Meinung
Weingräfin als Repräsentantin: Da geht mehr
Was ist die Aufgabe einer Weinhoheit? In letzter Konsequenz soll sie den Wein ihrer Region präsentieren. Das bedeutet, sie muss wissen, was ihn ausmacht, welche Sorten spezifisch für die Gegend sind und warum das so ist. Dieses Wissen ist schon für jemanden, der aus einer Winzerfamilie stammt, herausfordernd, kennt der doch in erster Linie die eigenen Produkte, nicht zwingend die der Region. Stammt die Hoheit aber nicht von einem Weingut, fehlt ihr dieses Wissen erst recht.
Studium als großer Vorteil
Da ist es schon von großem Vorteil, dass die künftige Weingräfin Lotte Heiner Internationale Weinwirtschaft studiert und damit vom Fach ist, auch wenn sie vorher wenig berufliche Berührungspunkte mit Wein hatte. Ihre Ausbildung könnte ihr helfen, das Amt besser auszuüben – und das ist wichtig, denn das Leiningerland ist nach wie vor unterschätzt. Als Weinregion kennt es kaum jemand außerhalb der Pfalz, was schade ist, weil es viel zu bieten hat.
Eine Weingräfin kann das nur ändern, wenn sie die Ressourcen hat, und da liegt die Verantwortung bei der Stadt Grünstadt, deren Bürgermeister die Weingräfin ernennt. Nicht nur, dass es hilfreich wäre, die neue Hoheit vor Amtsantritt mit den wichtigsten Informationen über den Wein der Region zu schulen, auch der Rahmen ihrer Repräsentation hat Luft nach oben.
Einzigartigkeit des Titels nutzen
Gerade die Einzigartigkeit ihres Titels ließe sich gut vermarkten – und ihr Auftritt auf Weinmessen oder anderen Veranstaltungen außerhalb ihrer Heimat könnte noch mehr Menschen das Leiningerland schmackhaft machen. Diese Richtung sollte die Stadt einschlagen, denn obwohl die Rolle der Weingräfin hierzulande oft betont wird, könnte sie viel stärker nach außen strahlen. Das würde der Region gut tun.
