Kirchheim
Photovoltaik-Park an der A6: Warum er hier besonders umstritten ist
Auf einem circa 10,3 Hektar großen Areal im Norden der Gemarkung Kirchheim plant die Firma Prokon Regenerative Energien eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage. Sie soll eine Gesamtspitzenleistung von rund acht Megawatt-peak haben und auf Gelände errichtet werden, das bislang intensiv ackerbaulich genutzt wird. Vonseiten der Regionalplanung steht dem Vorhaben bislang aber entgegen, dass die Fläche Teil eines Grünzugs und als Vorranggebiet für die Landwirtschaft eingestuft ist.
Die Böden an diesem Standort sind hochwertig. Der Verband Region Rhein-Neckar hat das Areal deshalb nicht als Vorbehaltsgebiet für einen Solarpark ausgewiesen. Durch ein Zielabweichungsverfahren kann es aber zu einem Sonderbereich für eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage werden. Der Ortsgemeinderat sollte diesem Ansatz laut Beschlussvorschlag in seiner jüngsten Sitzung zustimmen und die Errichtung der Kollektoren befürworten. Schließlich stehen sie im 200-Meter-Korridor neben der A6, in dem der Bau von Sonnenstrom-Anlagen besonders leicht möglich sein soll.
Etliche Mandatsträger äußern sich kritisch
„Die hohe Ertragsmesszahl des Ackerbodens mit einem Wert von mehr als 80 spricht dagegen“, sagte Uwe Neunzling (FWG). Christdemokrat Jörg Mühlmichel schlug in dieselbe Kerbe. „Das wäre der falsche Platz für so eine Anlage. Wir in Deutschland sind nicht in der Lage, unsere Bevölkerung mit Nahrung selbst zu versorgen“, wies er darauf hin, dass das Feld besser der Produktion von Lebensmitteln vorbehalten bleiben sollte.
Ansgar Galler (FWG) zweifelte an, dass die Ackerfläche nach Rückbau der Photovoltaik-Module in 20 bis 25 Jahren wirklich noch für die Landwirtschaft geeignet sei. Er mahnte an, die zahlreichen Dächer und Industrieflächen in der Bundesrepublik viel stärker für die Erzeugung von Sonnenstrom zu nutzen. Bei aller Kritik hat der Rat schließlich mehrheitlich dem Bau des Solarparks zugestimmt.