Meinung
Zwischen Kosten und Erwartungen: „Ein Friedhof ist die Visitenkarte der Gemeinde“
Friedhofsgebühren fallen zwar nur an, wenn ein Trauerfall eintritt, aber künftig werden sie sich ganz massiv am Geldbeutel bemerkbar machen. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn zunehmend preisgünstigere Bestattungsmöglichkeiten genutzt werden. Genügend Alternativen dazu bietet das neue Bestattungsgesetz.
Bei all dem wird aber oft übersehen, dass kommunale Friedhöfe als Pflichtaufgaben der Gemeinde wirtschaftlich zu führen sind. Das heißt, die anfallenden Kosten müssten von den anfallenden Gebühren gedeckt werden. Abgesehen von den gestiegenen Aufwendungen für den Grabaushub, bilden Personal für die regelmäßige Pflege der Wege und Freiflächen, ebenso wie die vorgeschriebene Verkehrssicherung bei den schattenspendenden Bäumen weitere Ausgabepositionen. Andererseits erwarten Friedhofsbesucher selbstverständlich eine gepflegte Anlage, die die Bedeutung des Ortes unterstreicht.
Und dieser Spagat zwischen Einnahmen und Ausgaben muss auch künftig bewältigt werden. Dazu kommt ein weiterer Aspekt: Ein Friedhof verkörpert auch eine Visitenkarte der Gemeinde. Denn die Art, wie Menschen bestattet werden, spiegelt die menschlichen und kulturellen Werte einer Gesellschaft wider.
