Eisenberg / Kerzenheim Ex-Bürgermeister mit Kochleidenschaft: Walter Brauer wird 75
Seine Traumberufe waren Schiffskoch oder Förster. Doch Walter Brauer, der an diesem Freitag seinen 75. Geburtstag feiert, schlug dann doch eine gänzlich andere Laufbahn ein. Er hat letztlich den Weg in den öffentlichen Dienst gewählt, der ihn schließlich bis auf den Sessel des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Eisenberg führte. Den räumte er Ende 2010, anderthalb Jahre vor Ablauf seiner regulären Amtszeit, aus gesundheitlichen Gründen.
Seitdem ist der Jubilar im durchaus angenehmen „Unruhestand“ als engagierter Opa. „Das ist eigentlich meine Hauptbeschäftigung“, erzählte Brauer einmal schmunzelnd. Trotzdem finde er immer noch Zeit, um seiner Kochleidenschaft nachzugehen. Zwar nicht auf einem Segelschiff, wo er während seiner früheren Urlaube als Smutje den Kochlöffel schwang, aber am häuslichen Herd in Kerzenheim.
Der 1950 in Quirnheim geborene Jubilar wurde 1996 erstmals zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde direkt gewählt und bei der Wahl 2004 im Amt bestätigt. Beruflich hatte Brauer seine Laufbahn 1966 als Verwaltungslehrling bei der damaligen Gemeindeverwaltung in Kerzenheim begonnen. In die 1972 neu gebildeten Verbandsgemeinde wurde er nach seiner Verwaltungsprüfung als Inspektor übernommen und war zunächst persönlicher Referent des damaligen Stadt- und Verbandsbürgermeisters Heinrich Rauschkolb.
1979 wechselte Brauer zu den Verbandsgemeindewerken, wo er ein Jahr später als stellvertretender und ab 1983 als Werkleiter für die Strom- und Wasserversorgung, die Kläranlage und die Kanalbauprojekte verantwortlich zeichnete. Als Oberamtsrat wurde er anschließend geschäftsleitender Beamter der Verbandsgemeindeverwaltung, bis er auf den Chefsessel wechselte.
Als einige Schwerpunkte seiner Amtszeit sind die Zukunftssicherung des Schulstandorts und der Schulgebäude in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde, die Sportstätten in den drei Gemeinden Eisenberg, Kerzenheim und Ramsen sowie die zeitgemäße Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr, für die er als Dezernent Verantwortung trug, in Erinnerung. Dass für Brauer eine bürgernahe Verwaltung wichtig war, dokumentiert das in seiner Amtszeit eingerichtete Servicebüro im Rathaus als erste und wichtigste Anlaufstelle für die Bürger.
Dem Kreistag gehörte der Sozialdemokrat ebenso an wie zahlreichen örtlichen Vereinen. Unter anderem kümmert er sich als Rechner der katholischen Kirchenstiftung Kerzenheim um die kirchlichen Finanzen, außerdem ist er einer der ehrenamtlichen Sakristane und Lektoren in der Kerzenheimer Kirche St. Maria. Musikalisch ist das Mitglied der ehemaligen „Stumpfwaldkrischer“ ebenso zur Stelle, wenn von Sängern Gitarrenbegleitung zu bestimmten Anlässen gebraucht wird.