Grünstadt
So viele Wähler haben bei der ersten Jugendbeiratswahl abgestimmt
Die Vorbereitungen für die Gründungen haben mehr als ein Jahr gedauert, jetzt sind sie beendet: Seit dem 20. März gibt es in Grünstadt einen Jugendbeirat, der gegenüber der Stadtverwaltung und den Ratsmitgliedern die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertreten soll. Neun Mitglieder wurden für ein Jahr in das Gremium gewählt, das unter anderem Anträge zur Abstimmung durch den Stadtrat stellen kann.
Der Beigeordnete Christoph Zaremba (FDP) lobte bei der Wahlveranstaltung im Weinstraßen-Center das Engagement der Jugendlichen: Die gewählten Mitglieder hätten schon im Vorfeld Rats- und Ausschusssitzungen besucht, um einen Eindruck von der Kommunalpolitik zu bekommen. Auch sei mit „Young Voice Grünstadt“ zuvor bereits eine Gruppe gegründet worden, die Themen für den Jugendbeirat gesammelt und Vorarbeit geleistet habe.
Dennoch blieben am Donnerstag im Weinstraßen-Center viele Sitze im Saal unbesetzt. Gerade einmal 13 Jugendliche wählten mit – ein Bruchteil der 1548 stimmberechtigten Grünstadter zwischen 14 und 24 Jahren, die im Wählerverzeichnis stehen. „Wir hätten uns schon mehr erhofft“, räumte Zaremba ein. Auch Jürgen Bracht, Abteilungsleiter der Ordnungs- und Sozialabteilung, zeigte sich doch etwas enttäuscht von der geringen Beteiligung. Gleichzeitig gab er aber zu bedenken: „Viele Jugendlichen werden den Beirat vermutlich erst richtig wahrnehmen, wenn er in Erscheinung tritt.“
Schüler aus Bockenheim darf mitmischen
Eine Besonderheit in Grünstadt: Auch Nicht-Grünstadter dürfen beim Jugendbeirat mitmachen. So kommt eines der neun gewählten Mitglieder aus einer Umlandgemeinde: der Bockenheimer Tim Krapp. „Ich habe viele Freunde in Grünstadt und bin natürlich daran interessiert, dass die Stadt etwas für alle Jugendlichen, die hier wohnen und noch wohnen werden, bietet“, sagte der Schüler, der derzeit die zwölfte Klasse der Integrierten Gesamtschule in Grünstadt besucht. Das wichtigste Thema für die Jugendlichen sei die Aufenthaltsqualität. Dabei spiele auch das Sicherheitsgefühl eine Rolle, so Krapp: „Ich kenne viele, die den Bahnhof und den Peterspark bewusst meiden.“
Damiano Becchi, der als Vorsitzender der „Young Voice Grünstadt“ auch in den Jugendbeirat gewählt wurde, nannte weitere Themen. Gewünscht werde unter anderem die Einrichtung eines neuen Lernorts in der Stadtbücherei und eines weiteren Spielplatzes für Kinder. Auch bei der demokratischen Bildung wolle der Jugendbeirat aktiv werden, kündigte Becchi an. Beispielsweise sei bereits eine Podiumsdiskussion mit den beiden Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Grünstadt geplant, die am 23. Mai um 18 Uhr im Weinstraßen-Center stattfinden soll.
Bracht merkte zudem an, dass die Jugendlichen im Beirat auch eigene Aktionen und Veranstaltungen auf die Beine stellen können. 1000 Euro hat die Stadtverwaltung nach der Zustimmung durch den Stadtrat dafür zur Verfügung gestellt. Wer der Vorsitzende des Jugendbeirats ist, steht übrigens noch nicht fest: Das entscheidet sich erst am 10. April bei der konstituierenden Sitzung des Gremiums im Weinstraßen-Center.
Die gewählten Mitglieder
Fiete Baaden, Niklas Hofrath, Tim Krapp, Sebastian Linz, Amelie Maleskic, Benedict Michel, Julian Schreiner, Emmi Steinmetz, Damiano Vecchi.