Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel So jung wie sonst keiner: 22-jähriger jetzt Chef bei PWV-Ortsgruppe

Joshua Boy ist neuer Vorsitzender des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins.
Joshua Boy ist neuer Vorsitzender des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins.

Mit 22 Jahren übernimmt Joshua Boy den Vorsitz des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins – und verrät, mit welchem Trick er Ehrenamt und Beruf vereint.

Das dürfte einmalig sein, sagte ein Vereinsvertreter bei der Jahreshauptversammlung des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins (PWV). Dort haben die Mitglieder Joshua Boy zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Donald Siebecker gewählt. Der 22-Jährigen ist nun nach Vereinsangaben der jüngste Vorsitzende unter allen 178 im PW-Hauptverein zusammengeschlossenen Ortsgruppen. Der Altersdurchschnitt des neuen Eisenberger Vorstands liegt bei rund 40 Jahren.

Wie er zum Amt gekommen ist, beschreibt Joshua Boy so: „Da sich sonst niemand für eine Kandidatur bereiterklärte, wurde ich gefragt. Und nach langem Nachdenken habe ich letztlich zugesagt.“

Neuer Vorsitzender: „Steht auf Bierdeckel“

Es sei heutzutage gar nicht mehr so einfach, Mitglieder für Ämter im Verein zu begeistern, berichtet Boy. Schade wäre es aber, wenn sich niemand mehr dafür fände. In der Ortsgruppe ist der neue Vorsitzende kein Unbekannter, denn im Alter von zwölf Jahren führte er seine erste Wanderung durch, und mit 16 war er schon Wanderwart der Ortsgruppe. Bei diesen geführten Wanderungen werden für geschichtsinteressierte Teilnehmer immer wieder historische Aspekte aufgegriffen. Auf diese geführten Wanderungen will Joshua Boy künftig wieder mehr Wert legen. Denn in der Vergangenheit seien sie wegen geringer Teilnehmeranzahl etwas „eingeschlafen“ gewesen.

Mit dem Schriftführer Elimar Mielke: der bisherige Vereinschef Donald Siebecker.
Mit dem Schriftführer Elimar Mielke: der bisherige Vereinschef Donald Siebecker.

Aber nicht nur der neue Vorsitzende gehört der jüngeren Generation im Verein an. Er hat auch noch weitere „junge Wilde“ – sie waren wie er bei den ehemaligen Kerweborsch aktiv – zur Mitarbeit animiert und in die Ortsgruppe geholt. „Das haben wir so beschlossen und auch schriftlich dokumentiert – auf einem Bierdeckel“, erzählt Boy.

Erfahrungen gesammelt

Zwei dieser Engagierten haben sich spontan bereiterklärt, dem neuen Vorsitzenden im Vorstand als Hütten- und Wanderwarte zur Seite zu stehen. Boys Hoffnung ist, dass dieses Engagement Vorbildcharakter auch für andere Vereine hat. Von denen hätten manche mit extremen Nachwuchssorgen zu kämpfen.

Dass die Arbeit an der Vereinsspitze Zeit in Anspruch nimmt, weiß Boy. Er ist sicher, dass er seine Aufgabe neben seiner beruflichen Tätigkeit als Sachbearbeiter bei der Verbandsgemeinde Eisenberg bewältigen kann. Seinen Brotjob sehe er sogar als Vorteil: eben, da ein Vereinsvorsitzender zunehmend auch mit „bürokratischer Schreibtischarbeit“ zu tun habe. Aber damit nicht genug.

Mehr Mitglieder

Neben Beruf und neuem Amt ist der geschichtlich interessierte Boy auch im Grünstadter Altertumsverein, wo er gelegentlich Museumsführungen macht. Außerdem engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auf die Frage, wie er all das unter einen Hut bringt, antwortet Boy ohne nachzudenken: „Alles nur eine Sache der Organisation.“ Die scheint er im Griff zu haben, wenn er als Beleg anführt, dass auch seine Freundin nicht zu kurz komme. Insgesamt sieht Joshua Boy seine ehrenamtlichen „Jobs“ als Beitrag für das gesellschaftliche und kulturelle Leben.

Die Hütte des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins: das Waldhaus am Schwefelbrunnen
Die Hütte des Eisenberger Pfälzerwald-Vereins: das Waldhaus am Schwefelbrunnen

In seinem Jahresbericht äußerte der scheidende Vorsitzende Donald Siebecker Freude über den kontinuierlichen Mitgliederzuwachs in den vergangenen Jahren. Waren es vor vier Jahren noch rund 180 Mitglieder, wurden am Jahresende 2025 bereits 240 Pfälzer-Wäldler in der Ortsgruppe gezählt. Rund 20.000 Euro habe die Ortsgruppe im vergangenen Jahr in das Waldhaus am Schwefelbrunnen investiert. Unter anderem wurde die Fassade erneuert, ein behindertengerechter Zugang gemacht und der Innenraum gestrichen. Im laufenden Jahr stehen weitere Sanierungsarbeiten an. Auch neue Wanderungen soll es geben, genau wie Essensangebote.

Mit Urkunde und Weinpräsent wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft Antonie Joos geehrt. Sie habe über Jahrzehnte ihr Wissen in der Küche des Waldhauses zum leiblichen Wohl der Gäste eingebracht, sagte Siebecker in seiner Laudatio.

Gewählt

Erster Vorsitzender: Joshua Boy; Zweiter Vorsitzender: Andreas Sawinski; Schriftführer: Elimar Mielke; Kassenwart: Donald Siebecker; Hüttenwarte: Lukas Obenauer, Jörg Herrmann; Wegewart: Peter Schlemmer; Wanderwart: Philipp Kudell.

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