Stadt Land Unfug RHEINPFALZ Plus Artikel Verwirrung um Radfahrer: Wo Erwachsene in Kleinkarlbach absteigen müssen

Nicht überall dürfen Fahrradfahrer in Kleinkarlbach fahren.
Nicht überall dürfen Fahrradfahrer in Kleinkarlbach fahren.

Wer darf wo in Kleinkarlbach Rad fahren? Eindeutig ist das nicht. Der Ortsgemeinderat hat darüber disktutiert – und Verwirrung gestiftet.

In Deutschland gibt’s für alles Regeln. Auch wenn die vielleicht nicht immer angeheftet sind, stehen sie irgendwo. Die wichtigsten kennen die Bürger ja: Rechts vor links, Miete zahlen, mit Kleidung aus dem Haus gehen und, nicht vergessen, die zehn Gebote sind auch wichtig. Für die etwas unbekannteren Regularien, die nicht jeder nachts um vier auswendig aufsagen kann, existieren Schilder – zumindest meistens, oder? In Kleinkarlbach stand das jetzt zur Debatte.

Bei der drehte es sich um den Fußweg am Eckbach. Wie Bürgermeister Daniel Krauß (SPD) informierte, sei das Fahrradfahren dort verboten. Lediglich Kinder bis zehn Jahre dürften dort fahren, Kinder bis acht Jahre auch mit einer volljährigen Begleitperson. Trotzdem seien dort regelmäßig Radler unterwegs, und das stört. Deshalb diskutierte das Gremium, ob nicht ein Schild mehr hilfreich sei, um auf das Verbot aufmerksam zu machen. Krauß’ Vorschlag: ein Schild, auf dem Radfahrer zum Absteigen aufgefordert werden. „Besser als nichts“, bekräftigte Johann Rogenwieser (WG Rogenwieser) Johannes Metzmann (SPD) sah das kritisch: „Es stehen doch genug Schilder dort.“ „Ja, aber ein Schild mehr macht den Bock nicht fett“, gab Rogenwieser direkt zurück.

Verbotsschild bringt falsche Botschaft rüber

Beigeordneter Karl Wilhelmy (FWG) hielt die Idee für unnütz: „Ich habe da noch keinen absteigen stehen, das bringt nichts.“ Und ein Verbotsschild wiederum suggeriere etwas Falsches, nämlich dass Radfahren für keinen erlaubt sei, und das stimme nicht. Rogenwieser blieb trotzdem beharrlich: „Aber was ist, wenn etwas passiert, dann steht nichts da, das ist ganz schlecht.“ Diesem Argument nahm Claus Potje (SPD) die Luft: „Die Rechtslage ist klar, auch ohne Schild.“ Und damit wären wir wieder bei der Sache mit den unglaublich vielen Regeln in Deutschland: Wer wie was darf, ist manchmal doch recht undurchsichtig.

Aber die Frage bleibt, ob ein Schilderwald da hilfreich ist oder alles nur schlimmer macht. Wenn Radfahrer nämlich erst anhalten und etliche Hinweise studieren müssen, um zu wissen, was sie dürfen, ist keinem geholfen. Wirklich weitergekommen ist der Gemeinderat aber auch nicht. Weil der Punkt erst unter „Anfragen und Mitteilungen“ kam, durfte das Gremium nicht abstimmen. Das heißt: Alles bleibt, wie’s ist. Und mal ehrlich, ein bisschen Willkür an manchen Stellen macht das Leben auch entspannter.

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