Altleiningen RHEINPFALZ Plus Artikel Tempo 30 auf Hauptstraße: So begründet das der Bürgermeister

Gibt es jetzt häufiger in Altleiningen: neue Tempo-30-Schilder in der Hauptstraße.
Gibt es jetzt häufiger in Altleiningen: neue Tempo-30-Schilder in der Hauptstraße.

In der Altleininger Hauptstraße gilt seit Kurzem Tempo 30. Damit endet ein jahrelanger Abstimmungsprozess. Neben viel Zustimmung gibt es auch Kritik im Netz.

In der Hauptstraße in Altleiningen gilt seit Ende April ein neues Tempolimit: Statt Tempo 50 müssen sich Autofahrer nun an 30 Kilometer pro Stunde halten. Neun Schilder mit entsprechendem Hinweis sind entlang der Straße aufgestellt worden. Laut Ortschef Benjamin Claus (FWG) gilt das Tempolimit ab Höhe der Hauptstraße 12 und verläuft von dort bis zur Hausnummer 76.

Über die nun stehenden Schilder ist er froh. Er erzählt, dass der Aufstellung ein langer Prozess vorausgegangen sei. Hintergrund ist, dass es sich bei der Altleininger Hauptstraße um eine Landesstraße handelt. Der Gemeinderat könne also nicht selbstständig über solche Schilder entscheiden, sondern müsse das mit den zuständigen Behörden klären. In diesem Fall sei das der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Worms.

Ortschef: „Hat lange gedauert“

Schon vor seiner Zeit als Bürgermeister sei die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Leiningerland auf das Vorhaben angesprochen worden. Die sollte Möglichkeiten prüfen, wie Tempo-30-Schilder aufgestellt werden könnten. Die Verkehrsbehörde beriet sich mit dem LBM, und heraus kam, dass zuerst ein Lärmschutzgutachten erstellt werden müsse. Das war 2023. Nachdem das erstellt und ausgewertet war, wurde angeordnet, dass die Schilder kommen können. Claus berichtet, dass die Hauptstraße vor allem im erwähnten Bereich sehr eng sei. Zudem sei die Straße doppelseitig bebaut – also es stehen zu beiden Seiten Häuser, sodass, laut Gutachten, es wohl zur Lärmbelastung für die Anwohner komme.

„Bis die Schilder dann kamen, dauerte es bis jetzt“, sagt Claus. Ob es im Straßenverlauf bisher Lärmbelastung gab, weiß Claus nicht. „Beschwerden habe ich deswegen keine bekommen.“ Für ihn galt von Anfang an auch ein anderer Grund als ausschlaggebend, die Schilder aufzustellen: die Verkehrssicherheit. „Viele Kinder benutzen die Hauptstraße als Schulweg“, sagt der Ortschef. Die örtliche Grundschule und der Kindergarten liegen nämlich direkt an der Straße. Deshalb habe er sich zum Schutz der Fußgänger, vor allem der Kinder, für Tempo 30 eingesetzt. „Es gibt in diesem Bereich keine ausgewiesenen Gehwege“, begründet Claus den Schritt.

Kritik auf Facebook

Und er täte gern noch mehr. Claus erzählt von der Idee, einen Zebrastreifen im Bereich der Hinkeläckerstraße in Richtung Hauptstraße anzulegen – auch das sei ein Schulweg. Nur: „Die Bürokratie ist zu hoch.“ Damit ein Zebrastreifen angelegt werden kann, müssten bestimmte Bedingungen erfüllt sein, teilt der Ortschef mit. Beispielsweise müsse es in diesem Bereich eine bestimmte Anzahl an Fußgängern und Autos geben, die die Straße an diesem Punkt nutzen oder überqueren. „Das ist stark reglementiert“, findet Claus. Er wünschte sich, dass es für solche sicherheitsrelevanten Projekte weniger Hürden gäbe.

Was die neuen Schilder angeht, habe sich die Kritik daran bisher in Grenzen gehalten. „Das Gros der Einwohner steht dem positiv gegenüber“, so Claus. Nur im Internet hätten manche ihr Missfallen ausgedrückt. Auf Facebook habe es kritische Kommentare gegeben. Das stört Claus aber nicht. Er wünscht, dass Fahrer sich an die neuen Regeln halten und kündigt an, dass die Verkehrsbehörde in Zukunft die Einhaltung der Regeln stärker kontrolliert wird.

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