente geben, die sie einnehmen. Ist jedoch eine Notfalldose im Haushalt vorhanden, sollten all diese Hinweise auf dem darin befindlichen Informationsblatt stehen. „Die Informationen aus der Dose können der erste Schritt in Richtung richtige Diagnose und Therapie sein“, betont Nickolaus.

Allerdings sei die Notfalldose nicht nur für Ältere und Einzelstehende sinnvoll, bemerkt Natascha Oster, die Pflegedienstleiterin der DRK-Sozialstation. Gerade in Notsituationen seien Ehe- oder Lebenspartner oftmals sehr aufgeregt und könnten daher leicht entscheidende Angaben vergessen. „Wichtig kann die Dose auch werden, wenn der Partner demenzerkrankt ist und man selbst in Not gerät“, fügt Oster hinzu. Sie und ihre Kollegen haben allen 315 Kunden der Sozialstation die kostenlose Dose angeboten und „eigentlich hat sie jeder angenommen“. Wer von den Rotkreuzlern betreut werde, erhalte auch Hilfe beim Ausfüllen des Informationsblattes. Denn eines müsse selbstverständlich gewährleistet sein: dass die Daten immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Für Ute Müller, beim DRK für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, punktet das System vor allem dadurch, dass es so einfach zu handhaben ist. „Das Interessante ist, dass es trotz der fortschreitenden Digitalisierung noch etwas ist, was man in die Hand nehmen kann.“ Auch Senioren, die sich nicht mit Geräten wie Computern oder Smartphones auskennen, könnten das Prinzip leicht verstehen. Es seien zudem keine Batterien oder Akkus nötig, die gewechselt werden müssten.

Aufbewahrt werden soll die Notfalldose übrigens im Kühlschrank. Drei Gründe führt Nickolaus für diesen auf den ersten Blick ungewöhnlichen Ort an: Erstens besitze eigentlich jeder einen Kühlschrank. Zweitens befänden sich in der Regel keine anderen persönlichen Unterlagen darin, sodass beim Öffnen durch die Rettungskräfte die Privat- und Intimsphäre gewahrt bleibe. Und drittens werde ein Kühlschrank in den allermeisten Fällen täglich genutzt, sodass die Dose auch bei den Bewohnern des Haushaltes gut im Gedächtnis bleibe. Trete dann ein Notfall ein, sei der Griff in den Kühlschrank wahrscheinlicher. Ausschließlich darauf, dass die Betroffenen auf die Dose hinweisen, verlässt sich das System allerdings nicht. In der Dose befinden sich zwei Aufkleber, von denen einer an die Innenseite der Haus- oder Wohnungstür und einer an die Außenseite der Kühlschranktür geklebt werden sollte. Dann könnten die Retter direkt erkennen, wo relevante Informationen zu finden sind.

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