Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Fair Play und offene Türen: So wächst der Jugendfußball in Carlsberg

Die Abteilung Fußball des TSV Carlsberg.
Die Abteilung Fußball des TSV Carlsberg.

Der TSV Carlsberg hat in den letzten fünf Jahren enormen Zuwachs im Jugendfußball bekommen, sind aus den ursprünglich 20 Kindern mittlerweile 150 geworden.

Der Kunstrasenplatz hoch oben am Dorfrand von Carlsberg kann sich sehen lassen, ebenso die „Arena am Wasserturm“, eine überdachte Kleinfeldarena. „Platz und Arena können von allen Kindern genutzt werden, wir sehen auch immer mal Kinder, die nicht im Verein sind, hier Fußballspielen“, erzählt Dominic König, der seit fünf Jahren Jugendleiter ist. Derzeit wird das Gebäude, in dem sich die Umkleidekabinen befinden, erweitert, das Vereinslokal, das jahrzehntelang keinen Pächter hatte, ist seit einem Jahr wieder in Betrieb und hat sich zum A-la-Card-Restaurant entwickelt, auch zwei Kegelbahnen werden bespielt.

Am späten Freitagnachmittag ist der Platz voll Kindern, die trainieren wollen. „Bei uns darf jeder kommen, der gerne Fußball spielt“, betont König und ergänzt: „Das Niveau ist unterschiedlich, aber die Kinder werden da abgeholt, wo sie stehen und individuell begleitet und gefördert.“ Übertrieben gesagt, gebe es vielleicht Kinder, die nicht gerade hinter einem Ball herlaufen könnten, andere bekämen jeden zweiten Ball ins Tor – dennoch sei jeder willkommen.

„Unsere Mannschaften haben alle mehr als einen Trainer, um sicherzustellen, dass immer mindestens einer da ist – unsere Trainer sind alle Ehrenamtler, die mit dem Spielbetrieb am Wochenende acht bis neun Stunden Zeit investieren“, so König. Um die Trainer zu fördern, sei je ein Wochenende in London beim Verein Leyton Orient und zusätzlich in Hamburg beim FC St. Pauli geplant, zum Training für die Trainer. „Was uns ganz wichtig ist, ist Fair Play, keine körperliche oder verbale Aggressivität bei Spielen oder am Spielfeldrand, kein Rassismus – dafür läuft derzeit ein Kinderschutzkonzept unter der Leitung von Petra Hutera, in dem die Trainer dahingehend sensibilisiert werden, die Themen anzugehen und im Ernstfall richtig zu reagieren“, betont er. Obwohl er stolz darauf sei, dass der Verein schon drei Kinder zum 1. FC Kaiserslautern und einen Jungen zunächst zur Eintracht Frankfurt und jetzt zu Waldhof/Mannheim abgeben konnte, zählten beim Verein keinesfalls nur „die Guten“, alle Kinder würden gesehen und das sei das Besondere. Seit rund fünf Jahren gibt es ein Maskottchen, das sogar einen eigenen Instagramm-Kanal hat: Carleo, der Löwe.

„Den Namen Carleo haben wir in einer Namensgebungsaktion aus 43 unterschiedlichen Namen ausgewählt und seitdem reist Carleo immer mal wieder um die Welt – auf Instagramm haben wir beispielsweise schon Fotos von ihm in Norwegen, Italien, Japan, Neuseeland und bei der Nasa in Florida gepostet“, erzählt König lachend. Aber Carleo hat auch eine besondere Aufgabe: Er ist der Namensgeber des Carleo-Cups, den es in zwei Ausführungen gibt: einmal den normalen Carleo-Cup und dann den Carleo-Cup Elite. „Beim normalen Carleo-Cup laden wir Mannschaften ein, die zehn Monate lang immer wieder Spiele verloren haben und die spielen dann bei uns gegeneinander und plötzlich schießen sie Tore, plötzlich sieht man strahlende Gesichter, statt trauriger Augen“, so König. Die Schiedsrichter hätten dabei die Freiheit, bei den Spielen zu variieren, damit beide Mannschaften ähnlich viele Tore erzielten und es faktisch keine wirklichen Verlierer gebe und keiner frustriert vom Platz ginge. „Die Kinder stehen im Vordergrund und das alleine zählt“, ist seine Meinung.

Beim Carleo-Cup Elite, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet, seien 25 Mannschaften aus Nachwuchsleistungszentren (NLZ) eingeladen worden, beispielsweise von Waldhof/Mannheim, Frankfurt, Bayer Leverkusen, VfL Bochum, Hoffenheim und Darmstadt und auch überregionale Vereine, um den Carlsberger Kindern einen Anreiz zu geben, eine Idee, wo ihr Weg hinführen könnte. Eine Besonderheit beim Carleo-Cup sei, dass immer ein Fair-Play-Preis für Spieler und für Trainer vergeben werde. „Das kann eine besondere Tat sein, ein Trainer, der besonders motiviert oder ein Kind, das eine besondere Leistung gebracht hat“, erklärt König und ergänzt lachend: „Aus Spaß haben auch schon Zuschauer Preise vergeben, beispielsweise an den besten weiblichen Fan.“

Aktuell stehe das St. Pauli-Rabauken-Camp an Ostern an, das vom 30. März bis 2. April stattfindet. Anmeldung unter https://fussballschule.fcstpauli.com/de/portal/events/8521-tsv-carlsberg.

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