Grünstadt Mattern-Vorschlag sorgt nicht für Wende

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Die Weiterfahrt – über die Kreisgrenze hinweg – ins drei Kilometer entfernte Lautersheim löst nun doch nicht die Wende-Probleme der großen Busse in Rodenbach. Die Kreisverwaltung in Bad Dürkheim hat den Vorschlag des Lautersheimer Ortsbürgermeisters Thomas Mattern geprüft und als „nicht umsetzbar“ bewertet. Grund für die negative Einschätzung sei vor allem, dass durch die Fahrt nach Lautersheim Zeit verloren ginge, wodurch dann Anschlüsse in Grünstadt nicht mehr erreicht würden, so eine Behördensprecherin.

Nicht nur Mattern, sondern auch sein Ebertsheimer Amtskollege Bernd Findt äußerten sich enttäuscht über die abgelehnte Bus-Anbindung von Lautersheim. Denn mit der Fahrt der großen Busse hätten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Zum einen hätte die vor etwa zwei Jahren gekappte Buslinie die Lautersheimer wieder direkt mit dem Eistal verbunden. Zum anderen müssten die großen Busse zum Wenden in Rodenbach nicht mehr eine Schleife durch ein Wohngebiet fahren. Derzeit fahren an Werktagen insgesamt 17 Busse auf ihren Touren zwischen Eisenberg und Grünstadt den Ebertsheimer Ortsteil Rodenbach an: zehn Klein- und sieben Omnibusse. Wie berichtet, hatten Anlieger aus der Ried- und Wiesenstraße kritisiert, dass die sieben Omnibusse nicht wie die kleineren am Friedhofsparkplatz wenden. Dies wäre dort nur mit einem Rückwärtsstoßen des zwölf Meter großen Vehikels möglich – wie eine nach der lautgewordenen Kritik durchgeführte Testfahrt ergeben hat. Und für das Rückwärtsfahren sehen die einschlägigen Vorschriften einen Einweiser für den Busfahrer vor. Diese zusätzlichen Mehrkosten für Fahrten zum und vom Ebertsheimer Ortsteil stünden aber in keinem Verhältnis zum Bedarf, hatte Gert Uwe Schneider, Leiter der Verkehrsbetriebe Leiningerland, betont. Daraufhin hatte Mattern vorgeschlagen, die Omnibusse bis Lautersheim fahren zu lassen, wo sie problemlos wenden können. Das Nein der Kreisverwaltung zum Mattern-Vorschlag „muss ich nun mal so hinnehmen“, sagte Findt. Vielleicht sei es jedoch für die Zukunft ein gutes Zeichen, dass Fahrplan-Schwierigkeiten und nicht die Kreisgrenze als Problem ausgemacht worden seien. Unabhängig davon werde nun eine andere Möglichkeit zur Lösung des Bus-Wende-Problems ausgelotet: die Vergrößerung der Rangierfläche am Friedhofsparkplatz. Angedacht ist, die Fläche neben dem Parkplatz zu befestigen. Dazu müsste zum einen ein Hinweisschild am benachbarten Feldweg versetzt werden. Darin sehen Ordnungsbehörde und Gemeindeverwaltung kein Problem. Zum anderen müssten zwei Landwirte neben dem – etwa acht mal 13 Meter großen – Parkplatz Flächen zur Verfügung stellen. Verkehrsexperten gehen für die großen Omnibusse von einem zirka 28 Meter großen Wendekreis aus. Damit seien Flächen links und rechts des betonierten Wirtschaftswegs betroffen. Erste Gespräche mit den Grundstückseigentümern waren nach dem Mattern-Vorschlag zunächst auf Eis gelegt worden. Jetzt seien diese wieder aufgenommen worden, so Findt, der mit einer Entscheidung der Landwirte bis Mitte Mai rechnet. Sollten die Flächen zur Verfügung gestellt werden, müsste geprüft werden, mit welchem Belag der Buswendeplatz befestigt werden muss, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Straße nicht unnötig zu verschmutzen. Sollte der neue Buswendeplatz nicht errichtet werden können, blieben nur zwei Möglichkeiten, betonte Findt: „Entweder es bleibt beim Status quo mit den Fahrten der Busse durchs Wohngebiet. Oder die Haltestelle in Rodenbach wird gecancelt, und die Fahrgäste müssen in Ebertsheim zusteigen.“ Auch Mattern bedauert, dass die Anbindung Lautersheims nicht in den Linienplan eingetaktet werden könne, obwohl es auch direkte Gespräche zwischen den Kreisverwaltungen des Donnersbergkreises und Bad Dürkheim gegeben haben soll. Mattern: „Wir Lautersheimer hätten gerne zur Wende beigetragen, das Angebot wird aber offensichtlich nicht angenommen.“ Die Buslinie durchs Eistal über Ebertsheim könne von Lautersheim und Biedesheim aus immerhin übers Ruftaxi erreicht werden. Diesen Service hatte der Donnersbergkreis nach Kappung der alten Buslinie eingerichtet. Mit der vorgeschlagenen – zumindest teilweise – Kappung der Kappung hätte das Geld hierfür gespart werden können, so Mattern. Ebenso für den möglichen neuen Buswendeplatz in Rodenbach. (lor)

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