Grünstadt Zur Sache: Das Unternehmen

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Unter dem Dach der Bernd Hummel Holding GmbH, die der Gründer Bernd Hummel mit seinen Töchtern Anne-Katrin und Julia leitet, operieren die Bernd Hummel GmbH (KangaRoos), die flip*flop GmbH (Anne-Katrin Hummel) und die Bernd Hummel Immobilienprojekte (Gabriele Hummel). Die Hummel & Hummel GmbH mit der Manufaktur Münchweiler wird nicht unter der Holding geführt. Insgesamt sind bei Hummel 74 Menschen beschäftigt. Die Bernd Hummel GmbH entwickelt und produziert sportive Schuhe seit 1981 für die Marke KangaRoos (Pentland-Gruppe) und vertreibt diese vor allem in Europa. Weltweit ist Hummel heute größter Lizenznehmer der Marke; allein in Deutschland hat sie laut Hummel einen Bekanntheitsgrad von 68 Prozent über alle Altersgruppen hinweg. 2021 steht die nächste Lizenz-Verlängerung an. Für Hummel keine Frage: Sie hätten gerade noch in Skandinavien erweitert. 1,6 Millionen Paar KangaRoos-Schuhe wurden 2017 verkauft; produziert werden sie überwiegend in Asien. Seit 2012 gibt es auch eine Produktion in Münchweiler, wo hochpreisigere Sneaker in limitierten Auflagen entstehen, mit einer Jahresproduktion von nun rund 20.000 Paar. Ebenso viele Textilien wie KangaRoos-Schuhe sind 2017 verkauft worden. Bei Textilien kooperiert das Unternehmen inzwischen auch mit dem Otto-Konzern in Hamburg. Neu hinzu kam 2017 die Lizenz an der Marke Beachbody für Bekleidung und Schuhe, von der sich Hummel viel verspricht. Denn der neue Partner sei größter Anbieter von Fitnessprogrammen in den USA und komme 2018 auf den deutschen Markt. Jüngster Zugang ist die Lizenz an der Marke Homeboy, die 1988 im Skaterumfeld entstand. Seit 2004 gehört die Marke flip*flop dazu, deren Jahresproduktion 2018 bei 500.000 Paaren liegen soll und für die ein „super Plus“ erwartet werde, so Hummel. Auch hier gibt es Besonderes: Seit fünf Jahren produzierten sie etwa für Porsche Zehenriemen-Sandalen und am Start sei eine Zusammenarbeit mit Audi. Eine spannende Sache für den Unternehmer: aus dem einfachsten Schuh der Welt „mehr als nur eine Badelatsche“ zu machen. Doch auch wenn die Marken sich gut entwickelt haben: Die Veränderungen durch den Internethandel und abnehmende Kundenfrequenz in Städten gingen auch an der Hummel-Gruppe nicht spurlos vorbei. Eigene Online-Shops hat Hummel geschlossen; nachdem die Plattform Zalando sehr offensiv geworben habe, seien auch ihre Retourenquoten von etwa 40 auf über 70 Prozent gestiegen - ein unrentables Geschäft. Geschlossen wurden zudem eigene Läden; einzig der Fabrikverkauf im Neuffer blieb. Ohne Internet geht es natürlich auch nicht. Denn auch bei Hummel werden immer mehr – derzeit über 30 Prozent – Produkte online verkauft, vor allem über Sneaker-Läden. Deswegen hätten sie nun auch eine neue Einheit fürs digitale Geschäft gegründet; das sei eben eine andere Klientel als „seine“ klassischen Schuhleute, sagt Hummel. Doch den Menschen und Unternehmer hält vermutlich genau dies jung. Nein, wie 69 fühle er sich wirklich nicht, sagt er, „ich bin voll drin“, Aber in den nächsten drei bis fünf Jahren wolle er das Unternehmen so organisieren, dass er etwas kürzer treten könne. Womit er dann auch mehr Zeit für ein ganz besonderes Hobby haben wird: seinen zweijährigen Enkelsohn – die dritte Generation im Familienunternehmen.

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