Grünstadt/Sausenheim „Falsche Konfirmanten“: Wie eine unechte Sammelaktion der Kirche entlarvt werden kann

Gerissen oder unwissend: Die beiden Mädchen behaupteten, für die Konfirmandenfahrt zu sammeln.
Gerissen oder unwissend: Die beiden Mädchen behaupteten, für die Konfirmandenfahrt zu sammeln.

Kinder haben in der Grünstadter Hochgewanne sowie in der Sausenheimer Kalkerde an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, und Pfingstsonntag, 19. Mai, behauptet, im Namen der Kirchengemeinde Geld für eine Konfirmationsfahrt zu sammeln. Wie Pfarrer Christopher Markutzik für die Protestantischen Kirchengemeinden Grünstadt sowie Sausenheim-Neuleiningen mitteilt, handelt es sich dabei um Betrug. Die Kirchengemeinden hätten eine solche Sammelaktion nicht beauftragt. Besonders gerissen: Derzeit läuft tatsächlich auch eine offizielle Sammelaktion der ehemaligen Konfirmanden, und zwar im Sausenheimer Feierabendtreff. Aufgeflogen sei der Schwindel, weil Anwohner den Pfarrer auf die Sammlung angesprochen hätten. Ob es sich dabei, um eine organisierte Tat oder einen Streich der beiden blonden, zwischen zehn und 13 Jahre alten Mädchen handelt, weiß Markutzik nicht: „Ich vermute, dass sie sich nicht über das Ausmaß ihrer Aktion bewusst sind und nur einen cleveren Weg gefunden haben, sich ein dickes Eis zu verdienen.“ Wie hoch der Betrag war, den die Mädchen ergaunert haben, kann der Pfarrer nicht sagen. Auf eine Anzeige bei der Polizei hat er bislang verzichtet, die Kirchengemeinde behalten sich das aber vor. Markutzik entschuldigt sich bei allen Spendern, „die im guten Glauben und Vertrauen auf ihre Kirche Geld gegeben haben“. Er gibt einen Tipp: Von der Gemeinde beauftragte Sammelaktionen würden vorher in der Zeitung angekündigt und Sammler seien mit einem amtlichen Begleitschreiben samt Unterschrift einer Pfarrperson und Siegel ausgestattet.

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