Heidelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Größter flugfähiger Vogel der Welt im Zoo gelandet

Größter flugfähiger Vogel weltweit: der junge Saruskranich im Heidelberger Zoo.
Größter flugfähiger Vogel weltweit: der junge Saruskranich im Heidelberger Zoo.

Ein beeindruckender Neuzugang lebt seit kurzem im Heidelberger Zoo. Ein junger, männlicher Saruskranich hat seinen neuen Lebensraum am Geysirsee bezogen.

Mit einer Länge von bis zu 1,70 Metern und einer Flügelspannweite von 2,80 Metern sind Saruskraniche nicht nur die größten Kranicharten, sondern auch die größten flugfähigen Vögel weltweit. Der neue Bewohner ist daher zweifelsohne einer, der in seiner majestätischen Größe und Eleganz auffällt. Er steht zugleich symbolisch für den aktiven Artenschutz und die Bedeutung bedrohter Feuchtgebiete.

Der Jungvogel aus dem Zoo Neuwied ergänzt die Arten in der Kranichanlage. Das Tier, das im vergangenen Jahr geschlüpft ist, kam innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ins neue Zuhause. „Perspektivisch wird noch ein weibliches Tier zu uns kommen. So können wir mit einer möglichen Zucht dieser gefährdeten Art helfen, einen stabilen Bestand in menschlicher Obhut zu sichern“, erklärt der Kurator des Heidelberger Zoos, Joshua Förg. Doch nicht nur in Zoos spielt der Erhalt dieser Art eine Rolle. „Ebenso wichtig ist der Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die als Lebensraum der Saruskraniche eine Schlüsselfunktion haben“, betont Förg.

Symboltier in Indien

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Saruskraniche erstreckt sich über Südostasien bis nach Nordaustralien. In Indien ist der elegante Vogel sogar als Symboltier tief verwurzelt in Kultur und Mythologie. Doch wie viele andere Tiere, die auf feuchte Lebensräume angewiesen sind, leiden Saruskraniche unter den Folgen von Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung. Der Heidelberger Zoo setzt mit seiner Beteiligung an der internationalen Naturschutzkampagne „Wetlands for Life“ ein Zeichen. Die Initiative der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) macht auf die Bedeutung von Feuchtgebieten aufmerksam. „Moore, Sümpfe, Auen und Teiche sind Lebensräume, die unersetzlich sind – sowohl für Arten wie den Saruskranich als auch für das gesamte Ökosystem“, erklärt der Zoo in einer Pressemitteilung. Folglich geht es beim Umzug des Tieres nicht nur um Artenschutz, sondern auch darum, Besucher für den Erhalt von Feuchtgebieten zu sensibilisieren.

Der junge Saruskranich weiß von all dem nichts. Er, den die Besucher nun bestaunen können, hebt sich durch sein braunes Kopfgefieder von erwachsenen Artgenossen ab. Die fallen durch ihre markante rote Färbung von Kopf und oberem Hals auf. Auf der Kranichanlage am Geysirsee können Zoobesucher beobachten, wie sich das Gefieder des Jungvogels mit der Zeit verändert.

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