Grünstadt Neuer Hoffnungsträger für Breite Straße
„Wir verbinden Arbeiten, Entertainment und Shopping“, verspricht Ömer Nohut für das Quadrat K1. Kunden und Anwohnern präsentiere sich gleich ein ganzes „Lifestyle-Zentrum“. Handel und Gastronomie in dem rundum sanierten Gebäude sollen am 13. September eröffnen, die übrigen Mieter wie das Cinema Quadrat sollen „im vierten Quartal 2019“ folgen. „Das Karree Mannheim verbindet Lifestyle mit Shopping und New York“, lautet die Eigenwerbung. Mit einem Investitionsvolumen von ungefähr 40 Millionen Euro handelt es sich um eines der größten innerstädtischen Bauvorhaben der letzten Jahre. Eine Mischung aus nationalen Größen, aber auch internationalen – vor allem türkischstämmigen – Marken sollen das Haus am Neckartor mit Leben füllen. Ankermieter ist dabei ein Aldi – der dritte in den Quadraten und 13. seiner Art in Mannheim. Im künftigen Discountermarkt und im Fitness-Studio John Reed ist der Innenausbau schon vorangeschritten. Im Cinema Quadrat fehlt noch der Estrich. Optimistisch sind trotzdem alle am Projekt Beteiligten, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. „Wir haben zum Start eine Mietauslastung von 100 Prozent“, jubelt Nohut, geschäftsführender Vorstand der K1 Karree Verwaltungs GmbH. „Normalerweise sind wir Eigentümer unserer Immobilien, aber wir sind froh, in dieser Lage Mieter sein zu dürfen“, sagt Aldi-Prokurist Nils Reimann. „Wir sind jetzt erst wirklich in den Quadraten und können unsere Leinwandfläche von 13,5 auf über 30 Quadratmeter mehr als verdoppeln“, ergänzt Peter Bär, Geschäftsführer von Cinema Quadrat. Und auch die internationalen Repräsentanten zeigen sich von Mannheim überzeugt. „Wir haben in der Türkei treue Kunden, die in Deutschland leben, deshalb ist der Schritt nach Deutschland für uns logisch“, so Kamer Atasay für die Juwelierkette, die seit 82 Jahren in den Händen seiner Familie ist. Mannheim sei dabei ein Sprungbrett. „Wir wollen in den nächsten fünf Jahren 60 Geschäfte innerhalb von Europa eröffnen.“ Auch die Gastronomiekette „Q Food“, die bislang vor allem in der Türkei und dem mittleren Osten zu Hause ist, eröffnet in K 1. „Wir sind hier mit unserer Marke „HuQQabaz“ vertreten“, sagt Mitbegründer Ahmet Uras. Man bringe eine herkömmliche Shisha-Bar auf ein höheres Level, so die Selbsteinschätzung. „Wir sind deutlich breiter aufgestellt, haben alles – vom türkischen Frühstück bis zum Abendessen. Shisha ist einfach nur ein Punkt auf unserer Karte.“ Und mit dem „Espressolab“ kommt die experimentierfreudigste Coffee-Shop-Kette der Türkei in die Quadrate. „Mein eigenes Unternehmen ist zwar erst fünf Jahre alt, aber in der Familie blicken wir auf eine Kaffee-Erfahrung von 130 Jahren zurück“, sagte Gründer Esat Kocadag. Mittlerweile ist er mit 48 Shops in sieben Ländern vertreten. Deutschland ist bereits dabei. „Nürnberg hat uns schon wahrgenommen und akzeptiert. Ich hoffe, das wird auch in Mannheim so sein.“ Die Berliner Fitnesskette John Reed mit ihrer Mischung aus Training und Musik, die Drogeriekette Rossmann und das Bürounternehmen WorkRepublic vervollständigen das Angebot. Dabei werde gerade durch das Münchner Business Center eine erkennbare Überarbeitung des eigenen Konzepts deutlich, räumt Nohut ein: „Ursprünglich hatten wir Einzelhandel angedacht, aber davon sind wir während der Bauphase hin zu einer Büronutzung abgekommen, erklärt er mit Blick auf eine Teilfläche der insgesamt rund 11.000 Quadratmeter. Überhaupt habe sich der gesamte Bau verzögert, konnte der ursprünglich für das Frühjahr angedachte Eröffnungstermin nicht gehalten werden. „Wir hatten eine Verzögerung bei den Fassadenarbeiten ganz am Anfang.“ Diese sechs Monate habe man bis zum Schluss nicht wieder aufgeholt. „Aber jetzt freuen wir uns auf die Eröffnung“, sagt er stellvertretend für alle Investoren und Mieter.