Sausenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Riesenmulde für Hochwasserschutz: So viel Erde muss weg

Ist Experten zufolge viel zu klein: das Sausenheimer Regenrückhaltebecken.
Ist Experten zufolge viel zu klein: das Sausenheimer Regenrückhaltebecken.

Das Sausenheimer Flut-Becken soll doppelt so groß werden wie bislang. Also muss kräftig gebaggert werden. Mit wie vielen Lastwagen-Fuhren der Bürgermeister rechnet.

Bei Unwettern schwebt Sausenheim wegen seiner Lage zwischen Haardtrand und Rhein-Ebene in besonderer Flutgefahr: Über die Wirtschaftswege könnte Wasser bis in bebaute Areale hineinfließen. Verhindern soll das ein Rückhaltebecken zwischen Grundschule und Sportplatz. Doch das gilt mittlerweile als deutlich zu klein. Käme zu viel Regen auf einmal herunter, müssten die Wassermassen daher durch einen Abfluss im Norden herausströmen: zunächst auf ein Feld, dann aber auch ins Wohngebiet.

Mit oder ohne Damm?

Also soll das Becken nun erweitert werden, und dafür präsentierten Planer der Stadt Grünstadt zunächst zwei mögliche Varianten: In der ersten würde neben der vorhandenen Mulde eine neue angelegt, nur ein Rohr würde beide miteinander verbinden. Denn zwischen ihnen würde ein Erddamm belassen. So könnten Bäume stehenbleiben, die in diesem Bereich wachsen. Aber der Wall müsste auch gepflegt werden. Und dieser Aufwand würde entfallen, wenn einfach ein einziges Groß-Becken angelegt wird.

Aber dafür müsste dann eben mehr Gehölz weichen. Die Grünstadter Grünen brachten daher bei einer Sitzung zu Jahresbeginn einen Kompromissvorschlag ein, den die Planer anschließend aufgegriffen haben und den der Rat nun beschlossen hat. Demnach darf die gewachsene Vegetation auf einem Rumpf-Damm weiterleben, zum Teil wird die Barriere zwischen den Mulden aber doch weggebaggert. Es entsteht also ein einziges Becken, das vom Erdwall nur zum Teil durchschnitten wird.

Erde fürs Rudolf-Harbig-Stadion

Ein bisschen dafür gebaggert wird voraussichtlich noch in diesem Jahr. Die Verwaltung will 1000 Kubikmeter Erde ins Rudolf-Harbig-Stadion karren lassen, um dort einen neuen Pumptrack anzulegen. Solche Hindernis-Parcours bewältigen die Nutzer vor allem mit Mountainbikes oder BMX-Rädern möglichst, ohne in die Pedale zu treten: Ihr Ziel ist es, das für ihre Sportart ausgelegte Geländeprofil auszunutzen und auf den Fußstützen stehend durch pumpende Körperbewegungen voranzukommen.

Die Hauptarbeiten in Sausenheim stehen dann frühestens 2027 an, und die werden gewaltige Dimensionen haben. Denn bislang kann das Becken gut 15.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, für den verbesserten Schutz soll seine Kapazität in etwa verdoppelt werden. Laut Bürgermeister Mimmo Scarmato (CDU) müssen dafür bis zu 20.000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Das entspricht dem Fassungsvermögen von acht Olympia-Schwimmbecken oder mehr als 100.000 Badewannen-Füllungen.

Für den Abtransport bedeutet das nach Verwaltungsschätzung: Aus Sausenheim müssen etwa 1000 Lastwagen-Fuhren Boden weggebracht werden.

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