Sausenheim
Neue Begegnungsstätte: Hier kommen die Vereine jetzt unter
Im Inneren sind viele Wände kahl. Staub hat sich in den Ecken angesammelt und die Holzstufen ins nächste Stockwerk knirschen. Dennoch ist Ortsvorsteher Sascha Schwalb froh über den Glücksfall: In der Sausenheimer Alten Schule können nun zwei Vereine, der Ortsbeirat und die Bauern- und Winzerschaft Grünstadt-Sausenheim-Burgenland ihre Veranstaltungen machen. Das ehemalige Schulgebäude folgt damit auf das Dorfgemeinschaftshaus in der Rathausstraße, das vergangenes Jahr wegen Mängeln verkauft werden musste.
Im Erdgeschoss der Alten Schule gibt es einen großen Raum. Früher wurden dort Schüler unterrichtet – bis zum Jahr 1976, als der Betrieb endete. Seit Monatsbeginn trifft sich dort nun der Sausenheimer Männergesangsverein „Liederkranz 1846“ (MVG). Alte Tische und Schulbänke sind gewichen – dort steht jetzt ein Klavier, und es hängen Bilder an den Wänden, die Einblicke in die Vereinsgeschichte ermöglichen. Ein Stockwerk darüber hat der Turn- und Sportverein (TuS) Sausenheim seinen neuen Raum. Darin befindet sich eine kleine Küchenzeile. Anders als beim MVG stehen überall Kisten mit Pokalen – der TuS zieht gerade erst ein.
Kosten von 47.000 Euro
Die Wände hätten die Vereine selbst gestrichen, sagt Schwalb. Auch die Einrichtung hat er beigesteuert. Die Stadt habe die Leitungen überprüft, die Heizungen modernisiert – und die Sicherheit im Gebäude auf den neuesten Stand gebracht. Kostenpunkt: 47.000 Euro. An mehreren Stellen sind Feuermelder installiert worden. Gleichzeitig wurden Brandschutztüren eingebaut und die Schließanlagen erneuert. Auch die Toiletten seien geprüft und „ertüchtigt“ worden, wie Schwalb sagt. Er spricht nicht von Reparaturen oder Sanierung. Denn: „Eine Grundsanierung des Gebäudes wäre zu teuer gewesen“, sagt er. Der Fokus der Arbeiten habe auf Sicherheitsstandards gelegen, um öffentliche Veranstaltungen im Gebäude stattfinden zu lassen.
Die Planungen für die „Ertüchtigungsarbeiten“ begannen im Oktober vergangenes Jahr. Baubeginn war im Januar, die Fertigstellung im April. Anschließend stand noch die Freigabe durch die Kreisverwaltung aus. Die zog sich bis Mitte Juni. Ende Juni fand dann die Schlüsselübergabe an die Vereine statt.
Der Vorsitzende des Männergesangvereins, Wolfgang Heiner, ist zufrieden mit dem neuen Raum: „Wir sind heilfroh, dass der Platz zur Verfügung steht“, sagt er. In der Zwischenphase – als das alte Gebäude verkauft und das neue angepasst wurde – sei der Verein in einer „Eventscheune eines Bekannten“ untergekommen, berichtet Heiner. Stolz zeigt sich der Vorsitzende, dass sich der Verein an den Bauarbeiten beteiligt habe. Spachtelmasse und Farbe zum Streichen der Wände habe der Verein selbst bezahlt: „Damit haben wir eine Eigenleistung mit eingebracht“, so Heiner.
Bürgermeister: „Gehört zum Selbstverständnis“
Auch TuS-Chef Sascha Jackwerth ist froh über den neuen Raum. Der Verein braucht ihn für seine Pilateskurse. „Grünstadt hatte ihn angeboten und die Renovierungskosten übernommen“, sagt Jackwerth. Bis März dieses Jahres sei der TuS im alten Dorfgemeinschaftshaus untergekommen – eine Vereinbarung mit dem Käufer. Danach habe der Verein seine Kurse in einer Schulhalle durchgeführt. Die Größe des neuen Raums in der Alten Schule reiche den Sportlern vollkommen aus, so Jackwerth.
Für das ehemalige Schulgebäude hat Schwalb weitere Pläne. So soll es im Herbst eine Einweihungsfeier geben. Künftig solle es möglich sein, die Räume anmieten zu können – sofern die Vereine bei ihrer Arbeit nicht gestört würden, heißt es. Als neues Dorfgemeinschaftshaus sieht Schwalb die Alte Schule nicht – eher als „Begegnungsstätte“, sagt er. Faktisch hat Sausenheim damit kein Dorfgemeinschaftshaus mehr, was Schwalb ändern möchte: „Es gehört zum Selbstverständnis eines Ortes dazu, dass wir ein Gemeinschaftshaus haben.“ Er verweist auf umliegende, kleinere Gemeinden, die ebenfalls über eines verfügten. Die Planung dafür hänge „von der Stimmungslage ab“. Zumal es zum Jahreswechsel einen neuen Bürgermeister in Grünstadt geben werde. Danach wolle Schwalb das Thema wieder verstärkt angehen.