Kirchheim
Mäuseplage: Pfälzer Grundschule muss schließen
Sie sind klein und flink und können in großer Anzahl Probleme machen: Im Kirchheimer Gebäude der Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach ist eine Mäuseplage ausgebrochen. Das Problem wurde so groß, dass Rektorin Sandra Hanauer laut eigener Aussage einschritt. Sie besprach sich mit ihrem Kollegium und entschied, das Schulgebäude am Montagmorgen zu schließen. Sie wollte damit ihre Fürsorgepflicht erfüllen, teilt Hanauer mit.
Mäusefallen aufgestellt
Auslöser für diesen Schritt ist, dass in mehreren Räumen des Schulgebäudes Mäusekot entdeckt wurde. Der Unrat habe sich am Boden unterhalb einiger Regale befunden. Hanauer betont, dass nicht herumlaufende Mäuse das Problem sind, wie man annehmen könnte, sondern besagter Kot. Sie erzählt, dass das Problem mit den Mäusen schon länger bestehe. So sei bereits Ende Januar eine tote Maus in der Schule gefunden worden. Vor einigen Wochen habe eine Schülerin behauptet, eine lebende Maus gesehen zu haben. Eine ähnliche Sichtung machte ein Angestellter der Schule.
Wegen dieser Fälle habe die Schulverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Schulträger, der Verbandsgemeinde Leiningerland, Mäusefallen aufstellen lassen. Gelöst haben die das Problem jedoch nicht.
Ortschef: „Vier Klassen untergebracht“
Neben dem Gesundheitsamt informierte Hanauer am Montag auch die VG-Verwaltung. Diese organisierte zusammen mit Kirchheims Ortsbürgermeister Thomas Dhonau (SPD) eine räumliche Alternative, damit der Schulbetrieb weitergehen kann. So wurden der Schulverwaltung mehrere Räume zur Verfügung gestellt, unter anderem im Gemeindehaus und im Seitengebäude Diffiné-Haus. Die Evangelische Kirche bot den Pfarrsaal an. Auf diese Weise kamen die vier Klassen unter, so Dhonau. Um die Verpflegung der Schüler habe sich die Verbandsgemeinde gekümmert.
Laut Hanauer finden die Essensversorgung und die Nachmittagsbetreuung der Schüler derzeit im Pfarrsaal statt. Da dort nichts in der Küche zubereitet werden kann, hat die VG einen Caterer engagiert, der die Mahlzeiten „mundgerecht“ anliefere, so die Rektorin. Sie lobt die VG-Verwaltung für die schnelle Reaktion. Was den Unterricht angeht, gebe es keine Schwierigkeiten in den neuen Räumen. „Es ist aber ein bisschen anders als im eigenen Schulhaus“, gesteht Hanauer. So gebe es beispielsweise keine Smartboards. Dennoch könne das Kollegium dort „guten Unterricht halten“.
Beigeordneter: „Löcher stopfen“
Ortschef Dhonau selbst erfuhr am Montagmorgen von der Schulschließung. Der Erste VG-Beigeordnete Kay Kronemayer (FWG), der für die Grundschulen zuständig ist, habe ihn über die Situation in Kenntnis gesetzt. Kronemayer bestätigt, dass in manchen Schulklassen „Hinterlassenschaften der Mäuse“ gefunden worden seien. Zudem hätten Schüler und das Lehrpersonal ab und zu eine Maus herumflitzen sehen.
In der Vergangenheit habe die VG-Verwaltung deshalb bereits einen Kammerjäger geschickt. „Zeitweise ist es etwas besser geworden“, so der Beigeordnete. Zuletzt hätten sich die Vorfälle von Mäusekot aber gehäuft. Derzeit seien neben dem Kammerjäger auch Mitarbeiter des VG-Hausmeisterdienstes im Gebäude, um Löcher in den Wänden zu stopfen. Auch der Speicher sei ein Thema, so Kronemayer. Ortschef Dhonau berichtet auf Nachfrage, dass die Mäuse in den Zwischendecken sitzen könnten.
Puffer in der Planung
Um der Plage nun Herr zu werden, setzt der Kammerjäger „toxische Mittel“ ein, so Kronemayer. Ist diese Aufgabe erledigt, kommen Reinigungskräfte zum Einsatz. Sie sollen das Gebäude dann von Grund auf putzen und desinfizieren.
Sowohl Kronemayer als auch Dhonau geben an, dass das Gebäude am kommenden Montag wieder normal zugänglich sein soll. Man habe bei den Arbeiten mit etwas Puffer in der Planung gerechnet, so der Ortschef. Damit sollen die Experten ausreichend Zeit haben – im Zweifel auch über das Wochenende –, um die Schule mäusefrei zu bekommen. Hanauer hofft, dass das Thema Mäuse dann endlich für ihre Schule beendet sei.