Carlsberg
Installation nach drei Jahren: Julian Kraul möchte auf seiner Pfarrstelle bleiben
Von Rektoren und Direktoren kennt man das Prozedere: Zunächst sitzen sie ein Jahr lang kommissarisch auf dem Chefsessel einer Schule, dann werden sie offiziell in ihr Amt eingeführt. Der Hintergrund ist, dass das Land die Eignung des Betreffenden überprüfen kann, ohne ihn schon in dieser Position auf Lebenszeit ernannt zu haben. Ein ähnliches Vorgehen gibt es auch in der Kirche, wenn es um die Einstellung eines Pfarrers geht. Allerdings ist dort die Probezeit deutlich länger.
„Ich muss mich drei Jahre bewähren“, sagt Pastor Julian Kraul. In dieser Phase werde seine Arbeit vom Dekan immer mal wieder unter die Lupe genommen. „Das ist aber keine Prüfung im herkömmlichen Sinn. Vielmehr setzen wir uns regelmäßig zusammen und entwickeln Ideen für die Arbeit in den Kirchengemeinden“, so Kraul. Das mache sehr viel Spaß. Dekan Stefan Kuntz sagt dazu, er komme nicht nach Carlsberg oder Altleiningen, um mit einem Klemmbrett, scharfem Blick und gespitzten Ohren den Gottesdiensten beizuwohnen. „Stattdessen treffen wir uns zu Jahresgesprächen.“ Dabei erfahre er viel über Krauls Aktivitäten und Vorstellungen.
Spezielle Anforderungen an weltanschauliche Loyalität
Bevor ein Geistlicher Beamter auf Lebenszeit werde, fordere die Landeskirche beim zuständigen Dekan ein Zeugnis an, so Kuntz. Liegt das vor und fällt es inhaltlich zur Zufriedenheit aus, kann die Installation erfolgen. Das ist ein feierlicher Gottesdienst, bei dem der „Neue“ ein Gelübde ablegt, das Amt gewissenhaft und auf der Grundlage des Evangeliums ausüben zu wollen. Dies wird mit einem Segen durch Handauflegen und dem Überreichen einer Ernennungsurkunde besiegelt.
Ohne bereits in den kirchlichen Beamtenstatus überzugehen – der dem staatlichen ähnelt, aber spezielle Anforderungen an die weltanschauliche Loyalität stellt –, wurde Julian Kraul schon einmal offiziell in sein Amt eingeführt: bei der Ordination am 29. Januar 2023. Darunter versteht man die Bestellung oder Weihe. „Dabei wurde mir der Auftrag zu Predigten und die Sakramente, also bei uns Protestanten die Taufe und das Abendmahl, verliehen. Das brauche ich für meine Arbeit“, erläutert der gebürtige Hannoveraner, der zwei Monate zuvor die Pfarrstelle Carlsberg-Hertlingshausen erhalten hatte.
Die nun anstehende Installation „bedeutet für mich, noch einmal mein Ankommen zu feiern“, so der 33-Jährige. Drei Jahre habe er nun Zeit gehabt, die Gemeinden und die Menschen darin kennen- und lieben zu lernen. Wenn er jetzt in den Beamtenstatus übergehe, sei das für ihn ein sehr glücklicher Moment. „Pfarrer ist mein Traumberuf und ich will ihn gerne bis an mein Lebensende ausüben.“ Heißt das denn auch, dass Kraul so lange wie er möchte auf genau dieser Pfarrstelle bleibt? Kuntz schüttelt den Kopf. Die Installation sei nicht an die Verleihung einer Pfarrstelle gekoppelt.
Nordlicht hat sich in der Pfalz gut eingelebt
Allerdings werde ein Pastor in der Regel nur dann versetzt, wenn er es selbst will, wenn er sich Verfehlungen zu Schulden kommen lassen hat oder bei Umstrukturierungen. „Solange es die Pfarrstelle Carlsberg-Hertlingshausen gibt, kann Julian Kraul dort bleiben“, sagt der Dekan.
Das Nordlicht, das sich nach eigenen Angaben sehr gut in der Pfalz eingelebt hat, bekräftigt: „Ein Wechsel wäre nicht mein Wunsch. Ich will in Altleiningen, Carlsberg, Hertlingshausen und Höningen bleiben. Hier schlägt mein Herz.“ Allerdings: Da die Landeskirche aktuell so manche Umgestaltung plant, um Geld zu sparen, könnte das bedeuten, dass sich sein Einsatzort verändert.
Termin
Installation von Pfarrer Julian Kraul am Samstag, 14. März, 14 Uhr, in der protestantischen Kirche Carlsberg. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen Sektempfang am Mitbring-Fingerfood-Buffet. Wer eine kulinarische Bereicherung beisteuern möchte, darf dies gern tun.