Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Hundesteuer-Erhöhung: Bürgermeister kontert Senioren-Kritik

Für Hunde müssen Halter in Grünstadt jetzt höhere Steuern zahlen.
Für Hunde müssen Halter in Grünstadt jetzt höhere Steuern zahlen.

Grünstadts Seniorenbeirat hat Vorbehalte gegen die jüngste Hundesteuer-Erhöhung angemeldet. Mit diesen Argumenten hat der Bürgermeister darauf geantwortet.

Die Stadt Grünstadt hat Ende 2025 die Hundesteuer erhöht. Dagegen meldete der Seniorenbeirat nun Vorbehalte an, die einige Vertreter der älteren Grünstadter dann aber doch wieder weitgehend zurückzogen. Ihr Vorsitzender Friedel Schindler hatte zunächst darauf hingewiesen, dass Haustiere für viele betagte Menschen „das Letzte sind, was sie noch haben“. Doch ausgerechnet diese Leute müssten oft mit kleinen Renten auskommen. Es bestehe nun die Gefahr, dass sie sich ihre Lieblinge nicht mehr leisten könnten.

Entscheidung verteidigt

Bürgermeister Mimmo Scarmato (CDU) hingegen verteidigte die Entscheidung, die noch vor seinem Amtsantritt gefallen ist und von der Verwaltung unter anderem mit Ebbe in der Stadtkasse begründet worden war. Der Rathaus-Chef erläuterte den Senioren-Vertretern, dass vor allem Halter mehrerer Tiere stärker belastet werden: Für einen Zweithund ist die Steuer um 24 auf 168 Euro jährlich gestiegen, für einen Dritthund gar um 36 auf 228 Euro. Und dafür signalisierten Beirats-Mitglieder auch schnell Verständnis.

Vorsitzender des Grünstadter Seniorenbeirats: Friedel Schindler.
Vorsitzender des Grünstadter Seniorenbeirats: Friedel Schindler.

Tenor ihrer Reaktion zu diesem Punkt: Mehrere Hunde gleichzeitig halten zu wollen sei tatsächlich eine Art Luxus, den man sich eben leisten können müsse. Die Haltung eines einzelnen Hundes hingegen solle auch Menschen mit geringem Einkommen möglich bleiben. Scarmato erläuterte ihnen daraufhin, dass die Stadt wegen ihrer Finanzlage mehr Geld von den Bürgern holen müsse und nicht nur Hundehalter in die Pflicht genommen hat. So habe sie gleichzeitig die Steuer für Glücksspielautomaten erhöht.

„Ein Euro im Monat“

Außerdem zeichnet sich ab, dass den Grünstadtern schon bald weitere Steuern- oder Gebührenerhöhungen ins Haus stünden. Für den ersten Hund wiederum sei der Steuerbetrag zum Jahreswechsel lediglich um zwölf auf 108 Euro gestiegen, Scarmato sagte: „Es geht also nur um einen Euro im Monat.“ Diese Größenordnung fanden auch mehrere Beiratsmitglieder vertretbar, ihr Vorsitzender Schindler allerdings sagte: „Zwölf Euro sind für viele immerhin drei Mittagessen.“

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