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Samstag, 23. Januar 2016 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Auch im Schaltjahr bleiben sie abstinent

Schopp: Klappradfahrer treten zum zweiten Mal im Eichwaldstadion zum 24-Stunden-Rennen World-Klapp an

„Gutes Aussehen“ ist eines der Credos des Pfälzer Klappvereins. Dafür ist neben einem Oberlippenbart ein Outfit der 70er Jahre dienlich. ( Archivfoto: VIEW)

Schopp ist der ideale Austragungsort für ein 24-Stunden-Klapprad-Rennen: Nach dem so genannten World-Klapp im vergangenen Mai haben sich die Klappradler auch in diesem Jahr wieder für den Nabel des Radsports, das „Schopp-o-drom“, entschieden. Am 14. und 15. Mai gehen die barttragenden Radler im Eichwaldstadion zum zweiten Mal auf die Strecke.

 

Der Ausrichter des ungewöhnlichen Sportevents, der Pfälzer Klappverein aus der Vorderpfalz, greift für seinen mittlerweile fünften World-Klapp auf Bewährtes zurück: Bereits zu Pfingsten im vergangenen Jahr hatte das 24-Stunden-Rennen auf Klapprädern in Schopp stattgefunden – mit großer Fahrer-, Zuschauer- und Medienresonanz (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach). Zuvor hatten sich die Klappradler zweimal in Ludwigshafen und einmal in der Bundeshauptstadt Berlin gemessen.

Nun haben sich die hartgesottenen Schaltabstinenzler wieder das Pfingstwochenende ausgesucht. Und die Herausforderung besteht aus weit mehr als lediglich 24 Stunden lang, in der Nacht und bei jedem Wetter im Team eine möglichst weite Strecke im Kreis zu fahren. Die 20-Zoll-Klappräder müssen mindestens 30 Jahre alt sein, die Fahrer und Fahrerinnen einen Oberlippenbart tragen – bei nachgewiesenem Bartunwuchs ist ein künstlicher Bart erlaubt – und die Räder dürfen keine Gangschaltung haben, schreibt das strenge Reglement des Klappvereins vor. So sah sich der Klappverein in diesem Jahr einer „bahnbrechenden Bewährungsprobe“ ausgesetzt, „denn Franziskus hat das Schaltjahr ausgerufen“. Die tapferen Retro-Radler aber versichern: „Wir bleiben enthaltsam und stellen uns gegen die Schaltungsvöllerei!“

Für eines der 48 Vierer-Teams können sich „Bartträgerinnen und Bartträger aus dem gesamten Bundesgebiet, DDR und Saargebiet“ bewerben. Erst wenn die Wahrheitskommisson des Vereins die Bewerber und ihr Material auf Herz und Stahl geprüft und zugelassen hat, dürfen die Klapprad-Piloten starten. Laut Oberlippenbartverordnung wird ein vorhandener Vollbart vor dem Start gestutzt, Frauen ohne ausreichenden Damenbart stellt der Amtsfriseur Rainer Klapp eine „Bartwuchsunfähigkeitsbescheinigung“ aus.

Schirmherr der Veranstaltung ist wieder der Ghanaer König Céphas Bansah, der von Ludwigshafen aus sein Volk regiert. Wenn er am Samstag, 14. Mai, um 17 Uhr mit dem Hubschrauber im „Schopp-o-drom“ einschwebt, wird das Klappstock-Festival-Feeling bereits über den Ort hinausgeschwappt sein. Und wie es sich für ein Festival gehört, ist Schlamm im Gesicht Pflicht: „Die Veranstaltung findet nur bei schlechtem Wetter statt!“, betont Pressesprecher Holger Gockel. Der Forderung ist Petrus im vergangenen Jahr pflichtbewusst nachgekommen.

Rund um die Uhr werden Fahrer wie Zuschauer von Live-Musik szenebekannter Bands wie der „Jimi Hering Klapprad Experience“ oder Musik aus der Dose beschallt. Nach dem Knall des Korkens für die Champagnerdusche der Sieger knallt’s zum Abschluss am Himmel: Ein Feuerwerk ist der glänzende Abschluss. (gzi)

 

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