GRÜNSTADT Großzügige Spende: Soeren Kemmann hat der Musikschule viel zu verdanken

Soeren Kemmann (links) überrereicht dem Leiter der Musikschule Richard Martin eine Finanzspritze.
Soeren Kemmann (links) überrereicht dem Leiter der Musikschule Richard Martin eine Finanzspritze.

Musik begleitet Soeren Kemmann schon sein ganzes Leben und hat bis heute einen wichtigen Stellenwert in seinem Alltag. Dabei spielt die Musikschule Leiningerland eine entscheidende Rolle. Wie er sich dafür bedankt hat.

Soeren Kemmann aus Grünstadt hat bereits im Alter von vier Jahren mit der musikalischen Früherziehung in der Musikschule Leiningerland begonnen. „Meine Eltern liebten schon immer Musik, mein Vater spielte Klavier, meine Mutter war lange Jahre im Schuleltern- und Landeselternbeirat der Musikschule“, erinnert sich der 43-Jährige. Auch zu Hause sei viel musiziert worden, was sicherlich der Grundstein dafür war, dass ihm das Musizieren in Gruppen besonders Spaß machte.

Später ist Trompete das Hauptinstrument

„Mit sechs Jahren begann ich mit Klavierunterricht, ab neun Jahre kam noch die Trompete dazu“, erzählt er. Seine ein Jahr ältere Schwester habe den Klavierunterricht früher „aufgegeben“ als Kemmann, der zehn Jahre dabeiblieb. Mit der Trompete wurde er als 14-Jähriger Mitglied der Bigband unter Leitung von Stefan Glöckner. „Die Trompete war von da an mein Hauptinstrument, damit war ich auch in der Bläser-AG am Leininger-Gymnasium“, erzählt Kemmann.

Viel Spaß habe er auch bei den Musicals der Musikschule gehabt, beispielsweise beim „Gespenst von Canterville“ oder bei „Struwweltatz“. Bis zum Anfang seines Informatik-Studiums hatte Kemmann Unterricht in Klavier und Trompete. „Dann machte ich eine Musikschulpause, kaufte aber mal eine Ukulele für meine Nichte und hatte selbst so viel Spaß daran, darauf zu spielen, dass ich gleich noch eine zweite kaufte“, sagt er. Mit dem kleinen Instrument unterhielt Kemmann auf Geburtstagen und anderen kleinen Feiern.

„Ordentliches E-Piano“ besorgt

Von seinem ersten Geld nach Beendigung von Studium und Promotion besorgte er sich ein „ordentliches E-Piano“ und fing wieder an, mehr zu spielen. „Es muss etwa 2011 gewesen sein, als ich Musikschul-Gründer Andreas Dodt in Kaiserslautern zufällig traf“, erzählt Kemmann. Dodt habe ihn gefragt, ob er nicht mal in seinem Rock-Chor mitsingen wolle. „So kam ich zum Singen und bin bis heute dabeigeblieben“, sagt er.

Bei einer Konzertreise nach Barcelona habe er 2012 seine Partnerin kennengelernt, mit der er inzwischen zwei Kinder hat. Als er mit seiner Familie wieder zurück nach Grünstadt zog, schloss sich der Kreis. „Meine Kinder besuchten die musikalische Früherziehung und danach das Instrumentenkarussell“, so Kemmann. Seine Tochter Maja habe sich für Geige entschieden, der Sohn Lars für Gitarre. „Da es für Lars aber keine passende Gruppe gab, habe ich mit ihm gemeinsam Gitarrenunterricht genommen und so eine Kleingruppe gebildet“, sagt er. Maja sei auch ab und zu im Gitarrenunterricht gewesen und habe einfache Liedchen mitgesungen. Bereits nach rund sechs Wochen Unterricht trat das Kemmann-Trio beim Kindertag in der Fußgängerzone auf. Gespielt wurden die „Kleine Dickmadame“ und „Kater Felix“. Als seine Tochter als zweites Instrument Schlagzeug lernen wollte, nahm Kemmann mit ihr Unterricht.

Beim Lernen über Videos fehlt Wesentliches

Musik habe in seinem Leben einiges bewirkt und die Musikschule als Institution sei für ihn prägend gewesen, betont der Vater. „Es ist besonders die Gemeinschaft, die so wichtig für mich war und heute für meine Kinder ist.“ Natürlich könne man heute über Filmchen im Internet ein Instrument lernen, „aber da fehlt das Menschliche, die Emotionen gehen verloren und gerade darauf kommt es an“, meint er.

Schulleiter Richard Martin sagt, dass die Musikschule wie eine zweite Familie sein könne. „Wir sind stolz, so viele verschiedene Ensembles und Gruppen anbieten zu können und somit einen Beitrag zur sozialen Bildung zu leisten“, sagt er. Musikerziehung beeinflusse auch Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit. Sie sei gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung.

Kemmann-Trio profitiert auch von Spenden

„Gerade weil die Musikschule für meine gesamte Familie derart prägend ist, wollte ich etwas zurückgeben“, sagt Kemmann. Bereits Ende 2022 hat er deshalb mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro den Umzug der Musikschule unterstützt. Als er Ende 2023 noch einmal spenden wollte und fragte, was noch gebraucht würde, übergab ihm Martin eine Liste mit technischer Ausstattung, von der er sich etwas aussuchen sollte. „Nach einem kurzen Blick darauf, habe ich gesehen, dass einfach alles, was da draufstand, gebraucht wird und so habe ich kurzerhand alles übernommen“, sagt er und gab 5001 Euro. Davon wurde viel Technik gekauft, unter anderem ein Mischpult. Der Spender weiß: „Davon wird auch das Kemmann-Trio profitieren.“

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