Battenberg
Webseite statt Likes: Warum dieser Ortschef bewusst verzichtet
Zwei Monate hat es gedauert, die Webseite der Ortsgemeinde Battenberg wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Das heißt: ein neuer Anstrich, mehr Informationen und mehr Funktionen.
Dass die Sache in Schwung kam, sei auch der RHEINPFALZ zu verdanken, sagt Ortschef Eric Bach (parteilos). Der 34-Jährige ist seit 2024 Bürgermeister. Schon kurz nach Amtsbeginn fiel ihm auf: „Die Seite war nicht auf dem neuesten Stand.“ So sei das Erscheinungsbild unschön gewesen. Zudem hätten Informationen gefehlt. Bach erzählt, dass Interessierte in der Menüauswahl auf Links gedrückt hätten – ein Ergebnis hätten sie nicht bekommen.
Domain vorher gekauft
Im April vergangenen Jahres erschien dann ein Artikel in der RHEINPFALZ. Darin beleuchtete die Redaktion, wie digital die Ortsgemeinden aufgestellt sind – und ob die Internetseiten bestimmte Kriterien erfüllen. Kurzum: Battenberg schnitt schlecht ab. Schon damals war die Kritik: Neuigkeiten hatte es zuletzt im September 2024 gegeben und der Terminkalender zeigte Veranstaltungen aus dem Februar 2020.
Bach setzte sich für eine Erneuerung der Webseite ein. Dafür musste er herausfinden, wie die alte verwaltet wird. Er wandte sich an die Verbandsgemeinde Leiningerland. Von dort erfuhr er, dass die VG-Verwaltung die Domain – also die Webseiten-Adresse – gekauft hatte. Die Gestaltung der Seite funktionierte über einen Website-Baukasten. Die bieten Vorlagen an, um eine Internetseite zu kreieren. Die Seite muss letztlich mit der Domain verknüpft werden, dann ist sie zugänglich.
Auch für Touristen nützlich
Da Bach nicht „viel Ahnung“ von Webseitendesign habe, suchte er nach einer Alternative – und wurde fündig. Seit Ende 2025 kümmert sich ein Bürger ehrenamtlich um die Pflege der Seite per Online-Baukasten. Heißt: Er ergänzt Texte und Bilder, aktualisiert Informationen und sorgt dafür, dass sie online bleibt.
Für Inspiration schaute sich Bach die Internetseiten der anderen Ortsgemeinden an. Er weiß, dass Kirchheim unter anderem eine heimische Agentur für die Webseitenpflege gebucht hat. Dafür investiert die Gemeinde jährlich einen mittleren dreistelligen Betrag. Das Geld könne Battenberg sparen, meint Bach. Dennoch möchte er ein breites Angebot schaffen – sowohl für Bürger als auch für Touristen. „Wir bekommen viel Besuch von außerhalb“, sagt er. Und Besucher sollen sich auch zurechtfinden können, wenn sie in den Ort kommen. Deshalb finden sich auf der Seite Angebote zu Übernachtungsmöglichkeiten. Aber auch über Feste und Veranstaltungen wird informiert.
Kein Fokus auf soziale Netzwerke
Bach versteht das als Service für seine Bürger. „Viele lesen das Amtsblatt nicht und viele kommen nicht in die Gemeinderatssitzungen.“ Oft kämen nur zwei Leute vorbei. Mit Hilfe der Webseite könne er mehr Menschen erreichen, ist er überzeugt.
Und warum nutzt er dann nicht die sozialen Medien? Aus persönlichen Gründen, wie er sagt. Da er als Polizist arbeitet, möchte Bach nicht auf Facebook und Instagram aktiv sein. Viele Amtskollegen seien da anders aufgestellt. „Ich werde gefragt, warum ich als junger Ortschef sowas nicht habe.“ Für Bach ist es aber auch der Aufwand, der mit diesen Plattformen einhergeht. Regelmäßig und oft etwas zu posten – das ist nicht seins.
Whatsapp-Gruppe wächst
Stattdessen fokussiert er sich jetzt auf die Webseite. Auch die braucht immer wieder frische Inhalte. Die schreibt Bach teilweise selbst. Aber er bekommt auch welche von den Bürgern zugeschickt – darunter von Personen, die Privatunterkünfte vermieten, oder von Weingutbesitzern.
Stolz ist Bach auf die WhatsApp-Community, die Battenberger miteinander verbindet. 150 Bürger seien bereits beigetreten, berichtet er. Zieht man bei 400 Einwohnern Kinder und Jugendliche ab, seien das fast alle. Über die Gruppe kann er schnell und effektiv wichtige Informationen teilen. Interessierte können sich für den Zugang über die Webseite anmelden. Darüber hinaus gibt es dort jetzt endlich wieder ein vollständiges Impressum, sagt Bach – und genaue Informationen, wie Bürger ihn als Ortschef erreichen können.