Grünstadt / Leiningerland Landtagskandidaten in Grünstadt: Heute Abend stellen sie sich dem Direktvergleich
In knapp vier Wochen ist Landtagswahl. Wie können sich die Bürger im Raum Grünstadt/Leiningerland einen persönlichen Eindruck von ihren Direktkandidaten verschaffen?
Mehrere Kandidaten auf einmal haben Interessierte bereits in der vergangenen Woche in Grünstadt erleben können: Angela Hubach (SPD), Nikolaus Leendertz (Grüne), Gülistan Melchior (Linke), Götz Rittner (FDP) und Benedikt Schmidt (Volt) haben in der Alten Lateinschule miteinander diskutiert. Allerdings war ihre Debatte thematisch eingeschränkt: Eingeladen hatte sie der lokale Klimastammtisch, es ging daher vor allem um Windkraft, Wärmewende und Elektromobilität. Nun steht ein weiteres und inhaltlich weiter gefasstes Zusammentreffen der Bewerber an: Am Mittwoch, 4. März, ab 18 Uhr soll es im Grünstadter Weinstraßen-Center etwa zwei Stunden lang um landespolitische Themen in ihrer ganze Breite gehen.
Welche Kandidaten sind zu dieser Podiumsdiskussion eingeladen worden?
Gefragt haben die Organisatoren die Direktkandidaten jener Parteien, die bislang im Landtag vertreten sind oder Umfragen zufolge derzeit eine realistische Chance auf den Einzug ins Parlament haben: SPD, CDU, Grüne, FDP, AfD und Linke.
Wer hat sein Kommen zugesagt?
Angekündigt haben sich fünf Bewerber: Der Bad Dürkheimer Markus Wolf (CDU) hat 2021 das Direktmandat geholt, seither ist der Politikwissenschaftler und Winzer der Wahlkreis-Abgeordnete für die Region. Durchgesetzt hat er sich damals gegen den Grünstadter Christoph Spies, der über die Liste dann trotzdem ins Parlament kam und nun nicht mehr antritt: Für die SPD geht diesmal die 50-jährige Förderschullehrerin Angela Hubach aus Freinsheim ins Rennen. Für die Grünen bewirbt sich der 84-jährige Diplomingenieur Nikolaus Leendertz (Grüne) ums Direktmandat, er betreibt seit seinem Eintritt in den Ruhestand eine Drechselwerkstatt in Kallstadt. Der 57-jährige Götz Rittner (FDP) lebt in Altleiningen und ist der Gründer der global agierenden Kryotherapie-Firma Icebein. Die 42-jährige Gülistan Melchior (Linke) stammt aus Bad Dürkheim, lebt mittlerweile in Mainz und macht zurzeit eine dualen Ausbildung zur Erzieherin.
Was ist mit dem AfD-Kandidaten?
Für die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei tritt der Grünstadter Philipp Pogoda an. Der 32-Jährige hat den Organisatoren zufolge auf ihre Einladungen aber nicht reagiert. Zuvor hatte sich der Servicetechniker bereits einem ausführlichen Porträt in der RHEINPFALZ verweigert und diese Entscheidung mit Zeitmangel begründet.
Wer sind die Organisatoren, die diese Podiumsdiskussion möglich machen?
Der Wunsch nach einer Podiumsdiskussion im Raum Grünstadt kam von der Leiningerland-FDP. Sie hat sich auch um die organisatorische Vorarbeit gekümmert, also zum Beispiel die Kandidaten angesprochen, das Weinstraßencenter reserviert und sich um die Tontechnik gekümmert. Allerdings wollte sie daraus keine eigene Wahlwerbeveranstaltung machen, sondern eine neutrale Diskussionsplattform für alle Bewerber bieten. Mittlerweile hat sie sich mit den beteiligten Kandidaten darauf geeinigt, dass sie und ihre Parteien die anfallenden Kosten gemeinsam schultern.
Wer fühlt den Kandidaten auf den Zahn?
Die Organisatoren wollten für die Diskussion neutrale Moderatoren. Sie haben deshalb die Lokalredaktion Grünstadt der RHEINPFALZ angesprochen, die gerne zugesagt hat.
Können Bürger die Diskussion beeinflussen?
Die Zuschauer können die Diskussion der Kandidaten mit eigenen Anliegen bereichern, indem sie vor Ort Fragen auf Zettel notieren. RHEINPFALZ-Redakteure werden diese Beiträge während der laufenden Debatte einsammeln, auswerten und vortragen. Außerdem können die Wähler aus der Region auch schon vorab Themenfelder benennen, die an diesem Abend angesprochen werden sollen: Schicken Sie uns Ihre Fragen bis Montag per E-Mail an redgru@rheinpfalz.de, Kennwort „Podiumsdiskussion“. So wollen wir sicherstellen, dass besonders oft vorgebrachte Anliegen Vorrang vor Einzelinteressen bekommen. Außerdem können so auch Menschen zu Wort kommen, die vor einem eigenen Auftritt am Mikrofon zurückschrecken.