Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel TC BW Hettenleidelheim wächst gegen den Trend

Die Teilnehmer am Schnupperprogramm des TC Blau-Weiß Hettenleidelheim.
Die Teilnehmer am Schnupperprogramm des TC Blau-Weiß Hettenleidelheim.

Beim TC BW Hettenleidelheim sorgen Schnupperkurse, Jugendprojekte und ein Zverev-Event für neuen Schwung. Auch in sportlicher Hinsicht läuft es rund.

Der TC Blau-Weiß Hettenleidelheim erlebt seit einiger Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung, die vielerorts für Aufmerksamkeit sorgt. Dank innovativer Konzepte und dem unermüdlichen Engagement der Verantwortlichen ist es gelungen, den Club in die Erfolgsspur zu lenken. Ein Indiz dafür ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen.

Beeindruckend ist, dass der TC erstmals in seiner Geschichte die Marke von 120 Mitgliedern überschritten habe, informierte Sportwart Wolfgang Roth. Vor der Coronapandemie seien es noch 80 Mitglieder gewesen. Bemerkenswert sei dieses Wachstum vor allem deshalb, weil das Interesse am Tennissport generell rückläufig sei, sich die Zahlen also entgegen dem Trend entwickeln. Gründe für dieses Wachstum seien gezielte Programme und Aktionen, erläuterte Roth. Ein starker Impuls sei vom Auftritt des ehemaligen Weltklasse-Tennisprofis Mischa Zverev ausgegangen, der mit seiner Eventtour im September vergangenen Jahres TC BW Hettenleidelheim gastierte und 350 Zuschauer auf die Anlage lockte.

Niedrigschwellige Angebote wichtig

Ein Paradebeispiel dafür, neue Mitglieder zu werben, ist das Schnupperprogramm, das Tennisneulingen die Möglichkeit bietet, ein halbes Jahr lang kostenlos mit professioneller Unterstützung durch Trainer erste Erfahrungen auf dem Platz zu sammeln. „Das Programm war ein voller Erfolg. Von den zehn Teilnehmern haben sich fünf inzwischen fest für eine Mitgliedschaft entschieden“, berichtete Wolfgang Roth. Dieser Erfolg zeige, wie wichtig niedrigschwellige Einstiegsangebote seien. Aufgrund der positiven Resonanz will der TC das Schnupperprogramm fortsetzen. „Besonders erfreulich ist, dass viele Teilnehmer auch während der Wintermonate ihre Begeisterung für den Sport beibehalten haben“, sagte Wolfgang Roth.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt zahlreicher Aktivitäten, die speziell auf diese Zielgruppe abgestimmt sind. Ab Mai will der TC ein umfassendes Sportangebot starten und die Kindertagesstätten und Grundschulen in Hettenleidelheim, Wattenheim, Altleiningen, Carlsberg und Ramsen besuchen. Ziel sei, bereits die Jüngsten an den Tennissport heranzuführen und sie für ein aktives Vereinsleben zu begeistern. Das Konzept habe das neue Mitglied in der Abteilungsleitung Anne Colp entwickelt. Dabei werde die neue Trainingsmethode Low-T-Ball vorgestellt. Low-T-Ball ist eine Spielform, bei der ein luftgefüllter Ball mit einem Tennisschläger nicht über sondern unter einem „Holznetz“ hindurch geschlagen wird. Verbunden ist der Besuch mit einer Einladung zum großen Tag der offenen Tür am 14. August.

Von Stiftungen unterstützt

Für die Umsetzung dieser Projekte konnte der TC auf die Unterstützung lokaler Stiftungen zählen. So ermöglichen die Bad Dürkheimer Kreisstiftung und die Schwalb-Stiftung die Anschaffung hochwertiger Trainingsmaterialien, die den Kindern und Jugendlichen beste Voraussetzungen bieten, um den Sport zu erlernen. „Wir setzen alles daran, der Jugend ein optimales Umfeld zu bieten, um ihre Begeisterung für Tennis zu wecken und zu fördern“, betonte Wolfgang Roth.

Auch in sportlicher Hinsicht kann der TC Blau-Weiß Hettenleidelheim mit beeindruckenden Leistungen aufwarten. In der Hallensaison schafften die Herren 50 der Verbleib in der Pfalzliga – die höchste Klasse die je in Hettenleidelheim im Winter gespielt worden ist. Und das auf dramatische Weise, denn im entscheidenden Duell mit dem TC Haßloch gelang trotz des noch glimpflich überstandenen Sturzes von Wolfgang Roth in die Staubschutzwand und der letztlich aber abgewehrten Matchbälle gegen das Hettrumer Doppel ein 5:1-Sieg.

Herren 30 sorgen für Novum

Ein weiterer Höhepunkt war der Aufstieg der Herren 30 in die A-Klasse – und das bei der gleichen Anzahl von Punkten, gewonnener Matches und Sätze wie der TC Glan-Münchweiler. „Das gab’s noch nie“, betonte Wolfgang Roth. Letztlich hätten neun gewonnene Spiele mehr den Ausschlag gegeben. „Kevin Liedtke hat hier mit der neue gegründeten Mannschaft enormes geleistet“, lobte der TC-Sportwart.

Bedauerlich sei, dass Andreas Seel aus gesundheitlichen Gründen die Abteilungsleitung abgeben musste. Ein Nachfolger soll am 14. April gewählt werden. „Er wird uns fehlen. Er hat die Kommunikation im Club nachhaltig in Richtung Inklusion aller Gruppen und Richtungen positiv verändert. Darauf kann die neue Abteilungsleitung sicherlich hervorragend aufbauen. Schade, dass er nicht länger diesen Weg weiterführen kann“, sagte Wolfgang Roth.

Die Herren 50 mit (von links): Thomas Varlemann, Matthias Hauss, Wolfgang Roth und Steffen Alleborn.
Die Herren 50 mit (von links): Thomas Varlemann, Matthias Hauss, Wolfgang Roth und Steffen Alleborn.
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