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Samstag, 09. März 2019 Drucken

Kaiserslautern

Betze-Geflüster: Torwartkoordinator Höh besucht ehemaligen Schützling Pollersbeck

Von Maria Huber

Sehen sich auch jetzt noch regelmäßig: Julian Pollersbeck und Sven Höh (rechts). (Foto: Höh/Frei)

Maria Huber (Foto: View)

Er stand unter keinem guten Stern, der Besuch von Sven Höh, Torwartkoordinator aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Roten Teufel, bei seinem früheren Schützling Julian Pollersbeck. Eigentlich wollte der eine den anderen mal wieder spielen sehen, war extra nach Hamburg gefahren, und dann passierte das: Höh saß auf der Tribüne, und unten raus kam Tom Mickel, der Ersatztorhüter des HSV. Pollersbeck, die eigentliche Nummer eins des Hamburger Sportvereins, hatte sich beim Aufwärmen verletzt. Höh nahm es mit Humor und freute sich, dass er später dann doch noch mehrere Stunden Zeit hatte, um mit „Polle“ und seinen Eltern zu quatschen und sich darüber auszutauschen, was sich für ihn alles verändert hat.

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

 

In offizieller Mission unterwegs

Höh war in offizieller Mission da. Er macht gerade seine Torwarttrainer-A-Lizenz, ist da zwar nicht in der Nord-Gruppe, tauscht sich normalerweise mit den Torwarttrainern aus seiner Region aus, nutzte aber die Gelegenheit, bei seinen Kollegen aus dem Norden vorbeizuschauen, um seinen früheren Schützling zu treffen.

Er schwang sich mit Athletiktrainer Marvin Kilian ins Auto, sah sich das Spiel in Wolfsburg an, ließ sich dort das Nachwuchsleistungszentrum zeigen. Dann ging es weiter nach Hamburg zum Spiel des HSV gegen Greuther Fürth. Klaus Thomforde, der Torwarttrainer der U21-Nationalmannschaft, war da, Marc Ziegler, der Torwartkoordinator des DFB. Alle wollten Julian Pollersbeck sehen, aber der saß unten auf der Bank und konnte nicht spielen. „Er ist nach dem Aufwärmen früher rein, aber ich habe mir nichts dabei gedacht“, erzählt Höh, der den 24-Jährigen gern mal wieder spielen gesehen hätte.

Pollersbeck hat nie vergessen, wo er herkam

Er traf ihn später in den Räumlichkeiten des HSV, unterhielt sich auch länger mit seinen Eltern, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte. Er kannte sie von damals, als Julian 19 Jahre alt war und der damalige U23-Trainer Konrad Fünfstück ihm von einem begabten Torhüter aus Bayern erzählt hatte. Höh sah sich Videomaterial an und traf sich mit dem Talent und seinem Vater in Regensburg, als der FCK dort spielte. Kurz darauf kam Pollersbeck zu den Roten Teufeln, ließ sich ausbilden und wurde ein ganz großer – der nie vergessen hat, wo er herkommt. Höh war gerührt, als er in einem großen Artikel im HSV-Magazin von „Polle“ herausgehoben wurde als einer, dem er viel zu verdanken hat.

Wie sich sein Training seitdem verändert hat, darüber tauschten sich die beiden am Tag nach dem Spiel ausführlich aus. Zusammen mit den Trainern der Nordgruppe, Jörg Sievers, dem Torwarttrainer von Hannover 96, Patrik Borger von Holstein Kiel und Manuel Klon von Werder Bremen verfolgte Höh das Torwarttraining von Nico Stremlau vom HSV. Sie analysierten das Spiel vom Tag zuvor, vom Warm-up bis zum Schlusspfiff. Und als seine Kollegen eine Führung durch das Nachwuchsleistungszentrum der Hamburger bekamen, das Sven Höh von einem früheren Besuch schon kannte, hatten die beiden endlich Zeit füreinander. „Polle“ erzählte, dass er immer wieder mal die Lehrvideos von seiner Zeit in Lautern rausholt und auch heute noch das ein oder andere abguckt.

Auf dem Boden bleiben

Höh ist stolz auf seinen ehemaligen Schüler, der jetzt die klare Nummer eins eines Bundesligisten ist, auf den andere ein Auge geworfen haben. Und er mag es, dass er auf dem Boden geblieben ist. Weil er immer seine Ziele im Auge behält und immer besser werden will. „Er macht die richtigen Schritte, hat ein richtig gutes Spielverständnis. Er ist am Fuß richtig gut geworden, richtig ruhig, hat in allen Bereichen das Potenzial, Erste Liga zu spielen, vielleicht auch international“, schwärmt Höh. Der auch von „Polle“ viel darüber gelernt hat, wie sich das Training verändert. Auf dem Rückweg im Auto bastelte der Torwartkoordinator weiter an seiner Diplom-Arbeit für den Trainerschein, die er in eineinhalb Wochen abgeben muss. Er befasst sich da mit dem Thema „Eins-gegen-Torwart“.

Mitte Mai steht der Prüfungslehrgang an. Doch dazwischen wird sich der ehemalige Torhüter noch das ein oder andere Mal mit Julian Pollersbeck austauschen. „In zwei Wochen, in der Länderspielpause, kommt er nach Kaiserslautern, will die Stadt wiedersehen und ein paar Leute treffen. Dann sehen wir uns wieder“, freut sich Höh.

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