Grünstadt Wo geht’s hier zur Umleitung?

Beschwerden aus der Bevölkerung und eine Testfahrt des Ordnungsamtsleiters bei der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim deuteten darauf hin, dass der Umleitungsplan des LBM verwirrend ist oder die mit der Umsetzung beauftragte Firma nicht gut gearbeitet hat. Doch um zu verstehen, was Thomas Bauer von der VG-Verwaltung meint, muss man es selbst ausprobieren. Also haben wir so getan, als wollten wir aus verschiedenen Richtungen durch Heßheim fahren und seien nicht vertraut mit der Umgebung. Vom Frankenthaler Bahnhof im Osten kommend, merken wir erst am Krankenhauskreisel, dass es ab hier in eine Sackgasse geht. Was man jetzt machen soll, wird nicht erklärt. Viele Autofahrer, die zum ersten Mal hier stehen, fahren weiter. Ein Bauarbeiter spricht von „Hunderten am Montag“. Vielleicht hat das Schild „Anlieger frei bis Baustelle“ ihnen Hoffnungen gemacht, wenigstens bis zum Rewe-Markt zu kommen. Ein Lkw-Fahrer steckt deshalb in der Klemme. Er kann auf dem Stück zwischen Kreisel und Kreisel nicht wenden und muss den Weg zurück im Rückwärtsgang bewältigen. Wir dagegen wenden im Krankenhauskreisel und fahren vorwärts zurück zur Kreuzung Nordring/Westring/Carl-Benz-Straße. Auch dort kein Hinweis, ob man jetzt nach links oder rechts abbiegen soll. Wir entscheiden uns für rechts, fahren über Lambsheim und Gerolsheim und freuen uns über Schilder, die uns die Wahl als richtig bestätigen. Jetzt wird der Weg aus westlicher Richtung (Dirmstein) auf der L 453 ausprobiert. Zwischen dem Heuchelheimer Sportgelände und der K 7 versichert der Wegweiser noch, dass es ganz normal nach Heßheim und Frankenthal weitergeht. Weniger Meter weiter heißt es plötzlich: Heßheimer Ortsdurchfahrt gesperrt. Der Hinweis, was jetzt zu tun ist, fehlt. Wir ahnen, dass es ratsam ist, links abzubiegen und nach Beindersheim zu fahren. Auf dem Weg dorthin verwirrt einen das Schild, dass die K 29 nach Heßheim gesperrt ist. Ach ja, sie wird wegen der bald kommenden Umgehungsstraße zurückgebaut, aber das hat nichts mit dem aktuellen Kreiselproblem zu tun. Also weiter rein nach Beindersheim, wo Angaben darüber fehlen, dass dies die richtige Strecke ist. Und so kommt es, dass wir im Ortskern instinktiv geradeaus fahren und im verkehrsberuhigten Schlittweg landen, wo sich Schule und Kindergarten befinden und jetzt reger, gefährlicher Verkehr herrscht. Später bestätigt uns Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU), dass der Schlittweg zum Leidwesen der Anwohner und Kinder sowohl unbeabsichtigt als auch bewusst als Durchgangsstraße und Abkürzung genutzt wird. Über die K 5 stoßen wir auf den Frankenthaler Nordring und testen zum Schluss noch die Beschilderung ab diesem Punkt. Es bleibt dabei: Am Knotenpunkt Nord-/Westring wird’s unübersichtlich beziehungsweise vieldeutig. Jürgen Buschlinger vom LBM, dem wir unsere Erfahrung und die Knackpunkte mitteilen, will sich heute einen Überblick vor Ort verschaffen. „Es hört sich so an, als ob da einige Schilder fehlen“, sagt er und erklärt, dass solche Umleitungskonzepte in Speyer auf dem Papier erstellt und von der jeweiligen Baufirma oder deren Subunternehmen umgesetzt werden. Da könne es schon mal passieren, dass etwas Sinnvolles auf dem Papier vor Ort anders gehandhabt werden müsse. Als Testfahrer halten wir es aber auch für möglich, dass nach den Regeln der Umleitungskunst alles seine Richtigkeit hat, und heutige Autofahrer einfach nur mit der Logik dahinter überfordert sind. Den ortskundigen Heßheimern dürfte der Umweg nach Frankenthal bis auf den Zeitverlust am wenigsten ausmachen. Bürgermeister Karl Neunreither (SPD) bleibt jedoch bei seiner Meinung, dass man die jetzige, auf vier Wochen angelegte Vollsperrung des Kreisels hätte vermeiden können. „Wieso hat der LBM den Kreisverkehr damals nicht gleich so angelegt, wie er jetzt umgestaltet werden soll?“, fragt er. Damals habe man doch schon gewusst, wie die Umgehungsstraße verlaufen würde. Auch dass statt LBM er sich darum gekümmert hat, dass Betroffene über die Baustelle informiert werden, findet er nicht in Ordnung. Als Beispiel nennt er die christliche Grundschule, die am Ortseingang gerade gebaut wird und demnächst riesige Fenster angeliefert bekommt.