Grünstadt
Podiumsdiskussion: Pöbelei der AfD-Anhänger zeigt Doppelmoral
Einer der liebsten Vorwürfe von AfD-Anhängern ist, sie dürften nicht mehr sagen, was sie wollten – in einem Land, in dessen Grundgesetz die Meinungsfreiheit sehr weit vorne steht. Klar hat sie Grenzen, aber die greifen unter anderem dann, wenn es um die Menschenwürde geht, Artikel 1. Deshalb ist es umso spannender, was bei einer Podiumsdiskussion der Direktkandidaten des Wahlkreises Bad Dürkheim am Mittwochabend in Grünstadt passiert ist.
Fakten leugnend ins Wort gefallen
Immer wieder pöbelten Zuschauer herum, wenn die Kandidaten der politischen Mitte am Mikrofon waren – aufgrund der Zwischenrufe offensichtlich Anhänger der AfD, teils mit Parteifunktion, teils ohne. Es wurde Stimmung gemacht, sie leugneten Fakten oder äußerten Pauschalkritik, fielen Rednern ins Wort. Beim AfD-Kandidaten Philipp Pogoda wiederum, der sich auf dem Podium korrekt verhalten hat, gab es während seiner Redebeiträge keinen einzigen Zwischenruf.
Das zeigt die Doppelmoral vieler AfD-Anhänger auf, die zu dem gehört, was die Partei in ihrem Kern ausmacht: Forderungen stellen, sie aber selbst nicht einhalten. Wäre die Meinungsfreiheit so wichtig, würden sie sie selbst gewähren. Deshalb sagt dieses Verhalten sehr viel über diejenigen aus, die es an den Tag gelegt haben – ein ehrlicher Moment für die AfD und dabei ein ziemlich beschämender.
