Grünstadt Schmuck und Eierwärmer
Am Freitagabend hatte die Carlsberger Kindertagesstätte „Spatzennest“ zum zweiten Mal einen besonderen Basar unter dem Motto „Frauentausch – der Secondhand- und Künstlermarkt von Frau zu Frau“ auf die Beine gestellt. Sechs Aussteller präsentieren ihre Waren und Dienstleistungen, in zwei Gruppenräumen finden sich gebrauchte Kommissionsartikel, es locken ein großes Buffet, eine Cocktailbar und Musik. Die Resonanz lässt aber zu wünschen übrig.
„Im vergangenen Jahr war es proppenvoll“, blickt Nicole Kief auf die Premiere der kreativen Veranstaltung zurück. Die Glasperlendreherin aus Hertlingshausen, die nach Anmeldung besucht werden kann, hat auf ihrem Tisch dekorative Accessoires ausgebreitet. Beispielsweise offeriert sie Stahlringe mit einem Gewinde auf der Oberseite, auf die sich bunte Glaskunstwerke schrauben lassen. Schmuck hat Martina Noll schon als 15-Jährige kreiert. Inzwischen konzentriert sie sich mehr auf Mode, die sie bei ausgesuchten Herstellern ordert. „Die Firmen liefern an Boutiquen in Hamburg und München sowie nach Hertlingshausen“, zeigt sie sich stolz auf ihren 100-Quadratmeter-Showroom mit Kleidung und Accessoires. Am „Frauentausch“ beteiligt sie sich das zweite Mal. So wie auch Wellnesstherapeutin Monika Merz. Sie hat ihre mobile Liege für Massagen mitgebracht, mit der sie auch Hausbesuche macht. Honig, heiße Steine, Johanniskrautöl und Seidenpapier sind einige der Zutaten für die wohltuenden Anwendungen. Doch während beim ersten „Frauentausch“ etwa ein halbes Dutzend Besucherinnen bei der Carlsbergerin Entspannung suchten, hat sie diesmal lediglich ein paar Flyer abgeben können. „Vielleicht gibt es heute zu viele Konkurrenzveranstaltungen oder es liegt an der Grippewelle“, sucht „Spatzennest“-Leiterin Mandy Giemsa Gründe für den geringen Zuspruch. Sie selbst mixt allerdings im Akkord Cocktails. Auch das von Kollegen und Eltern reichhaltig bestückte Tapas-Buffet muss permanent wieder aufgefüllt werden. An den Bistrotischen in einem Raum mit Schummerlicht, in dem DJ Paul aus Worms flotte Musik auflegt, genießen einige Frauen die Köstlichkeiten. Dürfen – außer dem DJ – auch Männer vorbeischauen? „Klar, aber Männer kommen nicht“, sagt Giemsa lachend. Das Angebot an den Verkaufsständen ist auch eher auf weibliches Publikum abgestimmt. Selbst das vom einzigen männlichen Aussteller, Philipp Farago, der in Hettenleidelheim die katholische Bücherei leitet. Er hat Tupperware dabei und wirbt für eine Krimilesung am 28. April mit Gina Greifenstein – bei der es übrigens auch Tapas geben wird. Die Verbindung von Sarah Schimmel und Joana Kretschmer aus Mannheim zum „Spatzennest“ ist eine dort gemeinsam verbrachte Kindergartenzeit. Sie offerieren selbst genähte Soffunikate wie Blumenstecker, Eierwärmer und bestickte Handytaschen. Nudel-Sträuße, Gewürze und besondere Bonbons wollen Manuela Hase und Tanja Stelzer aus dem Ramosa-Markt in Ramsen an die Frau bringen. Zehn Prozent der Erlöse der Standbetreiber und die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken fließen dem Förderverein der Kita zu. Bei der Premiere seien knapp 1000 Euro zusammengekommen, am Freitag etwa die Hälfte, wie Mandy Giemsa mitteilt. Für ihre weit mehr als 20 Helfer möchte die Kita-Leiterin am 20. März kochen: „Es ist schön, dass es so viele Eltern und Kollegen gibt, die Zeit investieren, um etwas für unsere Kinder zu ermöglichen.“ Auf die Frage, wie der Name „Frauentausch“, der auch falsch verstanden werden könnte, zustande kam, sagt sie schmunzelnd: „Wir wollten einen Titel finden, den man zweimal lesen muss.“