Turnen Zwei TSG-Turner gehen in Berlin an den Start

Justus Fröhlich verbesserte sich am Reck ...
Justus Fröhlich verbesserte sich am Reck ...

Zwei Turner der TSG Grünstadt haben sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Diese starten am Donnerstag in Berlin. Im Vergleich zur Vorsaison haben beide enorme Fortschritte gemacht.

Am Donnerstag starten in Berlin die Deutschen Meisterschaften im Kunstturnen. Mit Justus Fröhlich und Lasse Gauch gehen dabei auch zwei Grünstadter Bundesliga-Turner an die Geräte. Qualifiziert haben sich die beiden in der eigenen Halle an der Asselheimer Straße bei den Pfalzmeisterschaften.

Für Justus Fröhlich lief dabei alles rund. „Ziel war, mich für die Deutschen zu qualifizieren“, sagte der 21-Jährige. Darüber hinaus ist es ihm auch noch gelungen, fehlerfrei durch den Wettkampf zu kommen.

An fast jedem der sechs Geräte hat Fröhlich dabei neue Elemente zeigen können, aber auch die Ausgänge konnte er im Vergleich zur vergangenen Bundesligasaison noch einmal steigern. Beispiel: Am Boden hatte Fröhlich zuletzt einen C-Abgang in Form einer ganzen Schraube vorwärts geturnt. Diesen konnte er nun auf einen D-Teil steigern, indem er eine Doppelschraube turnt.

Ein neuer Abgang

Auch seiner Ringe-Übung musste der 21-Jährige einen neuen Abgang spendieren. Sein bisheriger Abgang, eine ganze Schraube vorwärts, wurde nämlich mit dem neuen Code de Pointage, dem alle vier Jahre neu erscheinenden Regelwerk fürs Turnen, abgewertet. Deshalb turnt Fröhlich nun einen Tsukahara rückwärts – also einen Doppelsalto mit einer Schraube.

Am Reck hat Fröhlich auch enorm nachgelegt. „Das ist ja das Gerät, bei dem ich immer ein bisschen hinterherhechele“, beschrieb Fröhlich selbst seine bisherige Beziehung zum Reck. Nun hat er einige neue Teile eingebaut, etwa einen Adler und einen Doppelstreck. Fröhlich: „Das sind alles Teile, die ich vorher nie geturnt habe. Deshalb war ich froh, dass ich die mal zeigen konnte“, sagte der TSG-Kunstturner über seine Leistung bei den Pfalzmeisterschaften.

Bei den Finals am Donnerstag will Fröhlich seine Übungen auch so zeigen wie in Grünstadt – mit einer Anpassung: Beim Sprung hat er noch keine Doppelschraube gezeigt – weil er noch nicht so weit gewesen sei, sagte er. Das soll sich in Berlin nun ändern.

Fröhlich freut sich schon jetzt auf die Atmosphäre bei den Finals. Sein Ziel lässt sich nicht durch Tabellenplätze definieren: Spaß am Wettkampf will er haben, sauber sein Programm abspielen und vielleicht ein paar hinter sich lassen lautet der selbstauferlegte Auftrag. Neben Joachim Kindler, der als Betreuer mitkommt, ist Fröhlichs Familie mit dabei – inklusive entfernter Verwandtschaft, die in Berlin wohnt.

Außer Konkurrenz ist außerdem Lasse Gauch bei den Pfalzmeisterschaften angetreten. Der 28-Jährige wohnt, studiert und trainiert in Köln, kommt aber aus Kiel. Dort hat er auch noch sein Startrecht beim TSV Kronshagen. Neben den Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein, bei denen er regulär antritt, hatte er sich in Grünstadt als Gast gemeldet. Ein Treppchen bei der Pfalzmeisterschaft kam dann zwar nicht in Frage, aber als Qualifikation für die Finals hat das Ergebnis gezählt.

Am Boden zeigte Gauch auch wieder seinen Doppeltwist, der ihm 2019 die Meisterschaften vermiest hatte: Gauch verletzte sich damals am Sprunggelenk, sowohl innen als auch außen hatte er sich sämtliche Bänder gerissen. Die Bundesligasaison war für ihn gelaufen, nur einzelne Einsätze am Pauschenpferd konnte er absolvieren.

Viel hat er sonst nicht umstellen müssen, nur ein paar Kleinigkeiten. So wandert er jetzt am Pferd nicht mehr vorwärts und rückwärts, sondern turnt eine Schere mehr. „Dadurch habe ich deutlich weniger Angriffsfläche für Abzüge, was mir sehr zugute kam“, so Gauch. Am Reck lässt er nun außerdem eine ganze Drehung weg.

In Berlin will Gauch eventuell noch den Reckabgang verändern. Ansonsten plant er ein ähnliches Programm – weil es sicher ist. Gauch: „Es bringt mir nichts, da noch was draufzupacken. Am Ende ist es wichtig, was hinten rauskommt, nicht was die Schwierigkeit ist.“

Allzu große Ziele für die Finals hat auch Gauch sich nicht gesteckt. Es könnten seine letzten Deutschen Meisterschaften sein, sagt er. „Es war mir wichtig, mich nochmal zu qualifizieren. Ich will einfach nochmal sauber durchkommen, nochmal Spaß haben und einen schönen Abschluss finden“, so der 28-Jährige.

Live im Fernsehen

Die Finals werden von ARD und ZDF medial begleitet. Die jeweiligen Finalrunden werden im Fernsehen übertragen, alle anderen Wettkämpfe bieten die beiden Sender im Livestream an. Der Sechskampf der Männer startet am Donnerstag um 14.30 Uhr.

Sowohl Lasse Gauch als auch Justus Fröhlich wollen das Programm im Grunde auch so in der kommenden Bundesligasaison zeigen, die im September startet. „Wenns klappt, ist das Ziel aber, auch nochmal ein paar Schwierigkeiten draufzupacken“, so Fröhlich.

Am 24. September startet die Saison gegen den TV Großen-Linden. Bereits im Februar sagte Lasse Gauch, dass er auf diesen Wettkampf besonders heiß ist: „Wir haben mit Großen-Linden noch eine Rechnung offen“. Nachdem dieser Wettkampf in der vergangenen Saison eine Serie von Niederlagen eingeleitet hat, müsse da unbedingt ein Sieg her.

... Lasse Gauch konnte wieder wie gewohnt am Boden turnen.
... Lasse Gauch konnte wieder wie gewohnt am Boden turnen.
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