Sausenheim / Grünstadt
Schutz vor Regenflut: Auffangbecken in Sausenheim soll erweitert werden
Um Regenwasser abzufangen, bevor es Probleme macht, gibt es in Sausenheim ein Regenrückhaltebecken. Es ist für ein 50-jähriges Regenereignis ausgelegt – also für starken Regen, der statistisch gesehen nur einmal in 50 Jahren auftritt. In Sausenheim kann so etwas gefährlich werden, da der Ort in Hanglage liegt. Bei starkem Regen könnten sich also Sturzbäche bilden, die über Weinberge und Wirtschaftswege in die bewohnten Gebiete hineinlaufen.
Das Regenrückhaltebecken zwischen Grundschule und Sportplatz soll das verhindern. Unterirdische Rohre transportieren dort das Wasser in das Becken. Zwei Notabläufe sorgen dafür, dass es nicht zu voll wird: ein Ablauf unten – der sogenannte Drosselabfluss – und einer im Norden, die HW-Entlastung. Der Drosselabfluss lässt das Wasser nur langsam weiterfließen, damit das daran anschließende Kanalsystem nicht überlastet wird. Steigt der Pegel dennoch, öffnet sich der Abfluss im Norden. Dieser leitet das Wasser auf das Feld zwischen Kinderspielplatz und Sportfeld. In der Folge könnte das Wasser dort ins Wohngebiet fließen und Häuser fluten.
Zwei Varianten im Fokus
Darüber informierte Anja Berberich, Bautechnikerin vom Planungsbüro Obermeyer (Kaiserslautern), die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Stadtplanung, Umweltschutz und Landschaftspflege anhand einer Karte. Vor allem Wasser von den Außenbereichen, etwa von der Autobahn, komme zusätzlich im Becken an. „Es kommt mehr als geplant“, so die Expertin. Auf diese Mengen sei das Becken nicht vorbereitet und müsse erweitert werden. Das ist auch laut dem Grünstadter Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept so vorgesehen. Demnach ist ein Neubau wichtig, um das Kanalsystem zu stabilisieren.
Neben dem bestehenden Becken gibt es eine freie Fläche. Die soll nun für eine Erweiterung genutzt werden. Wie das ablaufen kann, dazu zeigte Berberich im Ausschuss zwei Varianten. In der ersten wird ein zweites Becken angelegt, das durch einen Erddamm vom ersten getrennt ist. Lediglich ein Rohr sorgt für eine Verbindung zwischen beiden Bereichen. Im Einsatz soll sich das Wasser dann auf beide Becken verteilen. Die zweite Variante sieht vor, das bestehende Becken so auszubauen, dass ein einziges großes Becken entsteht. Ein Mitteldamm entfällt dabei. Nachteil der ersten Variante wäre unter anderem, dass der Damm regelmäßig gewartet werden müsste. Zudem besteht die Gefahr, dass Tiere Löcher in den Damm graben und ihn dadurch schwächen. Nachteil der zweiten Variante wäre, dass Bäume und Pflanzen beim Anlegen entfernt werden müssten. Laut Planungsbüro könnten die Beckenränder allerdings neu bepflanzt werden.
Dritter Vorschlag gemacht
Was die Kosten angeht, nehmen sich beide Lösungen wenig, so Berberich: Rund 1,3 Millionen Euro wären pro Variante fällig. Ein Teil davon könnte durch Fördermittel gedeckt werden, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung.
Zusätzlich brachte die Grünen-Fraktion im Ausschuss eine dritte Variante ins Spiel. Diese sieht vor, den Damm zwischen erstem und zweitem Becken bestehen zu lassen, jedoch mit einer größeren Öffnung in der Mitte. So wäre eine bessere Verbindung hergestellt, während die Vegetation entlang der Dammböschungen großteils erhalten bleiben könnte. Die Stadtverwaltung kündigte an, diesen Vorschlag bis zur nächsten Stadtratssitzung zu prüfen.