Grünstadt Zur Sache: Findt: „Die Engstelle ist gewollt“

„Das Parken auf dem Gehweg in der Eisenberger Straße wurde vor Jahren durch andersfarbiges Pflaster gekennzeichnet und ist damit auch erlaubt. Wollte man dies wieder rückgängig machen, müsste man die Flächen ,durchixen’ oder gar neues Pflaster verlegen. Diese unschönen und teuren Maßnahmen sind aber nicht vorgesehen – denn die Engstelle ist gewollt.“ Das betont der Ebertsheimer Ortsbürgermeister Bernd Findt zur Autofahrer-Kritik an der neuen Verkehrsregelung in der Ortsdurchfahrt. „Wenn wir nur auf einer Seite die Parkbuchten hätten – ohne dass wie bisher auf dem Gehweg geparkt wird – würde das Ziel, dass Raser am Ortseingang abbremsen müssen, nicht erreicht. Stattdessen würden insbesondere Lkw früh nach links ziehen, länger auf der linken Seite bleiben und vor allem mit weiterhin hohem Tempo in den Ort einfahren“, berichtet Findt über die Einschätzung der Verkehrsexperten vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) und von der Verbandsgemeinde (VG) Grünstadt-Land. Mit diesen hatte die Gemeinde das neue Durchfahrtskonzept auf der L 395 abgestimmt. Die Engstelle sei also von Anfang an so geplant gewesen, zumal es – wie in all den Jahren zuvor – durch das teilweise Zustellen des Bürgersteigs für Fußgänger keine Probleme gebe. Auf den gekennzeichneten Gehweg-Flächen parken Anlieger ihre Autos, stehen dabei mit zwei Reifen noch auf der Fahrbahn. Wichtig sei nach Ansicht der Experten auch der Erfahrungs-Aspekt: Fahrer, die oft auf der Strecke fahren, würden im Prinzip immer damit rechnen, dass sie bei Gegenverkehr an der Engstelle anhalten müssen. Deswegen würden diese oft schon aus ihrer eigenen Erfahrung heraus nicht mehr so schnell in den Ort reinfahren. Findt: „Das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt. Denn die Experten gehen davon aus, dass mindestens 90 Prozent der Schnellfahrer Ortskundige sind, also die Verkehrssituation kennen.“ Kritische Stimmen würden grundsätzlich ernst genommen, sagte Findt. Das sehe man auch daran, dass mit LBM und VG vereinbart worden sei, die neue Situation eine Zeitlang zu beobachten, um zu sehen, ob und was sich bewährt. Er selbst habe die Strecke schon etliche Male getestet, so Findt, und sieht die Ziele der Neuregelung erreicht: Mit der Parkbuchten-Engstelle werde das zu schnelle Einfahren verhindert, dafür mit dem eingeschränkten Halteverbot auf der weiteren Strecke für eine flüssige Durchfahrt gesorgt. Findt: „Das ist sicher auch eine Sache der Eingewöhnung. Und man sollte nicht vergessen, dass es sich hier um innerörtlichen Verkehr handelt. Da ist zum Beispiel beim Einfahren in Eisenberg nur stop-and-go möglich.“ | lor

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