Sausenheim
Sausenheimer Spezial-Problem: Wohin mit dem Geld?
Seit 1969 ist Sausenheim ein Teil Grünstadts, aber ein wenig Eigenständigkeit hat sich das Quartier südlich der Autobahn bewahrt: So wie sein nördliches Gegenstück Asselheim ist es ein eigener Ortsbezirk, hat daher einen eigenen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat. Diese Gremium muss von der Stadt gefragt werden, wenn wichtige Entscheidungen anstehen und die Belange des Dorfs betroffen sind. Was der Beirat dann leisten soll, umschreibt die rheinland-pfälzische Gemeindeordnung mit drei Worten: „Beratung, Anregung und Mitgestaltung“.
1000 Euro bereitgestellt
Das bedeutet allerdings auch: Die eigentliche Entscheidungsgewalt hat am Ende trotzdem der Stadtrat. Die sieben von den Sausenheimern gewählten Beirats-Mitglieder dürfen lediglich die Haltung ihres Bezirks kundtun. Und von sich aus Dinge angehen konnten sie bislang auch nicht. Denn sie hatten kein Geld, das sie für eigene Projekte hätten ausgeben können. 2025 allerdings hat sich das geändert: Da hat die Stadt den Ortsbeiräten erstmals ein Budget von jeweils 1000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon ausgegeben haben die Sausenheimer bislang etwa 450 Euro.
Investiert worden ist dieser Betrag in Roll-Untersetzer für einen Flügel, Ortsvorsteher Sascha Schwalb (SPD) erklärt: Das Instrument gehört dem Männergesangverein und steht in der Alten Schule. Sie dient jetzt als Ersatz fürs Dorfgemeinschaftshaus im Zentrum. Das gehörte dem TuS. Doch der hätte sich die anstehende Gebäudesanierung nicht leisten können und hat es daher verkauft. Im einstigen Klassenzimmer wiederum muss das Instrument immer wieder zur Seite geschoben werden, wenn für Veranstaltungen mehr Sitzplätze gebraucht werden.
Gut 500 Euro übrig
Mit den Untersetzern geht das Schwalb zufolge, ohne dass an Boden oder Klavier Schäden entstehen. Doch trotz der materialschonenden Investition sind fürs laufende Jahr noch gut 500 Euro übrig. Der Ortsvorsteher hat dem Beirat daher nun vorgeschlagen, einen Teil des Geldes für einen Sausenheimer Neubürgerempfang einzuplanen und dabei die Vereine mit ins Boot zu holen. Seiner Recherche nach zögen jährlich rund 30 bis 50 Menschen ins Dorf, so eine Zusammenkunft fürs gegenseitige Kennenlernen und zum Austausch würde sich demnach lohnen.
Lob für diesen Vorschlag kam von Schwalbs Parteifreund Daniel Gölbert (SPD), beschlossen ist aber noch nichts. Weil 2025 schon fast vergangen ist, soll der Budget-Rest zunächst ins nächste Jahr übertragen werden. Dann bliebe genügend Zeit, um sich in Ruhe Gedanken zu machen. Denn der Beirat will auch noch ausdiskutieren, ob er finanzielle Mittel alljährlich für den gleichen Zweck ausgeben oder von Jahr zu Jahr neu entscheiden will. Zuerst aber muss geklärt werden, ob der übrige Betrag überhaupt aufgehoben werden darf oder bis Silvester ausgegeben sein muss.