Kindenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Winzer beim Fußball: Er hat schon bei der EM mitgespielt

Auf dem Platz bei der EM in Portugal.
Auf dem Platz bei der EM in Portugal.

Im Alltag ist Hendrik Bitsch Kellermeister in Kindenheim. Aber regelmäßig steht er auch auf dem Fußballplatz – mit der Weinelf. Wie er es so in den Vatikan geschafft hat.

Beim Fußball und Wein werden viele Pfälzer emotional. Man sagt ja auch, dass die Wahrheit im Wein und auf dem Platz liegt. Hendrik Bitsch, Kellermeister im Weingut Neiss in Kindenheim, trägt bei der Weinelf die Trikotnummer 48. Seit 2005 spielt die Weinelf Fußball, von Freundschaftsspielen bis zu Europameisterschaften. Hendrik Bitsch ist seit 13 Jahren dabei.

Bei den letzten Europameisterschaften erspielte er mit der Mannschaft zweimal einen zweiten und einmal einen dritten Platz. Bei der diesjährigen EM in Italien setzt er aber aus. „Ich habe zu Hause leider ein privates Projekt“, begründet er die Entscheidung. Und weiter: „Ich wünsche der Mannschaft aber viel Erfolg.“ Die jüngeren Spieler sollen im Juni in Italien die Mannschaft repräsentieren. Das Halbfinale sollte drin sein, schätzt der gebürtige Rheinhesse, der seit 2014 in Kindenheim arbeitet. Wenn er weiter fit sei, wolle er aber bei der EM in zwei Jahren wieder auf den Platz gehen.

Position ist unterschiedlich

In 13 Jahren haben sich für Hendrik Bitsch viele Erinnerungen und Erlebnisse rund um die Weinelf angesammelt. Aber zuerst einmal, welche Position spielt er überhaupt? „Das ist sehr unterschiedlich und hängt oft vom Weinelf-Kader des jeweiligen Spiels ab“, sagt der Kellermeister. Aber seinen Platz sieht er vor allem in der Defensive. Er sei Linksfuß. Das sei bei der Weinelf eher selten und so werde er häufig als linker Schienenspieler aufgestellt. Er fühle sich aber auch im zentral-defensiven Mittelfeld auf der „Doppelsechs“ sehr wohl und habe diese Position schon oft besetzt.

Normalerweise ist Hendrik Bitsch im Weinkeller zu finden. Im Weingut Neiss ist er Kellermeister.
Normalerweise ist Hendrik Bitsch im Weinkeller zu finden. Im Weingut Neiss ist er Kellermeister.

Seine Trikotnummer sei ihm nach seiner Aufnahme zugeteilt worden. Er sagt: „Seitdem hat die Zahl 48 für mich persönlich etwas mehr Bedeutung gewonnen.“ Das hängt damit zusammen, dass ihm auch die Mannschaft ans Herz gewachsen ist. Bitsch schwärmt von „der unwahrscheinlich großen freundschaftlichen Kameradschaft untereinander“. Egal aus welchem Anbaugebiet die Winzer kämen oder welche Position sie im Beruf begleiteten, auf dem Platz spielten sie gemeinsam Fußball. Mal für den guten Zweck, mal für den Austausch mit europäischen Winzerkollegen, mal den traditionellen Classico gegen das Team der Hochschule. Dabei kommt laut Bitsch der Spaß nie zu kurz. Auch in der „dritten Halbzeit“ beim Weinverkosten gebe es immer gute Gespräche und einen tollen Spirit.

Generalaudienz beim Papst

Und Höhepunkte auf dem Platz, gibt’s die auch? „Ganz viele sogar! Bei jedem Spiel einer Europameisterschaft die Nationalhymne mitsingen zu dürfen, schafft ein ganz besonderes Gefühl von Stolz und Ehre bei mir. Der Besuch in Rom mit der Generalaudienz bei Papst Franziskus und dem abendlichen Spiel gegen das Team des Vatikans. Ich habe damals in Rom das Tor zum Ausgleich geschossen. Einfach unvergesslich“, sprudelt es aus Bitsch heraus. Oder auch das Finale der EM 2016 in Deutschland. Im Mainzer Bundesligastadion vor über 4000 Zuschauern spielen zu können – das vergesse man nicht so schnell.

Die Gemeinsamkeiten von Wein und Fußball sieht der 38-Jährige darin, dass beides Menschen verbinde. „Egal, ob man selbst spielt oder nur zuschaut, über ein gutes Spiel mit strittigen Situationen kann man trefflich diskutieren. Ähnlich ist es beim Wein. Die Geschmäcker sind verschieden und so haben viele Weingenießer ihre eigenen Favoriten und können dies auch super vertreten“, erläutert der Kellermeister, der in Geisenheim Weinbau und Önologie studiert hat. Ein fruchtiger Chardonnay, im Holz ausgebaut, ist seine Lieblingsrebsorte. Chardonnay sei vielseitig, auch als Cuvée ein Genuss und international präsent. So hätte er damit auch Gesprächsstoff mit Spielern aus anderen Ländern, wenn mal wieder ein Turnier ansteht.

Termin

Sichtungstraining für neue Spieler: Sportschule Edenkoben, 18. April, 10 Uhr. Benötigt wird eine Bewerbung mit Kurzvorstellung der Person, eine Beschreibung des weinprofessionellen Hintergrunds sowie eine fußballerische Vita mit Position und Angabe des jetzigen Vereins sowie Ligazugehörigkeit. Anmeldungen sind möglich über die Teammanager Carsten Strauß und Thomas Porsch per E-Mail an teammanager@weinelf.de.

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