Grünstadt Zur Sache: Wie der Kalkschlamm in den Rhein gelangt ist
Die eigentliche Ursache für die 2003 mehr oder weniger zufällig entdeckten Ablagerungen im Rhein liegt noch einmal fünf bis sechs Jahrzehnte länger zurück. Nach Darstellung der BASF entstand der Kalkschlamm ab den 1940er-Jahren in einem Produktionsbetrieb des Ludwigshafener Chemiekonzerns als Abfall. „Mit behördlicher Genehmigung“, wie die Pressestelle des Unternehmens auf Anfrage betont, sei der Kalkschlamm bis 1959 in mehrere Absetzbecken gepumpt worden, die sich auf dem Gelände der heutigen BASF-Kläranlage nördlich der Autobahn A 6 befanden. Überlaufendes Wasser aus diesen Becken gelangte über eine Rohrleitung in den Fluss. „Dort bildete sich durch Absetzen von Restfeststoffen (…) in Ufernähe die heute bekannte Kalkschlammablagerung“, erklärt eine Sprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage den Vorgang. Über die Jahre hat diese eine beträchtliche Größe angenommen. Die BASF spricht von 2500 Kubikmeter Material, verteilt auf 3000 Quadratmeter Fläche. Überzogen ist er laut Unternehmensangaben mit einer 15 Zentimeter dicken Kruste. Sie verhindere, dass Kalkschlamm ausgewaschen werde. Um auf Nummer sicher zu gehen, plant die BASF auf ihre Kosten nun Folgendes: Über die Ablagerung kommt eine 80 Zentimeter dicke Sand-Kies-Schicht, die wiederum mit einer Sandmatte und Wasserbausteinen abgedeckt wird. Vorgesehen ist nach den Angaben des Konzerns, die Arbeiten von der Wasserseite mit einem Schwimmkran zu erledigen – möglichst noch dieses Jahr. Das ist allerdings von zweierlei Faktoren abhängig: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd muss grünes Licht geben. Außerdem kann der Mantel über der Kalkschlammhalde „nur bei bestimmten Rheinwasserständen“ ausgebreitet werden. |örg