Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Weinwandern trotz Weinstraßen-Sperrung: Ein weiterer Winzer macht mit

Eröffnet alljährlich die Weinwandersaison im Leiningerland: die Kirchheimer Steinacker-Tour.
Eröffnet alljährlich die Weinwandersaison im Leiningerland: die Kirchheimer Steinacker-Tour.

Sie trotzen der berüchtigten Großbaustelle im Dorf: Am Samstag eröffen die Kirchheimer Winzer die Weinwander-Saison mit der Tour „Rund um den Steinacker“.

Genuss auf fünf Kilometern unter freiem Himmel verspricht die Weinwanderung „Rund um den Steinacker“ in Kirchheim. Dass das Zentrum des Dorfs wegen des Ausbaus der Ortsdurchfahrt seit August vergangenen Jahres voll gesperrt ist, bremst das Event nicht aus. Im Gegenteil – es kommt sogar ein weiterer Stand hinzu. Erstmals dabei sei der Biowinzer vom Schlosshof, informiert Mitorganisator Heiko Spieß von der Kirchheimer Weinwelt. Dieser Betrieb liegt zwar direkt an der Zuwegung und profitiert „automatisch“. „Aber nach unserem Konzept sollen die Besucher ja von Stand zu Stand schlendern. Das gibt dem Ganzen ein besonderes Flair“, erklärt Spieß, weshalb die Familie Mühlmichel jetzt auch auf dem Steinacker präsent sein wird.

Strecke bleibt gleich lang

Auch wenn es jetzt sieben Anbieter seien, müsse niemand weiter laufen als bisher: Die bewährte Streckenlänge werde nicht erweitert. Große Einschränkungen wegen des voll gesperrten Ortszentrums sieht Spieß nicht. Allerdings könne er sich gut vorstellen, dass weniger Gäste als sonst mit dem Zug anreisen. Am Bahnhof, der mitten im gesperrten Gebiet liegt, habe man – ebenso wie an anderen Stellen im Ort – Boxen mit Flyern aufgestellt. Doch es hätten dort relativ wenige Leute Faltblätter mitgenommen. Auf die Winzer hätten die Sperrungen in der Regel kaum Auswirkungen. „Die Zufahrt von Norden ist ja uneingeschränkt nutzbar und auch von Osten kommt man ins Dorf“, sagt er. Ungünstig bei der momentanen Situation ist der Standort des Weinguts Heil.

Andrang: Kirchheimer Weinwanderung im vergangenen Jahr.
Andrang: Kirchheimer Weinwanderung im vergangenen Jahr.

Am stärksten belastet ist das Weingut von Paul Rogenwieser. Sein Hof findet sich zwar nördlich der Absperrung, von wo aus das Veranstaltungsgelände gut zu erreichen ist. „Aber unsere zwei Lagerhallen sind in der Weinstraße-Süd“, erläutert er das Problem. Sein Betrieb müsse täglich x-mal große Umleitungen in Kauf nehmen: Erst geht es gen Grünstadt bis auf die Umgehungsstraße B271, dann folgt man ihr bis zur Ausfahrt „Kirchheim-Süd“ und nähert sich dem Dorf dann von der anderen Seite her. Nach dem Auf- oder Abladen fährt man umgekehrt genauso zurück. „Es ist lästig und teuer“, so der Winzer. Der monatliche Kraftstoffverbrauch habe sich verdoppelt – und das auch noch bei den aktuell hohen Spritpreisen.

Katastrophal gestartet

Heiko Spieß erwartet deutlich mehr Probleme, wenn die Baustelle weiter in Richtung Grünstadt rückt und die Durchgangsstraße zwischen der großen Kreuzung im Zentrum und dem nördlichen Ortsausgang dicht gemacht wird. Jetzt schaue er aber erst einmal zuversichtlich auf die Weinwanderung. Denn bislang ist die Resonanz auf die Veranstaltung kontinuierlich gewachsen. „Beim Start im Frühling 2016 war der Umsatz katastrophal“, erinnert er sich. Damals war auch das Wetter sehr schlecht, Schneegestöber begleitete Anbieter und Kunden.

An einem der Stände: Gäste der Kirchheimer Weinwanderung 2019.
An einem der Stände: Gäste der Kirchheimer Weinwanderung 2019.

Seither sei die Entwicklung jedoch gut, inzwischen nähmen die Standbetreiber das Sieben- bis Achtfache im Vergleich zur Premiere ein.Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen trotzdem nicht: Spieß verweist darauf, dass die Weinwanderung wegen der Corona-Pandemie mehrfach ausfallen musste.

Termin

Weinwandern „Rund um den Steinacker“ am Samstag, 25., und Sonntag, 26. April, jeweils 11 bis 18 Uhr.

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