Grünstadt / San Antonio
Wie diese 17-jährige Pfälzerin Weihnachten in Amerika feiert
Nachdem anfangs noch einiges ungewohnt war, hat sich Elisa inzwischen gut eingelebt, wie sie erzählt. Die vergangenen Monate waren für die 17-Jährige ein Kurzlehrgang in amerikanischer Festkultur: Halloween verbrachte sie in der Nachbarschaft und sammelte Süßigkeiten, Thanksgiving feierte sie mit ihrer Gastfamilie in Houston. „Truthahn ist nicht mein Lieblingsessen“, gesteht sie in Bezug auf das traditionelle Gericht des Erntedankfests – aber die Dimensionen des Feiertags haben sie beeindruckt.
Seit August wohnt Elisa in der Millionenstadt im Süden von Texas. Ermöglicht wird das durch ein Vollstipendium des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses. Die Gastfamilie hat sie zwischenzeitlich gewechselt. „Es hat einfach nicht gepasst“, sagt sie über das Zusammenleben mit der vorigen Familie. Mithilfe der Unterstützung ihrer Schwimmtrainerin habe sie dann eine neue in der gleichen Stadt gefunden.
Anfang November noch 25 Grad
Zwischen Sommer und Thanksgiving hat Elisa keine Ferien erlebt, erzählt sie. Herbstferien gebe es in Texas nicht. Daher freue sie sich auf die freien Tage rund um Weihnachten. Zwei Wochen verbringt sie nun mit ihrer Gastfamilie in Colorado, wo sie auf Schnee hofft. Denn der falle in San Antonio selten. Anfang November herrschten noch 25 Grad, inzwischen seien es rund zehn Grad.
Wie Weihnachten in den USA und speziell bei ihrer Gastfamilie abläuft, weiß Elisa noch nicht. Auf die amerikanische Tradition, Weihnachten am 25. Dezember zu feiern, hat sie sich aber schon eingestellt. Generell seien vorweihnachtliche deutsche Bräuche – wie der Besuch eines Weihnachtsmarkts oder das Aufstellen eines Adventskalenders – in den USA nicht geläufig. Einzig eine festliche Beleuchtungsveranstaltung am River Walk, einem Stadtpark in San Antonio, erinnere sie ein bisschen an deutsche Weihnachtsmärkte. Immerhin habe ihre Gastmutter einen Adventskalender für sie gebastelt.
Weihnachtlich dekoriert habe die Gastmutter schon länger. Für Elisa ist das umso erfreulicher, da die Straßen in San Antonio nicht geschmückt seien. „In Grünstadt gibt es viele Weihnachtsbäume, die von Schulkindern geschmückt werden. Hier habe ich das bislang noch nicht gesehen“, vergleicht sie die Vorweihnachtszeit in Deutschland mit der in den USA.
Noch bis Juni in Amerika
Mit ihrer Familie daheim wird sie über Weihnachten nur telefonischen Kontakt haben. Ein Geschenk werden ihre Eltern ihr dennoch schicken. Um sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen und ihrer Gastfamilie einen Einblick in traditionelle deutsche Weihnachtsbräuche zu geben, habe sie mit ihnen Vanillekipferl gebacken und Glühwein sowie Kinderpunsch aufgekocht, erzählt sie.
Bis Juni nächsten Jahres ist Elisa noch in Amerika, was vergleichsweise spät sei. Denn eigentlich waren für das Patenschaftsprogramm zehn Monate Aufenthalt geplant. Im Juni wären es elf. Das allerdings komme ihren Freizeitplanungen zugute. „Ich freue mich auf alles, was noch kommt“, sagt sie.