Grünstadt
Warum eine kleine Baustelle die Innenstadt lahmlegt
Was passiert ab Montag in der Innenstadt?
Die Stadtwerke planen, die Gas- und Wasserversorgungsleitungen in der Obersülzer Straße zwischen dem Kreisverkehr an der Polizeiinspektion und der Kreuzung Neugasse auf Höhe der Bücherei zu tauschen. Außerdem werden vier Hausanschlüsse erneuert. Dafür wird die Straße aufgerissen, weil Rohre getauscht werden müssen, teilt Steffen Albert, Zweiter Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Grünstadt, mit. Er betont: „Der Kreisverkehr wird befahrbar bleiben.“
Wie lange wird die Baustellen-Phase andauern?
Die Arbeiten sind in zwei Abschnitte geteilt: Der erste beginnt am Montag und endet voraussichtlich Anfang August. Er umfasst laut Albert die Strecke vom Kreisverkehr über die Obersülzer Straße, bis zur Vorstadt. Wann genau der zweite Bauabschnitt beginnt, der den Rest der Obersülzer Straße, Teile der Kirchheimer Straße und der Obergasse bis hin zur Neugasse umfasst, sei noch offen, denn das hänge damit zusammen, wann der erste Abschnitt beendet ist. Ziel sei aber, so Albert, bis Ende Oktober mit den gesamten Arbeiten fertig zu sein, denn dann starte die Heizperiode – und in der soll die Gasversorgung gewährleistet sein.
Gibt es mögliche Probleme?
Ja. In das Gebiet, in dem die Straße aufgerissen wird, seien im Zweiten Weltkrieg Bomben abgeworfen worden, sagt Albert. Folglich sei unklar, ob sich noch Blindgänger in der Zone befinden. Deshalb sei eine Sonderung nötig. Sollte sich etwas finden, verzögere das die Arbeiten. „Damit muss gerechnet werden“, so der Zweite Vorstandsvorsitzende.
Vor zwei Jahren gab es ein Leck an Gasleitungen am Weinstraßen-Center. Gibt es einen Zusammenhang?
Den gibt es, sagt Albert. Damals war eine Gasleitung undicht geworden, weshalb ein kleiner Rohrabschnitt getauscht werden musste. Gefahr durch das Gas hat nicht bestanden. Dieser Vorfall war laut Albert der Anstoß, sich grundsätzlich mit den Leitungen zu beschäftigen. Dabei sei festgestellt worden: Es muss mehr passieren. Nun folgt der Austausch der übrigen Rohre im Straßenzug.
Und warum jetzt?
Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Die Vorplanungen haben lange gedauert, und über den Winter zu bauen, sei nicht infrage gekommen, so Albert. Weil die Stadtwerke auch andere Baustellen zu bewerkstelligen haben und wegen der Rohrnetzberechnung fürs Wasser Zeit ins Land gestrichen ist, geht es erst jetzt los. Denn die betroffene Stelle ist laut Albert ein Dreh- und Angelpunkt für die Versorgung der Haushalte. Der Start sei aber bewusst gewählt, damit das Ende im Herbst realistisch ist – auch, weil die Sanierung der Bitzenstraße ansteht und die Stadtwerke vor deren Start mit den Arbeiten in der Innenstadt fertig sein wollten. „Das hätte sonst Chaos gegeben“, sagt Albert.
Wie verläuft die Umleitung für den Verkehr?
Wer in die Innenstadt oder nach Sausenheim will, muss Umwege in Kauf nehmen. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass diejenigen aus Richtung Asselheim über den Nord- und den Westring zur Sausenheimer Straße gelangen – und von dort aus weiter nach Sausenheim. In die Innenstadt, insbesondere zum Luitpoldplatz, kommen Autofahrer über die Poststraße.
Welche Folgen erwarten die Anwohner?
„Sie müssen mit Einschränkungen beim Parken und bei der Zufahrt rechnen“, sagt der Zweite Vorstandsvorsitzende, ergänzt aber: „Sie kommen immer ans Haus, nur nicht mit dem Auto.“ Alternative Parkempfehlungen gebe es seines Wissens nicht, doch allzu lange sollen die Anwohner nicht betroffen sein: Die Stadtwerke planen, in kleinen Etappen vorzugehen, sodass immer nur einzelne Häuser nicht angefahren werden können. Doch auch wenn Anwohner schnell wieder zu ihren Zufahrten mit dem Auto gelangen, bleiben die Abschnitte aufgrund der Verkehrssicherheit für Autos und Co. gesperrt.