Grünstadt Offener Brief von Klaus Linska an die BASF

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Sehr geehrter Herr Dr. Bock! Sehr geehrte Damen und Herren! Mit großer Betroffenheit habe ich von dem schrecklichen Unglück über den Nachrichtensender N 24 erfahren und war und bin immer noch sehr erschrocken. Aus heutiger Sicht gibt es Grund anzunehmen, dass sich die anfängliche Vermutung bestätigt, dass Ursache des Unglücks menschliches Fehlverhalten war. Die in der Rheinpfalz veröffentlichten Leserbriefe auch von früheren Führungskräften der BASF weisen alle darauf hin, dass die Quelle letztlich in der auch aus meiner Sicht falschen Geschäftspolitik ist, der die BASF nun auch immer stärker folgt. Was viele vergleichbare Unternehmen seit Jahren praktizieren, hat nun auch die BASF praktiziert und deren zu erwartenten Konsequenzen hat nun leider auch unsere „Anilin“ getroffen. In Ihren Ausführungen in der Sonderausgabe der BASF information versprechen Sie, dass Lehren aus diesem Unglück getroffen werden und dass Sicherheit immer Vorrang bei der BASF habe. Dabei können Sie auf die Unterstützung aller, der MitarbeiterInnen und der Öffentlichkeit setzen. Um dies auch wieder zu erreichen, wünsche ich Ihnen und dem Unternehmen den Mut und die Kraft sich der Aktionärs- und Kapitalmacht zu widersetzen und den Kurs der BASF wieder zurückzudrehen auf die erfolgreiche Firmenphilosophie der früheren Jahre, in der nicht über Mitarbeiterbedeutung gesprochen sondern auch entsprechend gehandelt wurde - der Mensch muss Schwerpunkt aller wirtschaftlichen Aktivitäten sein, nicht das Kapital. Gefährliche risikoreiche Prozesse gehören nicht in fremde Hand sondern liegen in der Produktverantwortung der Herstellerfirma und in den Händen der eigenen Mitarbeiter. Mir ist bewusst, dass diese Aussagen nicht auf den uneingeschränkten Applaus der Aktionäre und einiger, auf kurzfristige Erfolge getrimmten Wirtschaftsverantwortlichen stößt,  aber Geld und Profit dürfen, darf nicht immer mehr Macht in unserer Gesellschaft erlangen sondern gehören auf ihre wesentliche Bedeutung – dem Menschen zu dienen zurückgeführt. Diese Ausführungen Ihres früheren Mitarbeiters haben den Sinn, Ihnen die nötige Unterstützung für den besprochenen Kurswechsel zu geben. Ich wünsche Ihnen viel Kraft bei der Bewältigung Ihrer Aufgabe Ihr Klaus Linska

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